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Startseite»Nachrichten»Das Ende einer Ära: Der Abstieg der SGS Essen ist ein Signal für die Liga
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Das Ende einer Ära: Der Abstieg der SGS Essen ist ein Signal für die Liga

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Das Ende einer ÄraDer Abstieg der SGS Essen ist ein Signal für die Liga

Frust und Tränen nach dem Abpfiff. (Foto: picture alliance / DFB)

22 Jahre lang hielt sich die SGS Essen in der Frauen-Bundesliga. Nun ist der letzte reine Frauenfußball-Klub abgestiegen. Das 1:1 gegen Freiburg reichte am letzten Spieltag nicht mehr aus. Der Fall der SGS zeigt auch, wie schwer kleinere Vereine im wachsenden Wettbewerb inzwischen mithalten können.

Noch einmal stemmte sich die SGS Essen gegen den drohenden Abstieg, noch einmal wurde im Stadion gefeiert und gezittert. Vor der Rekordkulisse von 5738 Zuschauern kämpften die Essenerinnen am letzten Spieltag der Frauen-Bundesliga um ihre letzte Chance auf den Klassenerhalt. Doch das 1:1 (0:0) gegen den SC Freiburg genügte nicht mehr: Nach 22 Jahren steigt die SGS als Vorletzter in die 2. Bundesliga ab.

Nach dem Schlusspfiff mischten sich Tränen mit Applaus. Die Fans feierten ihre Mannschaft minutenlang, Spielerinnen lagen sich in den Armen. Das Ende einer Ära, das sich seit Wochen angedeutet hatte, war nun endgültig besiegelt.

Letzter reiner Frauen-Klub

Die SGS Essen war zuletzt der einzige reine Frauenfußball-Klub der Bundesliga. Während Konkurrenten wie Bayern München, Wolfsburg oder Eintracht Frankfurt längst unter dem Dach finanzstarker Männer-Profivereine arbeiten, konzentrierte sich Essen ausschließlich auf Frauen- und Mädchenfußball.

Mit vergleichsweise kleinen Mitteln hielt sich der Verein über zwei Jahrzehnte in der Bundesliga – und wurde dennoch zu einer festen Größe. Gerade diese besondere Rolle spiegelte sich auch in der Trainersuche wider: Als die Belgierin Kim Jaques davon erfuhr, dass Essen einen neuen Coach sucht, bot die 38-Jährige kurzerhand per E-Mail ihre Hilfe an – und bekam die Chance.

Den Abstieg verhindern konnte aber auch Jaques nicht. Ehemalige Leistungsträgerinnen wie Natasha Kowalski, Ramona Maier oder Jacqueline Meißner fanden in dieser Saison nicht mehr zu ihrer alten Form zurück.

DFB reagiert betroffen

Auch beim Deutschen Fußball-Bund sorgte der Abstieg für Reaktionen. DFB-Vizepräsidentin Heike Ullrich zeigte sich tief betroffen. Sie habe „eine unheimliche Hochachtung“ vor dem, was in Essen geleistet worden sei, sagte Ullrich in einer Medienrunde.

Besonders hob sie die Nachwuchsarbeit des Vereins hervor. Die SGS habe jungen Spielerinnen früh Vertrauen geschenkt und trotz eines kleineren Budgets „hervorragende Arbeit“ geleistet. Zahlreiche spätere Nationalspielerinnen wie Lena Oberdorf, Lea Schüller oder Linda Dallmann sammelten in Essen wichtige Erfahrungen auf dem Weg an die Spitze.

Finanzielle Unterschiede werden immer größer

Ullrich sieht den Abstieg als Zeichen für die Entwicklung im Frauenfußball. Die wirtschaftlichen Unterschiede innerhalb der Liga seien in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Klubs wie Essen könnten mit den Möglichkeiten vieler großer Lizenzvereine immer schwerer mithalten.

Während bei der SGS die Enttäuschung überwog, wurde andernorts gefeiert: Aus der 2. Bundesliga steigen Meister VfB Stuttgart und erstmals auch Vizemeister FSV Mainz 05 in die erste Bundesliga auf.

Quelle: ntv.de, lwi/dpa

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