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Startseite»Nachrichten»Drohnen in Deutschland: Sicherheitsnetzwerk schlägt neue Hotline vor
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Drohnen in Deutschland: Sicherheitsnetzwerk schlägt neue Hotline vor

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 19, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Idee von SicherheitsnetzwerkLöst Drohnen-Hotline das Zuständigkeiten-Wirrwarr?

19.09.2026, 09:47 Uhr Von Max Patzig
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Drohnen können das Stromnetz rasch zum Ausfall bringen. (Foto: picture alliance / Daniel Kubirski)

Wer verdächtige Drohnen sieht, sollte diese melden. Doch wer ist der richtige Ansprechpartner? Je nach Ort kommen verschiedene Stellen infrage. Das kann verwirrend sein, sagt sein Experte. Er schlägt eine neue Organisation vor.

Die von Drohnen ausgehende Gefahr steigt in Deutschland. Nicht nur technische Anlagen sind den Fluggeräten ausgesetzt, auch der heimische Garten oder bestimmte Büros könnten in den Fokus geraten, warnt das Netzwerk der Gesellschaft der Sicherheitstechnischen Wirtschaft. Deren Geschäftsführer Norbert Ziegert sieht die Einrichtung eines behördenübergreifenden Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrums (GDAZ) als „einen Schritt in die richtige Richtung“. Er gibt jedoch zu bedenken: „Die Bürger sind noch immer recht verunsichert.“

„Da ist ein Vakuum, das die Politik offenlässt“, sagt Ziegert im Gespräch mit ntv.de. Der Sicherheitsexperte verweist auf die komplexe Zuständigkeitsstruktur. „Bei militärischen Anlagen ist die Bundeswehr zuständig, bei kritischer Infrastruktur wie Flughäfen und Bahnhöfen ist die Bundespolizei zuständig“, zählt er auf. Bei anderen Orten ist die Lage weniger deutlich: „Beim Rest sind wohl die Polizeien von Bund und Ländern zuständig. Aber genau da liegt vielleicht auch ein bisschen der Schwachpunkt: Wie sieht es zum Beispiel bei Hochspannungsleitungen aus? Wer ist da wirklich zuständig?“

Wer eine verdächtige Drohne entdeckt, müsse erst ein „Organigramm der deutschen Sicherheitsbehörden studieren“, moniert Ziegert. Auch würden die meisten Personen nicht die Notrufnummern von Bundespolizei oder Bundeswehr kennen, je nachdem, an welchem Ort man auf ein unbemanntes Flugobjekt treffe. Erst komplexe Überlegungen anstellen und recherchieren zu müssen, „dürfen wir von einem Bürger oder einem Sicherheitsmitarbeiter in einer kritischen Situation nicht verlangen“.

Das Netzwerk schlägt deshalb einen speziellen Drohnen-Notruf ähnlich der Kurzwahlnummern 110 und 112 oder eine Meldungsmöglichkeit per App vor. „Das entlastet die Notrufe und stellt sicher, dass die Drohnensichtung an die richtige Stelle gemeldet wird“, erklärt Ziegert. Aktuell bestehe das Risiko, dass Menschen sich über die 110 an die Polizei wenden und mangels Zuständigkeit abgewiesen würden, sagt der Vereinschef. Mit der App oder der besonderen Rufnummer könne schneller auf die potenzielle Gefahr reagiert werden.

Etwas ähnliches wie eine Drohnen-Melde-App hat bereits die „Luftwacht“ erschaffen: Dort können Nutzer anonym Drohnensichtungen auf einer Karte anzeigen lassen. Wer ein Flugobjekt sieht, kann es auch ganz einfach melden und so für Klarheit über derartige Vorfälle sorgen. Nutzer fügen meist eine Beschreibung bei oder sogar Fotos der Drohnen.

Mehr Drohnenvorfälle in Zukunft?

Und der Vorstoß des Experten reicht noch weiter: Die Mitarbeitenden der speziellen Hotline sollten nach Ziegerts Vorstellung mit einer KI arbeiten. Keinesfalls sollen die Anrufer mit einer Computerstimme sprechen. „Es geht nur um eine schnellere Aufnahme und Delegierung der Gefahren.“ Der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin gibt die Informationen des Anrufers in das KI-Programm ein, das daraufhin die Zuständigkeit klar aufzeigt und die Meldung sofort weiterleitet.

„Wahrscheinlich“, sagt Ziegert, „wird es in der Zukunft noch öfter zu Vorfällen mit Drohnen kommen.“ Es sei wichtig, dafür gut aufgestellt zu sein. Das Netzwerk der Gesellschaft der Sicherheitstechnischen Wirtschaft, in dem hauptsächlich deutsche Mittelständler organisiert sind, plädiert deshalb dafür, die angedachte Hotline beim GDAZ anzusiedeln. Dort arbeiten die Polizeien von Bund und Ländern, das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei sowie die Bundeswehr zusammen.

Sicherheitsbedürfnis „nicht in Politik angekommen“

Ziegert registriere im Gespräch mit seinen Netzwerkmitgliedern ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis. Typische Fragen seien „Wie schütze ich meinen Hof, mein Heim? Oder wie schütze ich mein Unternehmen vor Spionageangriffen und Attacken?“. Er sagt, „so ganz scheint es bei der Politik noch nicht angekommen zu sein“. Selbst beim Schutz der wichtigen kritischen Infrastruktur hingen Bund und Länder hinterher.

Der Sicherheitsexperte sagt, Drohnen bräuchten nicht einmal mit Sprengstoff beladen zu sein, um Schaden anzurichten. Bei Hochspannungsmasten oder Umspannwerken genüge eine Drohne, an der ein Kabel befestigt wurde, um große Beschädigungen auszulösen. Andere Modelle mit Kameras könnten Firmen ausspionieren und in die Privatsphäre der Menschen eindringen, was möglicherweise Panik und Unsicherheit auslöst.

Zu ihrem Vorschlag der Drohnen-Hotline haben Ziegert und sein Team bislang keine ernstzunehmende Rückmeldung aus der Politik bekommen. Aus Innen- und Verteidigungsministerium sowie dem Innen- bzw. Verteidigungsausschuss des Bundestags war nur zu hören: „‚Ja, interessant. Wir beschäftigen uns damit.‘ Oder: ‚Ja, wir geben es weiter'“, so Ziegert. Im GDAZ habe man das Anliegen sogar missverstanden.

Quelle: ntv.de

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