„Rockig, aber präzise“Gianna Nannini absolviert Triathlon mit 72
Sie wolle nicht einrosten, sondern fit bleiben, sagt Gianna Nannini. Und das auch mit 72 Jahren noch. Für ihr Ziel hat sie sich allerdings nicht gerade die leichteste Sportart ausgesucht: Die Sängerin hat sich dem Triathlon verschrieben.
Die italienische Rocksängerin Gianna Nannini hat mit 72 Jahren einen Triathlon absolviert. Bereits am 25. Oktober ging die Musikerin aus Siena auf Ibiza an den Start und legte 750 Meter schwimmend, 17 Kilometer auf dem Rad und fünf Kilometer laufend zurück, wie italienische Medien nun berichten.
Für die Herausforderung hatte sie die Hilfe eines prominenten Trainers: Alex Schwazer. Der italienische Leichtathlet holte bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking Gold über 50 Kilometer im Gehen.
Vor einigen Wochen gaben die beiden beim Festival dello Sport in Trient bereits einige Einblicke in ihre ungewöhnliche Zusammenarbeit. „Ich betrachte mich als Rock-Athletin“, sagte Nannini auf der Bühne. Nach einem Probetraining habe Schwazer zugesagt, sie zu betreuen. „Er hat mir beigebracht, mich vorzubereiten, und als er gesehen hat, wie ernst ich es meine, hat er verstanden, dass es mir wichtig ist.“
Schwazer selbst bezeichnete seinen Job als dankbar. „Wie in der Musik ist sie sehr methodisch, deshalb ist sie leicht zu trainieren“, erklärte er. Eher müsse man sie zeitweilen etwas bremsen als anspornen. Viel anstrengender sei es, jemanden zu begleiten, dem die Motivation fehle. Sein Rat: Man solle Sport so leben wie sie, „rockig, aber präzise“.
„Es tut mir gut“
Auf Ibiza bewies Nannini genau diese Mischung. Neben der Ausdauer kam es vor allem darauf an, die eigenen Kräfte über alle drei Disziplinen klug einzuteilen. Mit der Vorbereitung durch den Olympiasieger im Rücken erreichte die Sängerin das Ziel.
Einen Dämpfer gab es dennoch. Wegen eines Fehlers auf der Radstrecke wurde Nanninis Zeit nicht gewertet. Die Sängerin lässt sich davon für die Zukunft aber nicht entmutigen. Der Triathlon sei für sie ein Weg, nicht einzurosten und fit zu bleiben, sagt sie. „Ich werde noch mehr machen, es tut mir gut“, kündigte Nannini deshalb im Gespräch mit „Corriere della Sera“ an.
Schmerzen spüre sie keine, die Durchblutung werde besser. Und das Überqueren der Ziellinie? Das habe sich „wie eine Geburt“ angefühlt. Ein Erlebnis, mit dem Nannini durchaus vertraut ist: 2010 brachte sie im Alter von 56 Jahren ihre Tochter Penelope zur Welt. Die späte Schwangerschaft hatte damals für großes Aufsehen gesorgt.
Das Licht der Welt erblickt bald auch ihr neues Album. Ab kommenden Freitag ist „GiannaGold“ erhältlich, mit dem sie im kommenden Jahr auch durch Deutschland touren wird.
