„Mut und die Stärke“Rubio wirbt in Athen für engere Zusammenarbeit des Westens
Griechenland will mehr US-Waffen und ist Anlandeplatz für LNG aus den USA. Aus Washington reist Außenminister Rubio an und nutzt die Tour auch für eigene politische Ambitionen. Dazu wählt er vergleichsweise versöhnliche Worte. Athen bietet Kulisse und Sendezeit.
US-Außenminister Marco Rubio hat in Athen für eine engere Zusammenarbeit der westlichen Staaten angesichts neuer geopolitischer Herausforderungen geworben. Er sprach mit der Akropolis im Hintergrund, dem Wahrzeichen der ersten Demokratie des Altertums. Rubio griff die Geschichte des antiken Griechenlands als Ausgangspunkt für zentrale Werte und Eigenschaften des Westens auf. Die Wahl Athens als Ort für die Rede verlieh dem Auftritt besondere Symbolik. Beobachter sehen darin auch eine Gelegenheit für Rubio, sich mit Blick auf seine politische Zukunft zu profilieren. Der US-Außenminister gilt als möglicher Bewerber um die republikanische Präsidentschaftskandidatur 2028.
„Hier in Athen fanden wir erstmals die umfassende Ausprägung all jener wesentlichen Merkmale, die später den Westen prägen sollten“, sagte er in seiner Rede, die vom griechischen Fernsehen übertragen wurde. Von den Griechen der Antike sollte der Westen die Tugenden, den Mut und die Stärke wiederentdecken, die er brauche, um sich den Gefahren der aktuellen Zeit zu stellen. Rubio rief zur Erneuerung des westlichen Geistes und Europas auf. „Wir sind überzeugt, dass Europa aus seinem langen Dornröschenschlaf erwachen und das Feuer neu entfachen kann, das hier bereits vor Jahrtausenden brannte“, sagte er.
Nach seiner Rede will Rubio den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis treffen. Bei den Gesprächen soll es unter anderem um die Lage im Nahen Osten, den Krieg in der Ukraine und die Entwicklungen im östlichen Mittelmeer gehen. Zuvor hatte er sich mit seinem griechischen Amtskollegen Giorgos Gerapetritis getroffen. Dabei wurde vereinbart, dass Griechenland und die USA ihre Partnerschaft vertiefen wollen. „Das Bündnis mit Griechenland ist eine Quelle der Stabilität in einer instabilen Welt“ der USA, sagte Rubio. Gerapetritis betonte: „Die griechisch-amerikanische Partnerschaft war noch nie so stark, tief und geschlossen.“
Griechenland will weitere US-Waffen und Ausrüstung beschaffen, darunter Selbstschutzsysteme für 20 bestellte F-35. Im Energiebereich stand der sogenannte Vertikale-Korridor im Mittelpunkt. Über griechische LNG-Terminals gelangt amerikanisches Flüssiggas über Bulgarien und Rumänien nach Mittel- und Osteuropa. Zudem sollen Erdgasvorkommen vor der griechischen Küste erkundet werden. ExxonMobil und Chevron sind an Vorhaben südlich von Kreta beteiligt.
Am Abend will Rubio dann nach Portugal weiterreisen.
