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Startseite»Nachrichten»Adios, Alonso?: Der Abschied des Altmeisters rückt näher
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Adios, Alonso?: Der Abschied des Altmeisters rückt näher

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 12, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Adios, Alonso?

Der Abschied des Altmeisters rückt näher

Fernando Alonso fuhr schon in der Formel 1, als viele heutige Konkurrenten noch gar nicht geboren waren. Jetzt deutet sich sein Abschied aus der Motorsport-Königsklasse an.

Fernando Alonso genoss die lautstarken Gesänge. „Oh, Fernando Alonso, oh, Fernando Alonso“, skandierten die spanischen Formel-1-Fans zur Melodie von „Seven Nation Army“ und huldigten ihrem Idol. Die Szene auf der Fan-Bühne am Circuit de Barcelona-Catalunya hatte viel von einem endgültigen Adiós.

Die Formel 1 ohne Alonso? Was sich schon lange andeutet, wird tatsächlich immer konkreter – wohl spätestens Ende 2027. „Es wird ein besonderes Wochenende werden, wahrscheinlich mein letztes Rennen in Barcelona in der Formel 1. Ich werde nicht konkurrenzfähig sein und es in Q1 nicht weit bringen, aber hoffentlich können alle das Wochenende genießen“, sagte Alonso selbst an diesem sonnigen Tag vor der Qualifikation am Samstag (15.30 Uhr/Sky und RTL) und dem siebten Saisonlauf am Sonntag (15.00 Uhr/Sky) in seiner Heimat Spanien.

Ein letztes Rennen in Barcelona

Der Asturier, der am 29. Juli stattliche 45 Jahre alt wird und bei Aston Martin nur noch einen Vertrag bis zum Saisonende besitzt, hat dazu eine einfache Rechnung aufgemacht. Da Barcelona nach dieser Saison seinen festen Platz im Rennkalender verliert und sich künftig mit dem Grand Prix von Belgien in Spa-Francorchamps abwechselt, was die nächste Auflage in Kataloniens Hauptstadt erst wieder 2028 stattfinden lässt, wird es kaum ein weiteres Wiedersehen geben. „Ich glaube, es ist mein 23. Mal hier und jedes Mal war es magisch. Ich hoffe, diesmal wird es genauso“, sagte Alonso.

Wie Antonelli fährt, „nervt Gegner natürlich unglaublich“

Der Kurs nordöstlich von Barcelona in Montmeló wird für den zweimaligen Weltmeister auf ewig besonders bleiben. Seinen letzten von insgesamt 32 Grands Prix gewann Alonso 2013 im Ferrari genau hier. Dass im lahmen Aston Martin für Alonso nun ein weiterer Sieg hinzukommt, ist quasi ausgeschlossen.

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„Für mich ist es am schwersten, keine Rennen zu gewinnen und nicht konkurrenzfähig zu sein“, räumte der ewig ehrgeizige Alonso ein. „Ob dies nun das letzte Mal ist oder nicht, spielt keine allzu große Rolle – ich bin mit meiner Karriere im Reinen. Ich habe viel mehr erreicht, als ich mir als Kind je erträumt hätte.“

Hype in Spanien immer größer

Der Steuerkünstler aus Oviedo ist mittlerweile selbst Vater eines Jungen. Seit seinem Debüt 2001 in der Formel 1 – acht seiner aktuellen Konkurrenten waren da noch gar nicht geboren – hat er eine Begeisterungswelle in Spanien ausgelöst, die in diesen Ausmaßen unbekannt war. Mit seinen Weltmeistertiteln im Renault 2005 und 2006, die Michael Schumachers WM-Dominanz beendeten, brach endgültig eine „Alonsomanía“ aus.

„Als ich anfing, gab es nicht viel Interesse an der Formel 1“, erinnerte sich Alonso. „Es wurde nicht einmal viel im Fernsehen übertragen, meine Eltern sahen meine Rennen auf einem deutschen Sender. Als ich dann anfing, gute Ergebnisse zu erzielen, schien es, als hätte das ganze Land diesen Sport für sich entdeckt und liebte ihn sogar.“ Ein Mann, ein Hype.

„Als Fernando begann, Erfolge einzufahren, war das wie eine Explosion“, erinnerte sich sein Landsmann und Aston-Martin-Botschafter Pedro de la Rosa. „Plötzlich interessierten sich die Leute nicht nur für die Formel 1, sie waren verrückt danach. Sie wurden zu Fanatikern.“

Noch keine Entscheidung getroffen

So begnadet Alonso am Steuer war, so zielsicher schlug er Karrierewege ein, die ihn an weiteren WM-Titeln vorbeiführten. Sein Wechsel zu McLaren 2007 etwa – ein Reinfall. Während seines einjährigen Intermezzos führte er das englische Traditionsteam an den Rand des Zusammenbruchs. Er überwarf sich mit seinem damaligen Stallrivalen Lewis Hamilton und spielte dem Automobil-Weltverband FIA in einer Spionage-Affäre Insider-Informationen zu. McLaren wurde wegen des Besitzes geheimer Ferrari-Daten zu 100 Millionen Dollar Strafe verdonnert, der Spitzel flüchtete zu Renault.

Nach zwei Jahren verabschiedete sich Alonso und wollte Ferrari auf den Gipfel zurückführen – auch daraus wurde nichts. 2010, 2012 und 2013 wurde er WM-Zweiter – jedes Mal geschlagen von Sebastian Vettel im Red Bull. Über McLaren, eine zweijährige Auszeit und Alpine landete Alonso dann als Nachfolger des Deutschen schließlich 2023 bei Aston Martin.

Eine endgültige Entscheidung über seine weitere Zukunft hat er noch nicht getroffen. „Nach dem Sommer entscheide ich, ob ich weitermache oder nicht“, kündigte Alonso an. „Konkrete Pläne“ habe er noch nicht.

Alonso will aber weiter Rennen fahren, wie er vor einigen Wochen noch beteuert hat. „Wenn es nicht die Formel 1 ist, werde ich bei der Rallye Dakar antreten.“ 2020 war er bei seinem Debüt in der Wüste sogar ausgezeichneter 13. geworden. Der Motorsport lässt ihn nicht los.

Verwendete Quellen: Martin Moravec, dpa

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