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Aufgepumpt mit Testosteron : Trumps „Kriegsminister“ bastelt sich seine Super-Kämpfer

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 18, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Aufgepumpt mit Testosteron Trumps „Kriegsminister“ bastelt sich seine Super-Kämpfer

18.09.2026, 19:31 Uhr Von Lukas Märkle
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Hegseth beim Bankdrücken. (Foto: REUTERS)

US-Verteidigungsminister Hegseth baut seit Amtsantritt das Militär der Vereinigten Staaten um. Alles soll dem von ihm propagierten „Krieger-Ethos“ unterworfen werden – inklusive Testosteron-Verabreichungen.

Pete Hegseth hat ein klares Bild des idealen Soldaten vor Augen: „Spitzenklasse in Sachen Tödlichkeit“ sollen diese sein. Bei seiner Rede zur „Lage der Streitkräfte“ („State of the Force“) Ende September will er nur Militärangehörige sehen, die seinen körperlichen Anforderungen entsprechen. Passend zur eigenen Darstellung als muskulösem, fitten und vor allem männlichen Verteidigungsminister.

Hegseth ordnete gegenüber seinem Militär per Mail an, dass nur große, durchtrainierte Soldaten bei der Veranstaltung zugegen sein sollen, wie das „Wall Street Journal“ berichtet. Hegseth schreitet dabei weiter auf seinem Feldzug gegen „fette Generäle“ und Soldaten voran, den er bereits kurz nach Amtsantritt begann. Statt „wokem Müll“ will er einen „Krieger-Ethos“ bei den Streitkräften etablieren. „Auch wenn wir massiv in unsere Waffensysteme, Plattformen und Ausrüstung investieren, wird unser entscheidender taktischer Vorteil immer der einzelne Soldat sein“, propagierte Hegseth bereits im vergangenen Jahr.

Passend dazu sollen im Rahmen der Rede ausgewählte Soldaten gemeinsam mit dem Verteidigungsminister trainieren. Ein inzwischen bekanntes Ritual. Hegseth zeigt sich immer wieder beim Sport auf US-Stützpunkten: Liegestützen, Gewichte stemmen oder Jogging-Einheiten mit Soldaten stehen auf dem Programm. Anschließend werden die Workouts der Anhängerschaft auf Social Media präsentiert.

Für seine „State of the Force“-Ansprache führt er auch seine Kampagne gegen Bartträger fort. Die anwesenden Soldaten sollen eine „makellose“ Haar- und Bartpflege vorweisen. Damit zielt der Pentagon-Chef speziell auf Militärangehörige ab, die aus religiösen oder medizinischen Gründen eine Ausnahmegenehmigung haben, um einen Bart tragen zu dürfen. Dies betrifft unter anderem Juden, Muslime oder Sikhs. Hegseth sind diese Regelungen ein Dorn im Auge.

Hegseth entgeht Amtsenthebungsverfahren

Doch der Verteidigungsminister steht auch selbst unter Druck. In dieser Woche entging er nur knapp einer Abstimmung über die Einleitung eines Amtsenthebungsverfahrens. Den überraschenden Vorstoß hatte der republikanische Rebell Thomas Massie ins Repräsentantenhaus eingebracht. Die Kongresskammer verabschiedete sich allerdings bereits am Mittwoch und damit einen Tag früher als geplant in eine Sitzungspause bis nach den Midterms am 3. November. Die für Donnerstag angesetzte Abstimmung gegen Hegseth entfiel. Antragssteller Massie vermutet einen direkten Zusammenhang zwischen dem anvisierten Verfahren und der vorzeitigen Sitzungspause.

Parallel zu den Entwicklungen im Kongress treibt Hegseth auch seine Pläne für den gezielten Einsatz von Testosteron bei US-Soldaten voran. Mit einer am Donnerstag veröffentlichen Richtlinie macht der „Kriegsminister“ sein Anfang des Sommers angekündigtes Vorhaben offiziell: Soldaten über 30 Jahren werden fortan jährlich auf ihren Testosteronspiegel hin untersucht.

Ist der Wert zu niedrig, soll anschließend künstlich nachgeholfen werden – wenn die betroffenen Männer das wollen. Beobachter bezweifeln allerdings, die Freiwilligkeit der Maßnahme, da sich die Soldaten aus Furcht vor Nachteilen innerhalb der Truppe zu dem Eingriff gedrängt fühlen könnten.

Erektionsstörungen, vermindertes sexuelles Verlangen, unerklärlicher Verlust an Muskelmasse oder Zunahme an Körperfett werden als Symptome genannt, die auf einen niedrigen Testosteronspiegel hinweisen können. Aber auch depressive Verstimmung, geringe Motivation, Schlafstörungen, Konzentrations- oder Gedächtnisstörungen.

Frauen bleiben vorerst außen vor

Jüngere Männer sollen in die Maßnahme ebenfalls einbezogen werden. Für Soldaten unter 30 Jahren könne die Untersuchung auf eigenen Wunsch erfolgen, oder wenn „der untersuchende Arzt klinische Anzeichen feststellt“.

„Durch die proaktive Erkennung und Behandlung suboptimaler Hormonspiegel investiert das Ministerium weiterhin in die Gesundheit seiner Soldaten, stärkt deren Leistungsfähigkeit und maximiert die Einsatzbereitschaft der Streitkräfte“, erklärte Pentagon-Sprecher Sean Parnell. So soll eine „schlagkräftige Kampftruppe“ entstehen, die „bereit ist, das Schlachtfeld zu beherrschen und durch Stärke Frieden zu schaffen“.

Ob dies der Gesundheit der Soldaten zuträglich ist? Experten haben Zweifel. Sie warnen davor, dass Testosteron bei unsachgemäßer Verschreibung das Risiko einer Unfruchtbarkeit erhöhen oder andere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen könnte.

Frauen werden in die hormonellen Untersuchungen nicht einbezogen. Vorerst zumindest. Damit wolle man sich zu einem späteren Zeitpunkt befassen, heißt es in der Pentagon-Erklärung.

An anderer Stelle nahm Hegseth Soldatinnen bereits direkt ins Visier. In seinem Kulturkampf gegen das durch die Demokraten angeblich „woke“ gewordene Militär schaffte er die unterschiedlichen Fitnessstandards für Soldatinnen und Soldaten ab. Kritiker warfen ihm vor, mit der Maßnahme Frauen aus Teilen der Streitkräfte drängen zu wollen. Damit scheint er aber zumindest beim Marine Corps wenig erfolgreich zu sein. Bei der Marineinfanterie absolvierten 90 Prozent der 400 weiblichen Marines auch die neuen Fitnesstests erfolgreich und übertrafen mitunter die Erwartungen. Mit diesen Leistungen wären sie eigentlich Anwärterinnen für eine Teilnahme bei Hegseths „State of the Force“-Show.

Quelle: ntv.de

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