Nach dem schweren Zugunglück in Spanien mit 69 Toten ermittelt die EU-Staatsanwaltschaft wegen möglichen Subventionsbetrugs. Im Fokus stehen Gelder für die Bahnsicherheit. Bereits nach einem Unglück im Januar gab es Ermittlungen.
Neun Tage nach dem schweren Zugunglück auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Sevilla ermittelt die Europäische Staatsanwaltschaft wegen möglichen Betrugs mit EU-Fördergeldern. Spanische Ermittler sichteten im Auftrag der Behörde Unterlagen beim staatlichen Schienennetzbetreiber Adif, der Eisenbahnsicherheitsagentur und dem Rechnungshof.
Im Mittelpunkt stehen EU-Mittel, die für die Modernisierung der Sicherheits-, Signal- und Kommunikationssysteme auf der in Spanien meistbefahrenen Hochgeschwindigkeitsstrecke vorgesehen waren. Die Ermittler prüfen, ob es bei deren Verwendung Unregelmäßigkeiten gab.
69 Tote bei Zugunglück im Oktober
Ende Oktober waren bei Urda südlich von Madrid zwei Züge zusammengestoßen. 69 Menschen kamen ums Leben. Nach bisherigen Erkenntnissen war das automatische Zugsicherungssystem ausgefallen. Zudem könnten fehlerhafte Anweisungen aus der Leitstelle zu dem Unglück beigetragen haben.
Bereits im Januar waren bei einer Kollision zweier Hochgeschwindigkeitszüge auf derselben Strecke nahe Adamuz in Andalusien 46 Menschen gestorben. Als wahrscheinliche Ursache gilt ein Schienenbruch. Auch nach diesem Unglück leitete die EU-Staatsanwaltschaft Ermittlungen wegen möglichen Subventionsbetrugs ein. Damals ging es um Fördermittel für die Erneuerung der Gleise.
