Die Absatzkrise in China lässt den Gewinn von BMW im dritten Quartal weiter einbrechen. Auch teure Abfindungen und das vorgezogene Aus älterer Modelle verhageln dem Münchner Autobauer die Bilanz.
BMW macht immer weniger Gewinn. Im dritten Quartal hat der Konzern nach Steuern 1,45 Milliarden Euro verdient, wie der Autohersteller mitteilte. Das waren knapp 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Zudem sind die Aussichten für das laufende vierte Quartal nach einer Gewinnwarnung am Dienstagabend schlecht.
Entscheidender Treiber für den Rückgang ist die Krise im China-Geschäft. Wie alle deutschen Hersteller leidet BMW darunter, dass der wichtigste Automarkt der Welt schrumpft und gleichzeitig von immer stärkerer Konkurrenz und heftigen Preiskämpfen geschüttelt wird. Auch BMW büßte dort rund ein Viertel seines Absatzes ein.
Die Münchner sind allerdings nicht so stark vom chinesischen Markt abhängig wie beispielsweise die VW-Tochter Audi. Zudem hatte der Konzern zumindest einen Teil der Rückgänge durch Zuwächse in Europa und den USA auffangen können, sodass der Absatz nur um 6,3 Prozent nachgab. Der Umsatz sank minimal langsamer um 5,8 Prozent auf 30,5 Milliarden Euro.
Schon die zweite Gewinnwarnung
Schon am Vorabend der Quartalszahlen hatte BMW eine Gewinnwarnung herausgegeben. Es war bereits die zweite innerhalb von nur fünf Monaten. Die Gewinn-Marge im Autogeschäft wird für das laufende Jahr nun zwischen minus 0,5 und plus 0,5 Prozent erwartet. Bisher lag die Prognose bei 1 bis 3 Prozent. Das bedeutet, dass das Unternehmen im Kerngeschäft Geld verlieren könnte. Schuld ist ausgerechnet der Erfolg des Sparprogramms, dessen Kosten – zusammen mit anderen Effekten – auf die Profitabilität drücken.
Das im Sommer angekündigte Programm war Anfang Oktober gestartet und nach nicht einmal drei Wochen bereits wieder geschlossen worden, weil das Interesse der Mitarbeiter, gegen eine oft deutlich sechsstellige Zahlungen das Unternehmen zu verlassen, überraschend groß war. Aus früheren Aussagen geht hervor, dass BMW mit gut einer Milliarde Euro an Kosten rechnete. Weitere Kosten entstehen dadurch, dass die Münchner ältere Modelle früher als ursprünglich geplant auslaufen lassen.
BMW-Finanzchef Walter Mertl bezeichnete die Belastungen als Investition in die Zukunft. „Geschwindigkeit ist bei unserer geplanten Neuausrichtung ein Erfolgsfaktor. Deshalb intensivieren wir noch in diesem Jahr die Maßnahmen für mehr Effizienz und schlankere Strukturen“, sagte er. „Damit wollen wir unsere künftigen Margen stärken.“ Auch Konzernchef Milan Nedeljkovic betonte die Bedeutung des Tempos: „Die Entwicklung in unserer Industrie erfordert konsequente Entscheidungen und schnelle Umsetzung. Wir werden daher strukturelle Maßnahmen gezielt intensivieren und beschleunigen.“
Schwieriges Schlussquartal
Auch die Erwartungen für den Absatz hat BMW gesenkt. Der Konzern geht jetzt von einem moderaten Rückgang aus – das entspricht 5 bis 9,9 Prozent. Bisher hatte der Ausblick hier von einem leichten Rückgang um 1 bis 4,9 Prozent gesprochen. Die Prognose für den Gewinn vor Steuern ließ BMW unangetastet. Hier geht der Konzern allerdings bereits seit der ersten Gewinnwarnung im Frühsommer von einem deutlichen Rückgang aus. Das wären mehr als 15 Prozent.
Mit seinem Ergebnis im dritten Quartal schneidet BMW minimal schlechter ab als Konkurrent Mercedes, der auf 1,52 Milliarden Euro Gewinn kam, allerdings sehr viel besser als Audi und VW.
BMW-Aktie verliert
Papiere von BMW hatten schon am Dienstagabend im nachbörslichen Handel verloren. Am Mittwochmorgen tendierten sie zum Handelsbeginn uneinheitlich.
