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Startseite»Nachrichten»Abwanderung ins Ausland: Tausende deutsche Patente sind in chinesischer Hand
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Abwanderung ins Ausland: Tausende deutsche Patente sind in chinesischer Hand

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 2, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Abwanderung ins AuslandTausende deutsche Patente sind in chinesischer Hand

In vielem ist Deutschland inzwischen abgehängt: Die voll automatisierte Produktion in einem PV-Glasunternehmen in der chinesischen Provinz Guizhou Tianying. (Foto: picture alliance/dpa/XinHua)

Eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft zeigt: Fast jede dritte in Deutschland entwickelte Erfindung gehört einem ausländischen Eigentümer. Besonders hoch ist die Patent-Abwanderung in einer Sparte.

China hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten einer Studie zufolge Tausende in Deutschland entwickelte Patente übernommen. Insgesamt seien es mehr als 11.300, wie aus einer Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hervorgeht. Um die Jahrtausendwende seien fast keine deutschen Patente in chinesischer Hand gewesen.

Insgesamt gehört den Angaben nach bereits fast jede dritte in Deutschland entwickelte Erfindung einem ausländischen Eigentümer. Knapp ein Drittel davon entfällt auf die USA, rund elf Prozent auf die Schweiz. Besonders hoch ist die Patent-Abwanderung im Maschinenbau: Dort sei die Zahl der Patentanmeldungen von 3300 im Jahr 2000 auf 4300 im Jahr 2022 gestiegen. „Doch ausgerechnet hier greift China mit am stärksten zu“, hieß es. Prominentestes Beispiel sei der Augsburger Industrierobotik-Hersteller Kuka, den der chinesische Midea-Konzern 2016 übernommen hatte.

„Auch deutsche Konzerne halten im Ausland Patente. Das gehört zum normalen Wettbewerb“, sagte IW-Experte Oliver Koppel. Allerdings lenke China Übernahmen im Westen geostrategisch – während der eigene Markt für ausländische Investoren durch Negativlisten, Sicherheitsüberprüfungen und Protektionismus weitgehend verschlossen bleibe. „Das ist ein Ungleichgewicht“, kritisierte Koppel. Europa müsse genauer prüfen, wohin strategisch relevante Technologien abwandern.

Zwischen 2000 und 2022 haben deutsche Erfinder der Studie zufolge mehr als 650.000 transnationale Patente angemeldet – also Patente, die in mehreren Ländern geschützt sind und als international wichtige Innovationen gelten. 189.000 davon (29 Prozent) gehören inzwischen Eigentümern im Ausland.

Heimische Innovationskraft schwächelt

Die heimische Innovationskraft schwächelt der Auswertung zufolge. Deutschlands Weltmarktanteil an transnationalen Patentanmeldungen sank demnach von 22 Prozent im Jahr 2000 auf 15 Prozent im Jahr 2022. Ein wesentlicher Grund dafür sei, dass Deutschland zu wenig in Forschung und Entwicklung investiere. Im Jahr 2000 lag die Bundesrepublik weltweit auf Platz drei – mit doppelt so hohen Ausgaben wie China. Bis 2021 rutschte sie auf Platz sechs ab, so das IW. 

China habe seine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung seither verzwanzigfacht. Weil Patentanmeldungen erst nach einer gesetzlichen Frist von 18 Monaten offengelegt werden, ist 2022 das jüngste Jahr, für das vollständige Daten vorliegen, erklärte das IW zu seiner Patentdatenbank.

Quelle: ntv.de, ghö/rts

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