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Bessere Technik, abgespeckte App: So gut ist das neue Hantel-System Bowflex SelectTech 52

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 28, 2026Keine Kommentare6 Minuten Lesezeit
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Bessere Technik, abgespeckte AppSo gut ist das neue Hantel-System Bowflex SelectTech 52

28.08.2026, 17:21 Uhr Von Klaus Wedekind
Bowflex SelectTech 52 Test (1 von 10)
Schwere Kaufentscheidung: Die unverbindliche Preisempfehlung für ein Paar ist knapp 600 Euro. (Foto: kwe)

Bowflex SelectTech 52 ist ein schlaues Kurzhantel-System, das in einem kompakten Design 15 einzelne Gewichtssätze ersetzt. Mit mehr Metall und einem optimierten Design stellt es gegenüber dem Vorgänger eine technische Verbesserung dar. Die App-Unterstützung hat dagegen stark nachgelassen – hoffentlich nur vorerst.

Mit Kurzhanteln kann man effektiv auf kleinem Raum trainieren. Allerdings benötigen die Geräte selbst einigen Platz, und wenn man nur zwei Stangen hat, muss man ständig Gewichte auf- und ablegen. Beim Bowflex SelectTech 52 ist das ganz anders. Denn dabei handelt es sich um ein System, das kaum mehr Raum benötigt, als eine einzelne Hantel, aber 15 Gewichtssätze von zwei bis 24 Kilo ersetzen kann. Genau genommen ist es eine optimierte Neuauflage des Bowflex SelectTech 552i, das ntv.de vor mehr als zweieinhalb Jahren testete.

Der Nachfolger bereitet bei der Handhabung noch mehr Vergnügen, aktuell hält aber die begleitende App nicht, was der Hersteller verspricht, egal, welche Hantel-Generation man stemmt oder zieht. Außerdem ist ein Set bestehend aus zwei Systemen mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von rund 600 Euro teuer.

Neuer Look, mehr Metall

Auf den ersten Blick hat sich bis auf den Wechsel von roten zu grauen Farbakzenten nichts getan. Doch der Eindruck täuscht. Die neue Generation hat ein Innenleben aus Metall statt aus Kunststoff. Zum einen ist das Hantel-System dadurch besser vor Verschleiß geschützt. Der Vorgänger, der bei ntv.de seit zweieinhalb Jahren mehrmals pro Woche zum Einsatz kommt, zeigt zwar noch keine spürbaren Abnutzungsprobleme. Aber so sind die Bowflex-Gewichte ähnlich haltbar wie konventionelle Hanteln, die eigentlich nie kaputtgehen.

Bowflex SelectTech 52 Test (4 von 10)
Die Scheiben der Mechanik sind beim neuen System (links) nicht nur aus Metall, sondern auch anders geformt. (Foto: kwe)

Kurzfristig ist wahrscheinlich wichtiger, dass sich das SelectTech 52 bei der Handhabung noch hochwertiger anfühlt. Das liegt an der Funktion des Systems: Man dreht Räder an beiden Enden, wodurch sich beim Anheben der Stange nur die für das eingestellte Gewicht benötigten Scheiben mit ihr aus der Halterung lösen. Speziell, das Geräusch wirkt wertiger, eben metallisch. Aber auch beim Drehen der Mechanik spürt man einen feinen Unterschied.

Besseres Gefühl

Zusätzlich hat Bowflex die Form der Gewichtsscheiben verändert. Am auffälligsten ist, dass sie einen kleineren Außendurchmesser haben, dafür aber etwas dicker geworden sind. Daraus resultiert auch, dass ein Set insgesamt kompakter wirkt, aber etwas länger als der Vorgänger ist.

Bowflex SelectTech 52 Test (5 von 10)
Links ein 552i-Gewicht, rechts die entsprechende Scheibe des Nachfolgers. (Foto: kwe)

Laut Bowflex soll die Anpassung nicht nur eine größere Ähnlichkeit zu klassischen Hanteln ergeben, sondern auch zu einem natürlicheren, ausbalancierten Trainingsgefühl führen. Das ist tatsächlich der Fall, man „wackelt“ besonders beim Stemmen weniger. Einen wirklich großen Unterschied macht es aber nicht.

Alte Nachteile bleiben

Bei höheren Gewichten liegen auch die Vorgänger-Hanteln gut in der Hand. Je weniger man auflegt, desto größer wird das Missverhältnis zwischen Größe und Gewicht. Bei zwei Kilo hält man nur noch den Griff, der im Vergleich zu einer entsprechenden Hantel ziemlich groß ist. Unverändert ist auch, dass man gelegentlich ein leichtes Klappern wahrnimmt, da die Gewichte bedingt durch die Systemtechnik etwas locker sitzen.

Bowflex SelectTech 52 Test (2 von 10)
Bei zwei Kilo hält man nur die Stangen in der Hand. (Foto: kwe)

Ein schwerwiegenderes Manko des Systems hat das SelectTech 52 leider von den Vorgängern übernommen: Das aufgelegte Gewicht steigert sich nicht kontinuierlich in Ein-Kilo-Schritten, sondern macht im Bereich zwischen elf und 20 Kilo Zwei- oder Drei-Kilo-Sprünge. Das erschwert bei einigen Übungen die Anpassung an die Leistungsfähigkeit.

Angenehmes und unkompliziertes Trainingsgerät

Unverändert gelungen ist, dass man ansonsten sekundenschnell das Gewicht der Hanteln ändern kann. Und die genannten gefühlten Nachteile hat man schnell vergessen, wenn man sich daran erinnert, wie umständlich dies bei den klassischen Trainingsgeräten ist: Haltemuttern lösen, Scheiben auf- und/oder ablegen, Mutter wieder aufdrehen.

Bowflex SelectTech 52 Test (8 von 10)
Links sind 18 Kilo aufgelegt, rechts elf. (Foto: kwe)

Insgesamt ist das Training mit dem Bowflex SelectTech 52 sehr angenehm. Das Gerät wirkt äußerst hochwertig und man fühlt sich damit sicher. Das ist wichtig, denn sich lösende Gewichte könnten extrem gefährlich werden. In diesem Zusammenhang ist es vielleicht sogar gut, dass Bowflex schon Systeme zurückrufen musste, weil dies bei ihnen passieren konnte. Fehler erkannt, Gefahr gebannt.

Was ist mit der App passiert?

Das alles mag vielen, die selbstständig trainieren, genügen. Beim vorangegangenen Test war allerdings die App-Unterstützung ein Schwergewicht. Ein Jahresabo für „JRNY“ mit allen Features kostete rund 155 Euro, für vier Wochen zahlte man 20,50 Euro. Neulinge durften es zwei Monate kostenlos ausprobieren.

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Nur drei verschiedene Workouts werden schnell langweilig. (Foto: kwe)

Da gab es zum einen Motion Tracking, wobei die Anwendung über die Kamera eines Tablets oder Smartphones die Trainingsbewegungen verfolgte. Damit zählte sie nicht nur Wiederholungen, sondern gab auch Korrektur-Tipps.

Außerdem gab es Workout-Programme mit zahlreichen verschiedenen Videos und Übungen, wobei die empfohlenen Gewichte entsprechend gemachten Angaben (Gewicht, Alter, Ziele et cetera) und einem gegebenem Feedback angepasst wurden. Besonders nützlich waren auch individuelle Workout-Vorschläge („Nur für dich“). Die Trainingseinheiten wurden in einem Journal festgehalten. Zusätzlich ließen sich andere Daten integrieren, etwa von einem Pulsmesser oder die JRNY-App mit Apple Health synchronisieren.

Viele Videos, aber praktisch keine Programme

Aktuell ist bis auf drei adaptive Hantel-Workouts kaum noch etwas davon übrig, alle anderen verschwanden etwa Anfang des Jahres. Das Motion Tracking wurde schon früher irgendwann mal stillschweigend eingestellt. Entsprechend eintönig/sinnlos sind die „Nur für dich“-Vorschläge jetzt. Im Test war dies sowohl bei einem iPad als auch einem Google-Pixel-Tablet mit jeweils aktuellem Betriebssystem und App-Version der Fall. Geblieben sind 262 gut gemachte Videos mit verschiedenen Trainingseinheiten in unterschiedlichen Längen und für verschiedene Ansprüche.

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Training absolviert, aber nicht gewertet. (Foto: kwe)

Doch erstens handelt es sich dabei nicht um Programme, die helfen, gesetzte Ziele kontrolliert und begleitet zu verfolgen. Zweitens gibt es keine individuellen Empfehlungen, und drittens werden diese Übungen nicht ins Journal aufgenommen, sondern nur als letztes Training angezeigt. Daran ändert auch ein Abo nichts, für das man inzwischen knapp zwölf Euro pro Monat oder 100 Euro pro Jahr hinblättert. Das ist extrem ärgerlich, zumal auf Bowflex-Seiten immer noch mit den genannten Features geworben wird.

Updates für Herbst in Aussicht gestellt

Dies könnte mit der Insolvenz des US-Unternehmens nach dem Home-Fitness-Boom während der Corona-Pandemie zusammenhängen. Jetzt gehört Bowflex zu Johnson Health Tech, unter dessen Regie auch die Neuauflage zustande kam. Möglicherweise benötigt man etwas Zeit für eine Anpassung von JRNY oder man wartet ab, ob es sich lohnt.

ntv.de fragte bei der deutschen PR-Agentur von Bowflex nach. Das Unternehmen bestätigte, dass es aktuell nur drei adaptive Workouts gibt und es sich nicht um ein temporäres App- oder spezifisches Geräte-Problem handelt. Im Herbst sollen weitere Hantel-Inhalte folgen, Details wurden aber noch nicht genannt.

Fazit

Das Bowflex SelectTech 52 ist für sich ein gelungenes Hantel-System, dass ein abwechslungsreiches Training auf kleinem Raum ermöglicht. Es ist unkompliziert, hochwertig und bietet einen ausreichend breites Gewichtsspektrum. Wer allerdings speziell auch eine umfangreiche App-Unterstützung wünscht, sollte vielleicht noch abwarten, ob JRNY im Herbst entsprechende Updates erhält – simple Videos für Hanteltraining findet man auch anderswo.

Da die technischen Unterschiede nicht allzu sehr ins Gewicht fallen, ist der Vorgänger Bowflex SelectTech 552i eine deutlich preiswertere Alternative. Ein einzelnes System ist aktuell ab etwa 220 Euro zu bekommen.

Quelle: ntv.de

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