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Startseite»Nachrichten»IW hebt Prognose deutlich an: Deutsche Wirtschaft wächst kräftiger als erwartet
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IW hebt Prognose deutlich an: Deutsche Wirtschaft wächst kräftiger als erwartet

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 20, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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IW hebt Prognose deutlich anDeutsche Wirtschaft wächst kräftiger als erwartet

Zwei Wachstumsjahre in Folge wären bereits ein beachtlicher Erfolg. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Ein überraschend starkes erstes Halbjahr und der schuldenfinanzierte Infrastrukturtopf beflügeln die deutsche Konjunktur. Die IW-Ökonomen verdreifachen ihre Wachstumsprognose auf 1,2 Prozent. Bald schon dürfte die Dynamik aber wieder spürbar nachlassen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) verdreifacht seine Wachstumsprognose für dieses Jahr. Statt mit 0,4 Prozent wird nun mit einem Plus von 1,2 Prozent gerechnet, wie es in der Herbstprognose der Kölner heißt. Hauptgrund dafür sei ein überraschend gutes erstes Halbjahr. Auch stehe der schuldenfinanzierte Sondertopf zur Modernisierung der Infrastruktur erstmals für das ganze Jahr zur Verfügung.

„Im zweiten Halbjahr 2026 lässt die Dynamik wieder nach“, heißt es. Sondereffekte beim Export liefen aus und der private Konsum leide unter den hohen Energiepreisen. Die Krise am Bau werde anhalten. Treiber seien vor allem staatliche Investitionen. Aus Sorge vor Lieferengpässen infolge des Iran-Krieges hatten Unternehmen in den ersten sechs Monaten ihre Lager gefüllt und etwa viele Chemie- und Elektroprodukte aus Deutschland bestellt.

Im nächsten Jahr rechnet das IW mit einem Wirtschaftswachstum von knapp einem Prozent. Zwei Wachstumsjahre in Folge wären bereits ein Erfolg nach Jahren der Stagnation und schrumpfender Wirtschaftsdaten, so die Forschenden. Allerdings führen die hohen Schulden, die auch in die Aufrüstung der Bundeswehr fließen, 2026 zu einem Staatsdefizit von rund vier Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Staatsschuldenquote dürfte Ende 2026 bei rund 66 Prozent liegen.

Kriege, Handelskonflikte, Dürre

Risiken für die Wirtschaft bleiben die Kriege in der Ukraine und in Nahost. Auch die Handelskonflikte und das Niedrigwasser in europäischen Flüssen könnten sich negativ auswirken. Die Weltwirtschaft werde zugleich von neuen Technologien angetrieben – etwa im Bereich Künstlicher Intelligenz oder grüner Infrastruktur. „Infolgedessen steigt die Nachfrage nach Technologiegütern stark an und führt vor allem in Asien zu höheren Exportvolumina.“ Für die globale Wirtschaftsleistung rechnet das IW dieses Jahr mit einem Zuwachs von 2,3 Prozent, beim Welthandel von 5 Prozent.

Der von den USA angezettelte Krieg gegen den Iran, der auch Auswirkungen auf andere Länder am Persischen Golf hat, hat zu höheren Energiepreisen geführt. Das spüren Verbraucher besonders an den Tankstellen. Das IW rechnet für Deutschland 2026 mit einer Inflation von gut 2,5 Prozent. Der Konsum dürfte nur um 0,3 Prozent zulegen. Auf dem Arbeitsmarkt wird mit einer leichten Verschlechterung und knapp drei Millionen registrierten Arbeitslosen gerechnet. Dies entspricht einer Quote von 6,3 Prozent.

Quelle: ntv.de, hny/rts

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