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Startseite»Nachrichten»„Das macht was mit einem“: SPD-Politiker Krach weist Bestechlichkeitsvorwürfe als „absolut haltlos“ zurück
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„Das macht was mit einem“: SPD-Politiker Krach weist Bestechlichkeitsvorwürfe als „absolut haltlos“ zurück

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 10, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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„Das macht was mit einem“SPD-Politiker Krach weist Bestechlichkeitsvorwürfe als „absolut haltlos“ zurück

Steffen Krach bei einer Wahlkampfveranstaltung in Berlin. (Foto: picture alliance / Ipon)

SPD-Mann Steffen Krach will Berlins neuer Regierender Bürgermeister werden. In den Umfragen sieht es für die Sozialdemokraten nicht gut aus – und jetzt bekommt Krach noch ganze andere Probleme: Die Staatsanwaltschaft Hannover ermittelt gegen ihn. Der Politiker gibt sich „ganz entspannt“.

Berlins SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach hat die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft Hannover als „absolut haltlos“ bezeichnet. „Ich habe nichts zu verbergen“, sagte er dem Rundfunk Berlin-Brandenburg. Er wolle mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. „Ich will da absolute Transparenz und ich bin da ganz entspannt.“ Von den Ermittlungen habe er am Morgen erfahren, er kenne aber keine Details. „Was die Staatsanwaltschaft wissen möchte, werde ich ihnen sagen – dann müssen die mir aber auch sagen: Was sind die Vorwürfe? Was steht im Raum?“, sagte er dem Sender.

Morgens hätten die Ermittler geklingelt, berichtet Krach. „Ich bin aus meiner Wohnungstür rausgegangen, bin unten zur Haustür“, schilderte er am Rande eines Wahlkampftermins. „Ich hatte gerade die Innensenatorin am Telefon, weil wir über den Hauptstadtfinanzierungsvertrag gesprochen haben – und in der Sekunde nahm mir jemand das Handy vom Ohr.“ Drei, vier Leute seien auf ihn zugestürmt: „Das macht was mit einem.“ Das Handy sei beschlagnahmt worden, so Krach. Was darüber hinaus womöglich noch mitgenommen worden sei, das wisse er noch nicht, so Krach. Er habe dann zu einer Podiumsdiskussion von Spitzenkandidaten gehen müssen. Die Beamten seien in seiner Wohnung geblieben. 

„Ich bin erstaunt und ich muss auch mal persönlich sagen, ich habe kleine Kinder zu Hause, die haben das heute Morgen alles mitbekommen“, sagte Krach. „Das macht etwas mit einem Vierjährigen, mit einem Zwölfjährigen, auch meine Frau war zu Hause.“ Und weiter: „Ich bin in die Politik gegangen, weil ich gerne Politik mache, und ich muss sagen, das, was ich da heute Morgen erlebt habe, das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig.“

Der SPD-Politiker nahm auch zu den Hintergründen der Ermittlungen Stellung. Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte diese bestätigt – ohne Details zu nennen. „Ich gehe davon aus, dass es Korruption ist“, sagte er. Genaueres habe ihm die Staatsanwaltschaft Hannover nicht mitgeteilt. Die Vorwürfe stehen nach seinen Angaben im Zusammenhang mit dem Verkauf eines Standorts des Klinikums der Region Hannover. Krach war als Regionspräsident Aufsichtsratsvorsitzender dieses Klinikums. „Ich habe vorgeschlagen, dass wir dort ein regionales Gesundheitszentrum etablieren, das haben wir dann auch gemacht.“ Es habe ein Vergabeverfahren gegeben. 

Krach: „Keine Spende angenommen“

Einem Bieter sei der Zuschlag erteilt werden, einem anderen nicht. „Es scheint jetzt im Raum zu stehen, dass ich mich in irgendeiner Form habe beeinflussen lassen. Diese Unterstellung möchte ich definitiv als haltlos zurückweisen“, betonte Krach. „Ich habe in keinster Weise irgendeine Summe von diesem Bieter, weder privat, noch als SPD-Landesvorsitzender, jemals angenommen.“ 

Krach sagte weiter: „Es gab eine Spende, die wir innerhalb von 24 Stunden zurücküberwiesen haben, weil ich sofort gesagt habe, dass ich diese Spende definitiv nicht annehmen kann.“ Es habe sich nach seiner Erinnerung um 9500 Euro gehandelt – die Spende sei vom damals unterlegenen Bieter gekommen.

Der „Tagesspiegel“ meldete zuvor, in Berlin-Schöneberg seien Krachs Wohnung und die SPD-Landesparteizentrale in Berlin-Wedding durchsucht worden. Die Region Hannover bestätigte, dass auch die Büroräume Krachs in Hannover durchsucht wurden.

Von der politischen Konkurrenz äußerte sich zunächst nur CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers. „Die Fragen zu dieser Entwicklung muss Steffen Krach beantworten. Ich habe volles Vertrauen in unsere Sicherheitsbehörden.“ Evers selbst weiß nur zu gut, welche Überraschungen ein Wahlkampf mit sich bringen kann. Der Finanzsenator sprang erst Mitte Juli als CDU-Spitzenkandidat ein, nachdem der Regierende Bürgermeister Kai Wegner wegen falscher Angaben über seine Abläufe bei einem großen Stromausfall im Januar einen Rückzieher gemacht hatte.

Krach ist nicht der erste Spitzenkandidat, der während eines Wahlkampfs ins Visier der Justiz gerät. So ermittelte im Sommer 2024 wenige Wochen vor der Landtagswahl in Brandenburg die Staatsanwaltschaft Potsdam gegen den damaligen CDU-Spitzenkandidaten Jan Redmann wegen dessen Alkoholfahrt mit einem E-Scooter. Er musste unter anderem eine Geldstrafe von 8000 Euro zahlen.

Quelle: ntv.de, dsc/bho/dpa

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