Die Deutsche Post will das Briefporto im kommenden Januar von 95 Cent auf 1,15 Euro anheben. Auch Postkarten, Großbriefe und andere Produkte sollen 2027 teurer werden – sofern die Bundesnetzagentur die Erhöhungen genehmigt.
Privatkunden der Deutschen Post müssen ab Anfang kommenden Jahres beim Briefporto wohl deutlich tiefer in die Tasche greifen. Der Preis für den Standardbrief soll auf 1,15 Euro steigen nach bislang 95 Cent, teilte das Unternehmen mit. Dieser Preis liege damit weiterhin deutlich unter dem europäischen Durchschnitt.
Immer weniger Briefe bei steigenden Kosten
Preiserhöhungen seien „unvermeidbar“, erklärte die Vorständin für den Bereich Post und Paket Deutschland, Nikola Hagleitner. „Die Briefmengen sinken seit Jahren deutlich, während die Personal-, Energie- und Sachkosten steigen. Wurden im Jahr 2005 in Deutschland noch 16,9 Milliarden Briefsendungen verschickt, so waren es 2025 nur noch knapp 9,4 Milliarden – Tendenz weiter sinkend.
Zugleich müsse die Post auch künftig ein flächendeckendes Netz aus Briefkästen und Filialen für ganz Deutschland vorhalten. „Wenn immer weniger Briefe über diese Infrastruktur laufen, steigen die Kosten pro Brief zwangsläufig.“
Auch Postkarten und andere Briefarten teurer
Für eine Postkarte sollen Kunden künftig ebenfalls 1,15 Euro statt 95 Cent zahlen. Auch andere Briefarten werden teurer. Der bis zu 50 Gramm schwere Kompaktbrief verteuert sich laut Deutscher Post um 15 Cent auf 1,25 Euro, der Großbrief um 55 Cent auf 2,35 Euro und der Maxibrief um 2,10 Euro auf 5 Euro.
Der Preis für Einschreiben bleibe unverändert. Das Porto für einen Standardbrief international soll um 20 Cent auf 1,45 Euro steigen.
Genehmigung steht noch aus
Die Bundesnetzagentur muss den Plänen noch zustimmen. Die Bonner Behörde hatte vor rund einer Woche mitgeteilt, dass die Post ihre Portopreise für Briefe von Privatkunden sowie Geschäftspost um bis zu 20,35 Prozent erhöhen dürfe. Mit der Breifportoerhöhung reizt die Post diesen Rahmen voll aus
Pakete verteuern sich ebenfalls
Auch für den Versand von Paketen werden Privatkunden künftig mehr zahlen müssen: Über die neuen Preise werde sie später informieren, teilte die Post lediglich mit.
Laut Bundesnetzagentur dürfen Pakete von Privatkunden um fast elf Prozent teurer werden. Geschäftskunden-Post wird von den Preiserhöhungen ebenfalls betroffen sein.
