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Schaden in Milliardenhöhe: Größter Krypto-Diebstahl der Geschichte? Binance meldet Hackerangriff

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 30, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Schaden in MilliardenhöheGrößter Krypto-Diebstahl der Geschichte? Binance meldet Hackerangriff

„Die Gelder der Nutzer sind sicher“, teilt Binance in einer Erklärung mit. (Foto: REUTERS)

Es begann möglicherweise mit dem gehackten Laptop eines Ingenieurs: Die weltgrößte Kryptowährungsbörse Binance meldet einen Sicherheitsvorfall. Er reiht sich in eine Serie von Krypto-Diebstählen ein – und dürfte Analysten zufolge weitreichende Folgen haben.

Ein Sicherheitsvorfall bei der weltgrößten Kryptowährungsbörse Binance hat einen geschätzten Schaden von 6,3 Milliarden Dollar verursacht. Nach Einschätzung von Analysten könnte dies der größte Krypto-Diebstahl der Geschichte sein. Binance teilte mit, es habe mit Partnern zusammengearbeitet, um die betroffenen Vermögenswerte einzufrieren. Bisher seien etwa drei Milliarden Dollar ausfindig gemacht worden. Binance-Mitbegründerin Yi He sagte, das Unternehmen werde „alle Verluste aus dem Hackerangriff“ ersetzen. Ersten Ermittlungen zufolge begann der Vorfall möglicherweise mit dem gehackten Laptop eines Ingenieurs, der es einem Angreifer ermöglichte, sich Zugang zu einem der Systeme zu verschaffen und unberechtigte Abhebungen vorzunehmen.

Die Märkte reagierten im frühen asiatischen Handel umgehend. Der Bitcoin fiel um mehr als drei Prozent auf ein Sechs-Wochen-Tief von 76.368 Dollar und der Ether um mehr als drei Prozent auf ein Zwei-Monats-Tief von 2.178 Dollar. Der BNB-Token, mit dem Gebühren bei Binance bezahlt werden können, fiel in den vergangenen 24 Stunden um fünf Prozent. Die Aktien der Kryptobörse Coinbase Global gaben um 4,8 Prozent nach, während die des Bitcoin-Käufers Strategy im erweiterten US-Handel um fast sechs Prozent einbrachen.

„Es ist der größte Hack der Geschichte“, sagte Aravind Srinivasan, Leiter des systematischen OTC-Geschäfts beim Krypto-Marktmacher GSR. Analysten zufolge dürfte der Vorfall weitreichende Folgen haben. „Er könnte die Risikobereitschaft weiter dämpfen und Anleger dazu veranlassen, die Sicherheit von auf zentralisierten Börsen gehaltenen Vermögenswerten sowie die Risiken in Bezug auf Gegenparteien, Solvenz und Liquidität neu zu bewerten“, sagte Tim Sun, leitender Forscher bei der HashKey Group in Hongkong.

„Die Gelder der Nutzer sind sicher“, teilte Binance in einer Erklärung mit. „Als Vorsichtsmaßnahme werden alle Ein- und Auszahlungen vorübergehend ausgesetzt, während unsere Sicherheitsteams die Systeme überprüfen, die Wallet-Infrastruktur sichern und die betroffenen Vermögenswerte mit der engen Unterstützung unserer Partner aus Strafverfolgung und der Branche zurückverfolgen.“ Binance betreibt nach eigenen Angaben einen Sicherheitsfonds für Nutzer. Dabei handelt es sich um eine vollständig in Bitcoin gehaltene Reserve, die das Vermögen der Nutzer im Falle von Cyberattacken schützen soll.

Der Stablecoin-Emittent Tether teilte mit, er habe entsprechende Vermögenswerte im Wert von fast 1,57 Milliarden Dollar eingefroren, während Circle mehr als 800 Millionen Dollar sperrte. Das dem US-Präsidenten Donald Trump und seiner Familie nahestehende Krypto-Unternehmen World Liberty Financial teilte mit, es habe mit dem Krypto-Verwahrer BitGo zusammengearbeitet, um gestohlene Gelder festzusetzen. Binance-Mitbegründerin Yi zufolge wurden dabei 27 Millionen Dollar in Stablecoins und World-Liberty-Token im Wert von rund zwei Millionen Dollar gesichert. Das Krypto-Unternehmen Ripple fror ebenfalls Gelder im Wert von rund 200 Millionen Dollar ein, sagte Yi.

„Es wird immer schwieriger, Hackerangriffe abzuwehren, da KI Schwachstellen schneller finden kann, als sie behoben werden können“, sagte Bernardo Brites, Chef von Trace Finance, einem Unternehmen für Zahlungsinfrastruktur. „Meiner Ansicht nach werden sich die Nutzer von kleineren und mittleren Börsen abwenden, da es zu riskant wird, sein Geld an einem Ort zu parken, der die Verluste aus einem größeren Hackerangriff nicht abdecken könnte.“ Der Vorfall reiht sich in eine Serie von Krypto-Diebstählen ein. Im vergangenen Jahr stahlen Angreifer laut Forschern von TRM Labs bei fast 150 Angriffen Kryptowährungen im Wert von 2,9 Milliarden Dollar.

Quelle: ntv.de, are/rts

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