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Politik

Marktbericht: DAX-Anleger starten Woche mit gemischten Gefühlen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 05.10.2026 • 07:39 Uhr

Es bleibt auch in der neuen Woche herausfordernd für den deutschen Leitindex. Zwar hat bereits am Freitag der US-Arbeitsmarktbericht die Zinssorgen gebremst. Trotzdem belasten die hohen Ölpreise.

Der DAX dürfte sich in der neuen Woche weiter in einem schwierigen Fahrwasser bewegen. Der Broker IG taxiert den deutschen Leitindex zur Stunde nahezu unverändert auf dem Niveau vom Freitag. Am Freitag hatte der DAX noch 1,2 Prozent auf 25.231 Punkte gewonnen, womit er sein Wochenminus auf 0,7 Prozent eindämmte.

Im Fokus bleibt in dieser Woche die Marke von 25.000 Punkten, schreibt Timo Emden, Chefmarktanalyst beim Online-Broker CapTrader. Je länger der deutsche Leitindex um diese pendele, desto wichtiger werde sie für die Anleger. „Für Kopfzerbrechen dürfte weiterhin die Entwicklung der Anleihemärkte dies- und jenseits des Atlantiks sorgen“, sagte Emden. Der Ölpreis und die Anleiherenditen seien derzeit die entscheidenden Faktoren für die Börsen.

Am Rohstoffmarkt bleiben die Preise weiter hoch, die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee kostete zuletzt 101,68 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notierte bei 90,18 Dollar. Steigende Rohölexporte aus dem Nahen Osten und die Freigabe von 100 Millionen Barrel aus den Notreserven der G7-Staaten drückten die Preise.

Dies glich die Sorgen über Angriffe der Huthi-Rebellen auf Anlagen von Saudi Aramco sowie zunehmende Attacken auf Öltanker in der Straße von Hormus aus. Nach Angaben eines Kapitäns wurde in der Meerenge erneut ein Tanker beschossen, wie die britische Schifffahrtsbehörde (UKMTO) am Sonntag meldete.

Auch von wichtigen Ölexportländern des Verbunds Opec+ ist zunächst keine Entspannung zu erwarten: Sie wollen ihre Förderziele auch im November nicht anheben. Das teilten Saudi-Arabien, Russland und weitere fünf Staaten nach einer Online-Sitzung mit. Somit werden die Produktionslimits der Gruppe den zweiten Monat in Folge gleich bleiben.

Die Aussicht auf eine Zinspause in den USA hat die asiatischen Aktienmärkte zum Wochenstart angetrieben. In Tokio legte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index am Montag um 2,5 Prozent auf 70.037 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix notierte 1,2 Prozent höher bei 4.138 Zählern. Das Handelsvolumen fiel jedoch gering aus, da die Börse Shanghai feiertagsbedingt geschlossen blieb.

Schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten dämpften die Sorge der Anleger vor einer weiteren aggressiven Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed. „Die Arbeitsmarktbedingungen sind insgesamt stabil, aber die Abwärtskorrekturen vom Freitag signalisieren, dass die US-Wirtschaft in zwei der neun Monate dieses Jahres Arbeitsplätze verloren hat“, sagte Jose Torres, leitender Volkswirt bei Interactive Brokers.

„Aber es gibt eine Sorge um die Wirtschaft, es gibt eine Sorge um die Inflation, also ist vorsichtiger Optimismus die Art und Weise, wie die Leute die Lage sehen“, sagte Robert Bernstone, Handelschef bei SummitTX Capital. Das Risiko weiterer Arbeitsplatzverluste bedeute, dass die Fed die Zinsen nicht um weitere 100 Basispunkte anheben könne. Die Anleger preisen nun nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 22 Prozent für eine Zinserhöhung in diesem Monat ein, verglichen mit 64 Prozent in der Vorwoche.

Das beflügelte bereits zum Wochenschluss die US Börsen: Der Dow-Jones-Index schloss 0,5 Prozent höher bei 51.177 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,7 Prozent auf 7.723 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq zog um 1,2 Prozent auf 27.191 Punkte an.

Der Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer will 2,2 Milliarden US-Dollar in einen neuen Produktionsstandort in den Vereinigten Staaten investieren. Dadurch werden in New Albany im US-Bundesstaat Ohio voraussichtlich rund 600 hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen werden, wie das Unternehmen mitteilte. Dort soll die Herstellung von pharmazeutischen Wirkstoffen und Fertig-Arzneimitteln an einem Standort vereint werden. Bayer hat in den vergangenen fünf Jahren mehr als sieben Milliarden Dollar in Pharma-Forschung und -Entwicklung sowie Produktion in den USA investiert.

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