Auch Nahost-Sorgen drücken KurseZinsangst sucht die Wall Street heim
Vergeblich hofft die Wall Street auf ein baldiges Ende des Iran-Krieges. Nach der harten Ansage des iranischen Präsidenten vor den Vereinten Nationen rechnen US-Anleger inzwischen mit einem zweiten Zinsschritt der Fed im Oktober.
Sorgen vor weiter steigenden Zinsen sowie geopolitische Spannungen haben der Wall Street zur Wochenmitte Kursverluste eingebrockt. Zudem zogen Kursverluste bei Tech-Konzernen wie Alphabet und Amazon die Indizes nach unten.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,7 Prozent tiefer auf 51.511 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab 0,75 Prozent auf 7706 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,1 Prozent auf 26.936 Punkte. LSEG-Daten zufolge wird der S&P 500 derzeit mit dem knapp 19-fachen der erwarteten Gewinne gehandelt, der niedrigsten Bewertung seit 2023.
Für Verunsicherung sorgte weiter der Konflikt zwischen den USA und dem Iran. Der iranische Präsident Masud Peseschkian erklärte vor den Vereinten Nationen, Teheran werde sich dem Druck der USA niemals beugen. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump dem Iran erneut gedroht und erklärt, er könne das Land „auslöschen“. In der Folge stiegen die Ölpreise um fast vier Prozent, was dem Energiesektor im S&P 500 Auftrieb gab. „Der Aktienmarkt wünscht sich eine Lösung des Nahost-Konflikts“, sagte Lauren Cassidy, Chefinvestorin bei Founders 100 ETF. „Wenn wir diese nicht bekommen, werden wir länger mit höheren Zinsen leben müssen, und das wird den Aktienmarkt weiter belasten.“
Fed signalisiert weiteren Zinsschritt
Gleichzeitig trieben starke US-Konjunkturdaten die Renditen von Staatsanleihen in die Höhe. Die Geschäftsaktivität in den USA erreichte im September den höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Die Renditen zweijähriger Papiere stiegen auf den höchsten Wert seit 2024, die der zehnjährigen auf den höchsten Stand seit 2007. Dies schürte Erwartungen, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen auf ihrer Oktober-Sitzung anheben wird. Fed-Gouverneur Michael Barr signalisierte, dass weitere Zinsschritte nötig sein dürften, da die Inflation über dem Zielwert von zwei Prozent liege. Dem FedWatch-Tool der CME Group zufolge preisen Händler die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im kommenden Monat nun mit 71 Prozent ein.
Mit Spannung blicken Anleger nun nach Washington. Dort empfängt Trump den chinesischen Präsidenten Xi Jinping zu einem dreitägigen Besuch. Dabei soll es unter anderem um die Verlängerung des Burgfriedens im Handel, KI-Regulierung und US-Waffenverkäufe an Taiwan gehen.
Alphabet und Amazon schwach
Bei den Einzelwerten standen Technologiekonzerne im Fokus. Die Aktien der Google-Mutter Alphabet fielen um 3,8 Prozent. Amazon gaben um 2,2 Prozent nach. Der Online-Händler hatte zuvor den neuen KI-Assistenten „Muse“ des Konkurrenten Meta auf seiner Plattform blockiert. Meta-Papiere stiegen dagegen um ein Prozent und bauten ihren Wochengewinn auf zwölf Prozent aus. Analysten zufolge könnte der gut aufgenommene KI-Assistent „Muse“ Anbietern von Technologie-Infrastruktur zugutekommen, während er für Banken und Online-Händler eine Herausforderung darstelle.
Der Halbleiterindex verlor 1,2 Prozent, wobei Nvidia 1,5 Prozent einbüßten. Die Papiere von Expedia und Airbnb gaben um jeweils mehr als sieben Prozent nach.
Abseits der Technologiewerte sackten die Aktien des Personaldienstleisters Paychex um 8,8 Prozent ein, nachdem der Umsatz im wichtigsten Geschäftsbereich die Erwartungen verfehlt hatte. Die Papiere der Restaurantkette Cracker Barrel legten nach überraschend guten Verkaufszahlen um 4,5 Prozent zu.
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