Bayern-Duo fürs DFB-Team?
„Pietätlose“ Frage zu Kimmichs Rolle geht Klopp gegen den Strich
Joshua Kimmich fehlt dem FC Bayern wegen eines Trauerfalls in der Familie gegen den FC Arsenal. In der Halbzeitpause wird Jürgen Klopp dennoch nach der Rolle des Sechsers in der DFB-Elf gefragt. Dem Bundestrainer geht das an die Nieren.
Jürgen Klopp hat Joshua Kimmich den Rücken gestärkt und versucht, ein erneutes Aufflammen über die künftige Rolle des DFB-Kapitäns in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft abzuwürgen. „Jo Kimmich ist ein überragender Mittelfeldspieler, der in diesem Team immer einen Platz haben wird, also in unserem Team immer einen Platz haben wird“, sagte der Bundestrainer in der Halbzeitpause des Champions-League-Spiels zwischen dem FC Bayern und dem FC Arsenal bei DAZN.
Vorausgegangen war eine Frage von Michael Ballack, wie Klopp das von Vincent Kompany gegen die Londoner aufgebotene Mittelfeld-Duo Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof bewerte – beide sind auch Kandidaten für das DFB-Zentrum und somit Herausforderer von Platzhirsch Kimmich. Pavlovic und Bischof seien „Top-Partner, die können überragend zusammenspielen“, antwortete Klopp, fügte aber sogleich hinzu: „Aber das heißt nicht, dass es nicht auch mit Jo Kimmich funktioniert oder mit Mika Bauer oder mit Yannick Engelhardt. Die haben das auch richtig gut gemacht.“
Die Themensetzung in der Halbzeitshow fand Klopp allerdings völlig unangemessen. An so einem Tag nach Pavlovic und Bischof gefragt zu werden, sei „absolut pietätlos, wenn wir da jetzt drüber reden, weil wir können das ja nicht machen, und dann anschließend wird ein Kimmich-Thema draus gemacht“, kritisierte der 59-Jährige: „Jo hat heute ganz andere Themen.“ Kimmich fehlte den Bayern wegen eines Trauerfalls, sein Vater Berthold war im Alter von nur 57 Jahren plötzlich verstorben.
Klopp guckt sich Tresoldi und Füllkrug an
Nach Klopps Debüt war eine Debatte über die Rolle Kimmichs im DFB-Team entbrannt. Der Trainer hatte seinen Kapitän nur für zwei der vier Nations-League-Spiele nominiert, obwohl Kimmich gerne bei allen dabei gewesen wäre. Von den Altvorderen meinte zuletzt Torwart-Legende Oliver Kahn, dass Kimmich in der Nationalelf nicht mehr unbedingt im defensiven Mittelfeld gesetzt sei.
Klopp bezog auch Stellung zu zwei möglichen Angreifern, die das Sturmproblem im DFB-Team lindern könnten. Er habe sowohl den formstarken U21-Nationalspieler Nicolò Tresoldi von Club Brügge als auch Werder-Oldie Niclas Füllkrug auf dem Schirm, so der DFB-Coach. „Wir gucken ja alle, wir sind ja nicht doof“, sagte Klopp. „Wir gucken Brügge zu und natürlich gucken wir Bremen zu.“ Tresoldi, der sich in Sachen A-Nationalmannschaft noch nicht zwischen Deutschland und seinem Geburtsland Italien entschieden hat, sehe er „ganz viel Entwicklungspotenzial“.
Eine Rückkehr Füllkrugs in die Nationalmannschaft schloss Klopp nicht aus, deutete aber an, dass der 33-Jährige in der langfristigen Planung eher keine Rolle spielt. „Niclas Füllkrug schießt in der Bundesliga ein Tor nach dem anderen, aber ist 33. Das ist nicht meine Schuld“, sagte Klopp. Gefragt, ob der Routinier nicht mehr in die DFB-Elf passe, antwortete er: „Wir haben eine Gegenwart, eine mittelfristige Zukunft und eine langfristige Zukunft. In der Gegenwart kann es natürlich funktionieren, mittelfristig unter Umständen auch. Langfristig, ja, also da müssen wir jetzt mal sehen …“
Verwendete Quellen: ntv.de, mar
