KURZMELDUNG · BETREIBER LAUT ANTHROPIC IN FRANKREICH; ZIELGRUPPEN AUF SECHS KONTINENTEN, BESONDERS USA, BRASILIEN, FRANKREICH UND DEMOKRATISCHE REPUBLIK KONGO.
Rund 70 Websites sahen wie eigenständige lokale Nachrichtenangebote aus. Sie führten erfundene Journalist:innen und veröffentlichten Beiträge in rund 20 Sprachen. Laut Anthropic steckte dahinter eine automatisierte Produktionsstrecke für politisch angepasste Inhalte.
Anthropic ordnet das Netzwerk der französischen Digitalwerbeagentur LKM Company zu. Mindestens 8.913 Artikel erschienen. Derselbe Ausgangstext konnte für unterschiedliche Zielgruppen in gegensätzliche politische Richtungen umgeschrieben werden.
Die Texte entstanden nach festen Vorgaben für Aufbau, Länge, interne Links und technische Formate wie JSON und HTML. KI war damit nicht nur Schreibhilfe. Sie war Teil einer Strecke, die Inhalte erzeugte, umschrieb und für die Veröffentlichung vorbereitete.
Zum Netzwerk gehörten ungefähr 70 passende Verteilerkonten auf X und mehr als 250 unechte Kommentarkonten. Anthropic fand dennoch nur wenig echte Interaktion und keine Belege für eine nennenswerte Verbreitung außerhalb des eigenen Netzes. 8.913 Artikel sind deshalb kein Nachweis für erfolgreiche Massenbeeinflussung.
Wer die einzelnen Kampagnen bezahlte, ist großteils unbekannt. Anthropic bezeichnet das Modell als kommerzielle „Influence-as-a-Service“-Struktur: Die politische Linie folgte offenbar dem jeweiligen Auftrag und nicht einer einheitlichen Ideologie.
Viele ähnlich klingende Suchtreffer können Zustimmung nur vortäuschen. Wenn Websites, Autor:innen und Social-Media-Konten technisch zu demselben Netzwerk gehören, sind sie keine voneinander unabhängigen Bestätigungen.
Quellen
Über dieses Format: Für unsere Kurzmeldungen sammeln und prüfen wir aktuelle Entwicklungen aus verlässlichen Quellen. Nach der redaktionellen Bearbeitung werden die Meldungen über unser eigenes Mimikama-Kurzmeldungs-System veröffentlicht. Daher können mehrere Beiträge denselben Veröffentlichungszeitpunkt tragen.
