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VIP VIP, Hurra!: Geschmacklos bis aufs Blut!

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerNovember 6, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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VIP VIP, Hurra!Geschmacklos bis aufs Blut!

06.11.2026, 17:19 Uhr Von Verena Maria Dittrich
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Sorgte mit ihrem Halloween-Auftritt für reichlich Empörung.: Jessica Alba (Foto: IMAGO/UPI Photo)

Bei unseren Promis war diese Woche wieder ordentlich was los: Jessica Alba greift ins Klo, „Dirty Harry“ leckte einst Gesichter ab und denkt gar nicht dran, sich dafür zu entschuldigen, und die Kaulitz-Zwillinge lästern über Gottschalk. Zum Schluss geht’s nach Panama. Für immer.

„Das sind ja wohl nicht echte Maden!“, sagte ich am vergangenen Wochenende, als ich vor einem Halloween-Buffet stand und nicht so recht wusste, ob ich mir jetzt etwas auf den Teller laden oder lieber die Finger davon lassen sollte.

Ich war auf einer großen Halloween-Party eingeladen, bei der sich die Gastgeber wirklich alle Mühe gegeben hatten. Nicht nur die Deko war der Hammer, auch das Buffet konnte sich sehen lassen, wobei ich bei manchen Sachen erst mal genauer hinschauen musste, bevor ich mich traute, zuzugreifen. Zwischen all den aufwendig angerichteten Schweinereien lagen nämlich verdammt viele kleine Viecher, die alles andere als appetitlich aussahen.

Selbstverständlich war ich dem Anlass entsprechend kostümiert und fand, dass ich mich als Freddy Krueger durchaus sehen lassen konnte, natürlich inklusive rot-grün geringeltem Pullover, Hut und Krallenhandschuh. Auch die anderen Party-People hatten sich nicht lumpen lassen. Jason aus „Freitag der 13.“ pichelte in der Küche ein Bierchen, die Addams Family ließ am Herd nichts anbrennen und auf dem Weg ins Bad traf ich erst auf „Carrie“ und dann auf das langhaarige Gruselmädchen aus „The Ring“.

Es war also, Sie merken schon, geneigter Leser, auf dieser Party so ziemlich alles vertreten, was die Filmgeschichte an Albträumen hervorgebracht hat. Sogar der Uber-Fahrer, der uns im Morgengrauen heimfuhr, verfiel bei unserem Anblick in blankes Entsetzen.

Okay, okay, an Heidi Klums legendäre Halloween-Sause kam unsere Party natürlich nicht ran. Allerdings hatten wir bei aller Gruselei eines gemeinsam: Unsere Kostüme waren von Horrorfilmen inspiriert, während man in Hollywood offenbar auch ganz gern mal auf echte menschliche Tragödien zurückgreift. Und damit wären wir bei Jessica Alba.

Wenn das Blut nicht mehr lustig ist

Die hat dieses Jahr nämlich ordentlich ins Klo gegriffen. Die Schauspielerin erschien als ehemalige Eiskunstläuferin Nancy Kerrigan, mit blutverschmiertem Verband am Knie, während ihre Freundin als deren einstige Rivalin Tonya Harding einen Baseballschläger schulterte.

Wer sich an die Neunziger erinnert, weiß, dass Kerrigan 1994 Opfer eines brutalen Angriffs wurde. Auf die Idee, aus einer echten Gewalttat ein lustiges Kostüm zu machen, muss man allerdings auch erst mal kommen!

Im Netz fand man die Sache erwartungsgemäß alles andere als komisch, und so löschte Alba die entsprechenden Fotos schnell wieder von ihrem Instagram-Account. Wobei man in Hollywood inzwischen ja fast die Uhr danach stellen kann, dass spätestens am 1. November wieder jemand wegen seines Kostüms durchs Internet geprügelt wird.

Julia Fox, Ex-Freundin von Kanye West, hatte es im vergangenen Jahr getroffen. Sie verkleidete sich als Jackie Kennedy, ausgerechnet aber mit jener Szene, deren Bilder am 22. November 1963 um die Welt gingen: Die Präsidentengattin saß damals neben ihrem Mann im offenen Wagen, als dieser erschossen wurde. Fox trug ein rosa Kostüm, das dem von Jackie Kennedy nachempfunden war, und hatte es mit Blut beschmiert. Selbst Jack Schlossberg, ein Enkel Kennedys, machte seinem Ärger über diese Geschmacklosigkeit Luft. Fox erklärte daraufhin, ihre Verkleidung sei ein Statement über die außergewöhnliche Tapferkeit der damaligen First Lady gewesen. Schon klar!

„So war das damals!“

Wie viel Empörung darf’s denn sein? Und wer entscheidet eigentlich, wann ein Scherz keiner mehr ist? Harald Schmidt jedenfalls hat mit dieser ganzen Empörerei herzlich wenig am Hut. Der wurde jetzt in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehen auf eine Szene angesprochen, für die man heute wahrscheinlich mindestens drei Entschuldigungen verlangen würde.

1996 saß Verona Pooth, damals noch Feldbusch, bei ihm in der Sendung und fragte, was er wohl machen würde, wenn sie ihn plötzlich küsste. Schmidt antwortete auf seine Weise und leckte ihr kurzerhand übers ganze Gesicht. Heute wird darüber wieder diskutiert. Schmidt selbst versteht die ganze Aufregung nicht. „So war das damals. Da gibt es nichts zu entschuldigen oder zu korrigieren“, sagte „Dirty Harry“. Und auch auf die Frage, ob er sich heute anders verhalten würde, antwortete er gewohnt rotzfrech: „Natürlich nicht.“

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Er bereut nichts: Harald Schmidt leckt Verona Feldbusch in der „Harald Schmidt Show“ an. (Foto: Getty Images)

Schmidt war noch nie dafür bekannt, dass er sich darum schert, ob ihn alle mögen. Während sich andere Promis schon vorsorglich entschuldigen, bevor überhaupt jemand beleidigt ist, trägt der inzwischen 69-Jährige auch die Bezeichnung „alter weißer Mann“ wie einen Orden. Über seinen langjährigen Fernsehkollegen Thomas Gottschalk, der mit derartigen Debatten Schwierigkeiten hatte, sagt er: „Er war Tommy Everybody’s Darling, ich bin Dirty Harry.“

Tommy hat leider schon etwas vor

Und damit sind wir auch schon bei dem Mann, über den in dieser Woche wieder ordentlich gelästert wurde. Am 5. Dezember übernehmen Bill und Tom Kaulitz bekanntlich erstmals die Moderation von „Wetten, dass..?“. Die Zwillinge sind bester Dinge, nur einer wird sich das Spektakel offenbar nicht anschauen: Thomas Gottschalk persönlich. Seine Frau Karina ließ wissen, dass man an diesem Abend leider nicht zu Hause sei.

„Muss ja auch jemanden geben, der es nicht guckt“, frotzelte Tom im gemeinsamen Podcast mit seinem Zwillingsbruder. Der wiederum wunderte sich darüber, dass man bereits anderthalb Monate im Voraus wisse, ausgerechnet an diesem Abend verhindert zu sein.

Ich würde ja zu gern wissen, ob Gottschalk an diesem Abend nicht doch irgendwann heimlich aufs Handy schielt, um zu sehen, wie sich seine Nachfolger so schlagen. Der Andrang ist jedenfalls gewaltig, die Karten für die Show wurden wegen der riesigen Nachfrage sogar verlost. Nur muss man die ganzen Leute dann auch noch vor den Fernseher kriegen! Bei Gottschalks letzter Ausgabe waren es 2023 immerhin fast 13 Millionen. Ob die Kaulitz-Zwillinge da mithalten können? Egal, heute gelten ja schon drei oder vier Millionen Zuschauer als „riesiger Erfolg“.

Promis und wahre Künstler

Apropos Erfolg: Offenbar gibt es auch schon ordentlich Gerangel um die begehrten Plätze auf der berühmten Couch. Wie die Zwillinge nämlich außerdem ausplauderten, soll ihnen ein Sänger seit Wochen auf den Keks gehen, weil er unbedingt eingeladen werden möchte. Das ginge sogar so weit, dass er die beiden immer wieder privat anschreibt. Darauf Bill: „Junge, du wirst es nicht schaffen zu ‚Wetten, dass..?‘! Wie oft willst du noch fragen?“

Überhaupt gebe es eine Liste mit Künstlern, die man nicht besonders leiden könne. Zu dem hartnäckigen Sänger sagte Bill: „Ich mag den eh nicht.“ Ich hoffe jedenfalls, dass sich die Zwillinge bei ihrer Gästeliste nicht nur auf ihre eigene Promi-Blase beschränken. Schließlich war „Wetten, dass..?“ auch deshalb so erfolgreich, weil dort Leute aufeinandertrafen, die sich sonst nie begegnet wären.

Bei all dem Gerangel um Aufmerksamkeit ging in dieser Woche beinahe unter, dass sich einer verabschiedet hat, der ganz ohne Promi-Gehabe ganze Generationen begeistert hat: Janosch. Der Mann, der uns die Tigerente, den kleinen Tiger und den kleinen Bären geschenkt hat, starb im Alter von 95 Jahren auf Teneriffa.

Mehr als 150 Bücher hat er geschaffen, seine Werke wurden in rund 40 Sprachen übersetzt, und mit „Oh, wie schön ist Panama“ dürfte er Millionen Kinder glücklich gemacht haben. Der kleine Tiger und der kleine Bär werden jedenfalls auch weiterhin nach Panama reisen. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass noch viele Kinder mit ihnen aufbrechen werden. Mach’s gut, Janosch!

Quelle: ntv.de

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