Berlin gedenkt Hamas-OpferGreta Thunberg demonstriert in Kreuzberg für Palästina
Vielerorts in Berlin gedenken Menschen der Opfer des Hamas-Überfalls auf Israel vor drei Jahren. In Kreuzberg versammeln sich gleichzeitig Hunderte Unterstützer Palästinas, auch die schwedische Aktivistin Greta Thunberg ist dabei. Mehrere Demoteilnehmer werden wegen Hamas-Symbolen festgenommen.
Am dritten Jahrestag des Terrorangriffs der islamistischen Hamas auf Israel haben in Berlin einige hundert Menschen für Palästina und gegen den Krieg im Gazastreifen demonstriert. Die überwiegend jungen Frauen und Männer – darunter auch die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg – versammelten sich am Abend in Kreuzberg auf dem Oranienplatz und zeigten palästinensische Fahnen und Transparente. Es gab laut Polizei mehrere Festnahmen wegen des Verwendens verbotener Kennzeichen wie etwa von Symbolen der Terrororganisation Hamas.
In Sprechchören riefen sie: „Viva, viva Palästina“. Auf einem großen Plakat stand „One genocide does not justify another“ (Deutsch: Ein Genozid rechtfertigt nicht einen anderen).
Auf der anderen Seite der Straße stand ein Dutzend Menschen mit israelischen Fahnen. Ein Demonstrant trug ein Transparent mit der Aufschrift „Schämt euch“. Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot am Startpunkt der Demonstration, die zum Hermannplatz in Neukölln ziehen soll, vertreten.
Zahlreiche Gedenkveranstaltungen in Berlin
Gleichzeitig gedachten vielerorts in Berlin Menschen der Opfer des Hamas-Überfalls am 7. Oktober 2023. Zum zentralen Gedenken auf dem Bebelplatz in Berlin-Mitte versammelten sich Hunderte Menschen, darunter Politikerinnen und Politiker und Prominente wie die Schauspielerinnen Iris Berben und Andrea Sawatzki.
Neben dem israelischen Botschafter Ron Prosor sprach Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Der CSU-Politiker rief zu einem entschlossenen Vorgehen gegen Antisemitismus auf: „Jeder einzelne antisemitische Angriff, meine Damen und Herren, ist für mich ein zusätzlicher Auftrag, weiter offensiv Partei zu ergreifen: für Jüdinnen und Juden in Deutschland, für den Staat Israel“, sagte Dobrindt auf dem Bebelplatz. Nach Angaben eines Polizeisprechers versammelten sich rund 1700 Menschen auf dem Platz an der Humboldt-Universität, dem Ort der Bücherverbrennung nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933.
Die Spitzen der Landesverbände von Linke, Grünen und SPD gedachten am Brandenburger Tor der Opfer des Terrorangriffs. Sie besuchten gemeinsam eine Gedenk-Installation der Jüdischen Studierendenunion Deutschland (JSUD): 500 leere Stühle stehen an Tischen, auf denen Fotos der Opfer des 7. Oktobers 2023 zu sehen sind.
Am Abend fand ein religionsübergreifender Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz nahe dem Ku’damm statt. Auf das Brandenburger Tor wird anlässlich des dritten Jahrestages bis Mitternacht die Fahne Israels projiziert.
Bei dem Massaker der Terrororganisation Hamas am 7. Oktober 2023 wurden rund 1.200 Menschen getötet und 251 in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte darauf mit einer militärischen Offensive im Gazastreifen, die zu einem langanhaltenden Krieg führte, bei dem zehntausende Menschen starben.
