„Es war surreal“
Debütant Baur schreibt Geschichte und bekommt Klopp-Küsschen
Neu-Nationalspieler Mika Baur geht mit seiner Einwechslung gegen Serbien (2:0) in die Geschichtsbücher ein. Der Profi von Celtic Glasgow ist der 1000. Debütant fürs DFB-Team. Jürgen Klopp schwärmt in höchsten Tönen.
Mit einem Küsschen auf die Schläfe und ins Ohr geflüsterten Worten von Jürgen Klopp ging’s los. Mika Baur ist der 1000. Nationalspieler in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft. Der 22-Jährige kam beim 2:0-Heimsieg im Nations-League-Spiel gegen Serbien zu seinem Debüt. Der Profi von Celtic Glasgow wurde bei der Partie in der Münchner Arena in der 77. Minute für Tom Bischof eingewechselt. Nach der Partie bezeichnete Baur das Erlebnis im ZDF als „surreal“.
„Die Mannschaft war von der ersten bis zur letzten Minute unglaublich. Es war heute für alle ein Highlight, nicht nur für mich mit meinem Debüt“, fügte der Sohn des früheren Handball-Nationalspielers Markus Baur (Weltmeister 2007) hinzu. Sein Vater sei nicht im Stadion dabei gewesen, wolle erst beim Spiel gegen Griechenland in Thessaloniki am Sonntag zuschauen. Dennoch sei sein Puls bei der Einwechslung hoch gewesen, bekannte Baur. „Überrascht war ich schon. Unbeschreiblich“, sagte der Neu-Nationalspieler.
„Wir haben gesehen: Er ist ein wundervoller Fußballer“, sagte Klopp und lachte, als er die herzliche Szene vor der Einwechslung sah. Baur sei „ein toller Junge. Er kann kicken ohne Ende“ so der Bundestrainer. Und das, obwohl er mit Celtic Glasgow in Schottland in der „fiesesten Liga der Welt“ spiele und sich unter den harten physischen Voraussetzungen durchsetzen müsse. „Das ist schon speziell. Ich bin ganz happy, dass wir ihn dazugenommen haben und kennengelernt haben“, schwärmte Klopp.
Klopp: „Gegen den Ball waren wir ein Monster“
Schon vorher durfte der Kölner Said El Mala als Nummer 999 in der im Jahr 1908 begonnenen deutschen Länderspielgeschichte erstmals für die A-Nationalmannschaft auflaufen. In drei Spielen unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp ist Baur der neunte Debütant. Auch Torwart Jonas Urbig, Derry Scherhant und Vitaly Janelt kamen gegen Serbien zu ihrem ersten A-Länderspiel.
Der erste deutsche Nationalspieler hieß Fritz Baumgarten. Der Torhüter des Berliner Klubs BFC Germania 1888 war bei der 3:5-Niederlage am 5. April 1908 gegen die Schweiz in Basel dabei. Er gilt aufgrund des Alphabets als erster Debütant. Baumgarten, für den es das einzige Länderspiel blieb und der für die Reise in die Schweiz als angehender Abiturient die Schule schwänzte, lag mit seinem Nachnamen knapp vor Willy Baumgärtner (Düsseldorfer SV 04).
Verwendete Quellen: ntv.de, msc/dpa/sid
