„Herber Wermutstropfen“
DHB-Spielmacher Juri Knorr verletzt sich in letzter Minute
Juri Knorr ist einer der besten deutschen Handballer. Bei der anstehenden Heim-WM soll er maßgeblich dazu beitragen, dass Deutschland endlich wieder einen Titel bejubeln kann. Entsprechend groß sind die Sorgen, wenn ein Ausfall droht.
Diese Bilder treiben Deutschlands Handball-Fans und -Verantwortlichen einen Schauer über den Rücken: Wenige Sekunden vor dem Ende des Pokal-Duells mit HÖJ Elite geht Aalborgs deutscher Spielmacher mit einem Schrei zu Boden und bleibt dort mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen, bis die medizinische Abteilung ihm zu Hilfe eilt. Erst nach quälenden Augenblicken kann der Topstar gestützt auf einen Betreuer und einen Mitspieler vom Feld gehen. Das 30:25 des dänischen Meisters gegen den mit Weltklassespielern hochgerüsteten Zweitligisten verkommt – wenigstens aus deutscher Sicht – zur Randnotiz.
Das Spiel war längst entschieden, als Knorr noch einmal einen Angriff initiieren wollte. Bei einem harmlosen Stoppfoul hob ihn HÖJs Isak Vedelsbøl in die Luft, doch beim Runterkommen passierte es: Knorr landete auf dem Fuß des färingischen Hünen und knickte heftig um. Vor Schmerz und Ärger klopfte der Spielmacher, der bis dahin vier Tore zum Weiterkommen seines Teams beigesteuert hatte, mehrmals aufs Parkett. Sein Trainer Simon Dahl sprach nach dem Spiel mit Blick auf die Szene von einem „schweren Wermutstropfen“. Über das Ausmaß der Verletzung Knorrs ist noch nichts bekannt.
Knorr, einer der besten Spieler seiner Generation, ist einer der großen deutschen Hoffnungsträger mit Blick auf die Heim-WM im Januar. Dort gehört das DHB-Team spätestens nach dem überragenden Einzug ins EM-Finale Anfang diesen Jahres zu den großen Favoriten auf den Titel. Es wäre der erste WM-Triumph seit dann 20 Jahren. Im Kader von Bundestrainer Alfred Gislason ist Knorr, der bei den jüngsten Erfolgen mit Olympia- und EM-Silber eine wichtige Rolle spielte und zuvor jahrelang das deutsche Angriffsspiel auf die eigenen Schultern geladen hatte, nahezu unverzichtbar.
Erst vor wenigen Tagen stand der 26-jährige Knorr zuletzt im Fokus: Mehrere Medien hatten berichtet, dass der deutsche Star vor einem Wechsel zum französischen Spitzenklub Paris Saint-Germain stünde, wo ab 2027 mit renars Uscins bereits ein deutscher Nationalspieler spielen wird. Weitere Nahrung erhielt das Gerücht durch die Meldung des dänischen Senders TV2, wonach Aalborg „kurz vor der Bekanntgabe einer Vereinbarung mit dem färöischen Starspieler Elias Ellefsen á Skipagøtu“ vom THW Kiel stünde.
Verwendete Quellen: ntv.de, ter
