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Drama um Mann in Gelb: Rad-Gigant Pogacar zerlegt Konkurrenz in Pyrenäen gnadenlos

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 9, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Drama um Mann in Gelb

Rad-Gigant Pogacar zerlegt Konkurrenz in Pyrenäen gnadenlos

09.07.2026 | 22:21 Uhr

Tadej Pogacar zerstört früh auch die leisesten Hoffnungen der Konkurrenz, dass der Rad-Gigant bei der Tour de France schlagbar sein könnte. Schon auf der 6. Etappe zerlegt der Slowene die Konkurrenz.

Tadej Pogacar riss die Arme in die Luft und verneigte sich nach seinem Mega-Solo noch auf dem Rad vor den begeisterten Fans. Der Ausnahmekönner aus Slowenien hat seinem Rivalen Jonas Vingegaard auf der sechsten Etappe der Tour de France eine heftige Niederlage zugefügt. Vor den Augen von Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron flog Pogacar beim großen Pyrenäen-Showdown mit der Überfahrt des legendären Tourmalet zurück ins Gelbe Trikot. „Das war einer meiner fünf besten Siege. Ein unglaublicher Sieg, einer der süßesten“, jubelte der Weltmeister.

Dem zweimaligen Sieger Vingegaard nahm Pogacar nach einer 43 km langen Alleinfahrt 2:38 Minuten ab, sein Vorsprung in der Gesamtwertung beträgt bereits vorentscheidend anmutende 2:42 Minuten. Der deutsche Vorjahres-Dritte Florian Lipowitz kam beim ersten echten Schlagabtausch der Favoriten mit knapp drei Minuten Rückstand als Sechster ins Ziel, sein prominenter Teamkollege bei Red Bull-Bora-hansgrohe Remco Evenepoel wurde vor ihm Vierter. „Bei Pogacars Performance kann man nicht viel machen“, sagte Lipowitz: „Wir müssen jetzt um Platz drei fahren und von Tag zu Tag schauen. Der Kampf um Platz drei wird superhart.“

Schwerer Sturz im Gelben Trikot

Der zuvor Gesamtführende Torstein Träen aus Norwegen (Uno-X Mobility) stürzte bereits weit zurückliegend und fuhr gebeutelt in Richtung Ziel. Der Mann in Gelb leistete sich eine Unachtsamkeit und hängte sich auf der Abfahrt in einer langsamen Kehre am Hinterrad eines Teamkollegen auf und überschlug sich. Wie sich nach Etappe herausstellte, verletzte sich Träen bei seinem Missgeschick so schwer, dass er das Rennen aufgeben musste. Der 30-Jährige erlitt eine Gehirnerschütterung und brach sich mehrere Rippen. Pogacar trägt auf der Jagd nach seinem fünften Titel nun wieder das angestammte „Maillot jaune“. 

Am Tourmalet machte Pogacars Team UAE Emirates-XRG richtig ernst, fünf Kilometer vor dem Gipfel übernahm Isaac Del Toro die Initiative. Pogacars Edelhelfer lancierte eine mächtige Attacke, der nur sein Kapitän folgen konnte. Kurz darauf war Pogacar auf sich alleine gestellt, was ihn nicht kümmerte. 

Oben an der Bergwertung des Tour-Riesen hatte er einen Vorsprung von knapp 30 Sekunden auf Vingegaard herausgefahren. Lipowitz folgte an der Seite des französischen Toptalents Paul Seixas etwa eine Minute später. Nach der Abfahrt stürzte sich Pogacar in den 18,7 km langen, aber kaum steilen Schlussanstieg zum Felsenkessel Cirque de Gavarnie und baute seinen Vorsprung sukzessive weiter aus.

Begonnen hatte der Renntag bei gewohnt hohen Temperaturen und mit einem mächtigen Tempo. Die ersten weitgehend flachen 86 km des Tages legten die Fahrer mit einem Schnitt von 45 km/h zurück. Zu Beginn der Auffahrt auf den anderen Tour-Klassiker Col d’Aspin spannte sich dann Pogacars deutscher Helfer Nils Politt an die Spitze des Feldes. Das UAE-Team machte deutlich, dass es an einem Ausreißer-Sieg diesmal kein Interesse hatte. Im High-Speed ging es schließlich über die Kuppe, die auch Macron im Führungsfahrzeug von Tour-Chef Christian Prudhomme überfuhr.

Vingegaard bekommt sein „Feuerwerk“

Eine rasante Abfahrt später und etwa 55 km vor dem Ziel wartete dann der Anstieg hinauf zum Tourmalet, der auf 2.115 Metern Höhe über den Pyrenäentälern thront. 1910 erstmalig und seither weitere 91 Mal überfahren gilt er als einer der vier „heiligen“ Anstiege der Tour – von Sainte-Marie de Campan mussten die Fahrer diesmal 17,1 km bei garstigen 7,3 Prozent Durchschnitts-Steigung bezwingen. „Ich erwarte ein Feuerwerk“, hatte Vingegaard vor Etappenstart in der ARD gesagt. Er sollte Recht behalten.

Zwischendurch durfte auch Deutschlands Sprinthoffnung Max Kanter abermals seine gute Form unter Beweis stellen – bei der Sprintwertung des Tages gewann er wie schon am Vortag den Massenspurt im Peloton. Die nächste Chance auf seinen Premieren-Etappensieg bietet sich für den Zweiten der 5. Etappe am Freitag. Die 175,1 km von Hagetmau nach Bordeaux werden nahezu brettflach.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter/sid

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