Kein Boykott, aber …
Bundesregierung: Eishockey-WM soll in Deutschland stattfinden – ohne Russland
Die Bundesregierung will den Deutschen Eishockey-Bund bei der geplanten Ausrichtung der WM im kommenden Jahr unterstützen. Auch aus Sicht des Bundes ist das nur ohne Russlands Teilnahme realistisch.
Die Bundesregierung sucht nach einer Lösung, damit die Eishockey-Weltmeisterschaft im Mai 2027 weiterhin in Deutschland stattfindet. Wie Regierungssprecher Stefan Kornelius nach Gesprächen unter anderem mit dem Deutschen Eishockey-Bund (DEB) und dem Weltverband IIHF erklärte, will man beide Verbände entsprechend unterstützen. Offenbar soll auch auf einem diplomatischen Weg eine Lösung ohne die Teilnahme Russlands gefunden werden.
„Unser Ziel muss es sein, die Turniere wie geplant durchzuführen“, sagte Kornelius. „Das wäre angesichts der Boykotte bei Zulassung Russlands faktisch aber nicht möglich. Und deswegen wollen wir jetzt tatsächlich auf dem Gesprächsweg Möglichkeiten ausloten, wie wir das Turnier dennoch stattfinden lassen können.“
Bundesregierung gegen Boykott
Der Internationale Sportgerichtshof Cas hatte mit seinem Urteil, die seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine von der IIHF ausgesprochene Suspendierung russischer Teams von Weltmeisterschaften für 2027 wieder aufzuheben, für Unverständnis nicht nur in Deutschland gesorgt. Zahlreiche Nationen wie Weltmeister Finnland sowie Schweden, Norwegen, Dänemark, Lettland und Tschechien kündigten an, mögliche WM-Spiele gegen Russland zu boykottieren. WM-Sponsoren kündigten ihren Rückzug an, sollte Russland wirklich teilnehmen dürfen.
Der DEB hatte ebenfalls bezüglich eines Boykotts überlegt und erwägt, die gewonnene Ausrichtung der WM 2027 wieder zurückzugeben und sich dabei auch an die Bundesregierung gewandt. „Mir geht es darum, dass wir jetzt die Situation im Eishockeysport lösen. Die ist durch die Rückzugsankündigung vieler Verbände tatsächlich nun sehr belastet. Die Bundesregierung unterstützt den Deutschen Eishockey-Bund in seinem Bemühen, hier jetzt eine einvernehmliche Lösung herzustellen“, sagte Kornelius.
Verwendete Quelle: ntv.de
