Russland lehnt es abSelenskyj wäre mit Status quo an Frontlinie einverstanden
Die Ukraine will eine Waffenruhe und würde es akzeptieren, den aktuellen Frontverlauf einzufrieren. Wolodymyr Selenskyj sieht darin einen „echten Weg, diesen Krieg zu beenden“. Doch Kreml-Chef Wladimir Putin hat andere Vorstellungen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist nach eigenen Angaben bereit, im Ukraine-Krieg die derzeitigen Frontlinien zu akzeptieren und damit den langjährigen Konflikt zu beenden. „Ja, wir müssen jetzt die Frontlinien einfrieren“, sagte er im Gespräch des US-Senders Fox News und ergänzte: „Ich denke, das ist ein echter Weg, diesen Krieg zu beenden.“
Er war gefragt worden, ob er „ein Friedensabkommen akzeptieren würde, das den Status quo berücksichtige, sodass man weiterhin 75 Prozent oder mehr seines Landes behält, unabhängig davon, wie der Konflikt begonnen hatte“. Selenskyj sagte zudem, das Einfrieren der Frontlinien und eine Waffenruhe seien das „absolute Minimum, was wir heute von Russland fordern“. Er fügte hinzu, sich im Anschluss „natürlich“ an US-Präsident Donald Trump und die Europäer wenden zu wollen, um sie um Sicherheitsgarantien zu bitten.
Selenskyjs Position ist nicht neu. Die Ukraine hat mehrfach ein Einstellen der Kämpfe entlang des jetzigen Frontverlaufs vorgeschlagen. Russland lehnt dies ab mit der Begründung, man gebe damit der Ukraine nur eine Atempause zur Wiederaufrüstung. Kremlchef Wladimir Putin behauptet, dass seine Truppen ständig weiter vorrücken, und auch US-Präsident Donald Trump neigt zu dieser Sichtweise. Tatsächlich hat die ukrainische Armee den russischen Vormarsch in diesem Sommer gestoppt und an einigen Abschnitten sogar zurückgedrängt.
US-Unterhändler Steve Witkoff überbrachte Putin am Mittwoch in St. Petersburg neue Vorschläge für eine Beendigung des Kriegs. Vorher und nachher besuchte Witkoff Oslo. Ein Ergebnis der Pendeldiplomatie ist, dass Russland sich zu einer Fortsetzung dreiseitiger Gespräche mit den USA und der Ukraine im November offen zeigt. Ein solches Treffen auf Ebene von Unterhändlern solle möglichst bald stattfinden, vorzugsweise bis Anfang November, teilte Selenskyj mit. Dabei könne über Friedensvorschläge und ein mögliches Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs gesprochen werden.
