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Der „Tatort“ im Schnellcheck: Alles neu macht die Mila

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerOktober 10, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Der „Tatort“ im SchnellcheckAlles neu macht die Mila

10.10.2026, 15:34 Uhr

Von Ingo Scheel
Tatort_Unter_Freunden_1
Mila (Almila Bagriacik, r.) und ihre neue Kollegin Anna Nowak (Lilith Stangenberg, l.) im Einsatz. (Foto: © NDR/ARD/Thorsten Jander, honorarfrei – Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter NDR-Sendung bei Nennung „Bild: NDR/ARD/Thorsten Jander“ (S2+). NDR Presse und Information/Fotoredaktion, Tel: 040/4156-2333 oder -2305, pressefoto@ndr.de)

In Kiel beginnt das Post-Borowski-Zeitalter mit dem Zweiteiler „Unter Freunden / Unter Feinden“. Almila Bagriacik als Kommissarin Şahin übernimmt das Kommando – kein leichter Angang, wie sich bald herausstellt.

Was passiert?

Eben noch kopiert Francesca Polidoro (Julia Goldberg) Daten ihres Arbeitgebers, kurz darauf treibt sie tot in der Kieler Förde. Was hat Prometheus, dieses erfolgreiche Start-Up-Unternehmen, zu verbergen und wer steckt wohl hinter dem Mord, auf den alsbald ein zweiter folgt? Für Kommissarin Mila Şahin (Almila Bagriacik) geht es bei den Ermittlungen Schlag auf Schlag. Im Kommissariat gibt es einen Korruptionsverdacht, die neue Polizeipsychologin Elli Krieger (Karoline Schuch) ist nur schwer zu durchschauen und dann ist da auch noch Anna Nowak (Lilith Stangenberg).

Tatort_Unter_Freunden_3
Francesca Polidoro (Julia Goldberg) macht eine erschreckende Entdeckung. (Foto: © NDR/ARD/Thorsten Jander, honorarfrei – Verwendung gemäß der AGB im engen inhaltlichen, redaktionellen Zusammenhang mit genannter NDR-Sendung bei Nennung „Bild: NDR/ARD/Thorsten Jander“ (S2+). NDR Presse und Information/Fotoredaktion, Tel: 040/4156-2333 oder -2305, pressefoto@ndr.de)

Sahins beste Freundin von der Polizeischule ist aus Berlin nach Kiel gekommen, die Wiedersehensfreude ist groß, doch der Start als professionelles Tandem vollzieht sich nicht eben lautlos, im Gegenteil. Nowak macht einen labilen Eindruck, ihre Vorgehensweise ist mehr als fragwürdig. Das Verhältnis zwischen ihr und Şahin wird gleich mehrfach auf die Probe gestellt. Şahin hat sich auf die Nachfolge von Dienststellenleiter Roland Schladitz (Thomas Kügel) beworben, ein Karrieremove, den Nowak überhaupt nicht gutheißt. Und dann ist da noch die Geschichte mit dem LKA-Beamten Jan Kuper (Sven Schelker), der womöglich nicht der integere Cop ist, für den er sich ausgibt.

Worum geht es wirklich?

Um den Kieler „Tatort“-Neustart nach über 20 Jahren Borowski und das ist zunächst einmal ein ganz schönes Pfund. Autor und Regisseur Lars Kraume, der bereits für das schmerzlich vermisste Frankfurter Duo Joachim Król und Nina Kunzendorf verantwortlich zeichnete, sorgt für einen kompletten Neuanstrich – „Columbo“ raus, „Thelma & Louise“ rein. Oder so ähnlich. Mit Karoline Schuch als Polizeipsychologin Krieger an der Seite von Mila Şahin agiert an der Förde fortan eine weibliche Doppelspitze. Der NDR baut zwecks Qualitätssicherung zudem auf externe Kompetenz, wie Programmdirektor Frank Beckmann erläutert: „Um die Geschichten so authentisch wie möglich erzählen zu können, wird die Arbeit an den neuen Tatorten durch die Hamburger Kriminalpsychologin Claudia Brockmann, eine ausgewiesene Expertin. Die Fälle Reemtsma oder Dagobert und die Suche nach dem Heidemörder Thomas Holst wurden auch durch Ihre Mithilfe als operative Fall-Analytikerin aufgeklärt.“

Wegzapp-Moment?

Wer als „Tatort“-Fan beim Fall 1 nach Borowski wegschaltet, dem ist wohl nicht zu helfen. Doch es ist zunächst nicht unbedingt der Fall, der fesselt, vielmehr die merkwürdige Dynamik zwischen Şahin und Nowak, deren Freundschaft sich unter dem Druck der Ermittlungen als fragil erweist. Dabei stoßen die ins Platitüdische driftenden Dialoge zuweilen ebenso unschön auf wie die abrupten Drehortwechsel unter Vorspielung falscher Tatsachen: Eben noch wird das neue Büro an der Kieler Hörn bezogen, kurz darauf stolpern Nowak und Kuper durch die Toreinfahrt der Hamburger „Plattenrille“, streiten Şahin und Nowak sich auf dem Hans-Albers-Platz in St. Pauli.

Wow-Faktor?

Vollends einschätzen lässt sich das wohl erst nach dem zweiten Teil am kommenden Sonntag, für den Moment heißt es: Almila Bagriacik schultert das schwere Amt mit Verve und Selbstbewusstsein. Borowski mag noch nicht vergessen sein, aber der Laden läuft – mehr oder weniger – auch ohne den pensionierten Grantler.

Wie war’s?

6 von 10 Punkten – der Kieler Neustart überzeugt nicht vollends, aber es gibt ja noch einen zweiten Teil. Gut Ding will Weile haben, Borowski konnte ein Lied davon singen.

Quelle: ntv.de

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