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Ermittler kommen an ihre Grenzen: KI treibt Jugendporno-Fallzahlen auf Rekordhöhe

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 21, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Ermittler kommen an ihre GrenzenKI treibt Jugendporno-Fallzahlen auf Rekordhöhe

21.07.2026, 10:04 Uhr Von Max Patzig
ILLUSTRATION-Ein-junger-Mann-schaut-sich-auf-einem-Smartphone-eine-Porno-Internetseite-an-gestellte-Szene
Zu einem Teil verbreiten Jugendliche eigene Nacktbilder oder -videos selbst im Netz. (Foto: picture alliance/dpa)

Jugendliche begleiten sich und ihre Sexualität heute oft im Internet. Das kann gefährliche Folgen haben, die sie über Jahre verfolgen könnten. Ermittler des BKA warnen vor dem Risikofaktor KI.

Das Bundeskriminalamt registriert einen deutlichen Anstieg bei Fällen aus dem Bereich der Jugendpornografie. Die Ermittler sprechen von „Herstellung, Verbreitung, Erwerb und Besitz jugendpornografischer Inhalte“ und meinen damit vor allem Fotos und Videos, in denen 14- bis 17-Jährige bei sexuellen Handlungen zu sehen sind – teils allein, teils mit anderen. 11.515 solcher Fälle wurden 2025 erfasst (2024: 9601 Fälle). Dies entspricht einem Anstieg von 19,9 Prozent. „Die Fallzahlen erreichten einen erneuten Höchstwert“, teilt das BKA zur Vorstellung des „Bundeslagebild Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen“ mit.

Grund dafür seien zum einen mehr Meldungen durch das National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC; Nationales Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder). Zum anderen würden Jugendliche ihre Sexualität zunehmend online begleiten. Dies geht „scheinbar regelmäßig mit der eigenen Herstellung und dem Versenden eigener oder fremder (jugend-)pornografischer Dateien einher“, so das BKA. Die Ermittler kommen darüber hinaus zu dem Schluss, dass Präventions- und Informationskampagnen Erfolg zeigen könnten, indem Jugendliche derartige Fälle nun öfter anzeigen würden. Als vierte Ursache machen die Kriminalisten Künstliche Intelligenz aus.

„Die technische Fortentwicklung von KI hat auch auf Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen einen großen Einfluss“, teilt das BKA mit. Eine „besondere Rolle“ würden KI-Modelle einnehmen, mit denen sich Bilder oder Videos erstellen oder bearbeiten lassen. „Die missbräuchliche Nutzung dieser KI-Modelle wird zunehmend einfacher und niederschwelliger.“ So könnten Täter beispielsweise unkompliziert Deepfakes erstellen.

Auch die Herstellung von neuen, vollständig künstlich generierten kinder- und jugendpornografischen Inhalten sei laut BKA durch Apps und KI-Anwendungen im Internet möglich. Die Ermittler kommen dabei an ihre Grenzen: „Die gestiegene Qualität dieser Inhalte und die zunehmend erschwerte Unterscheidung von realen und KI-generierten Inhalten stellen eine Herausforderung für die Strafverfolgung im Bereich der Opfer- und Täteridentifizierung dar.“

Tatverdächtige überwiegend junge, deutsche Männer

Die Beamten warnen, dass psychische Folgen und emotionale Belastungen bei Betroffenen von KI-Missbrauchsvideos genauso hoch sein können wie bei Opfern physischer sexualisierter Gewalterfahrungen. Zudem könnten Missbrauchsopfer in eine Art Spirale geraten, „da bestehende kinder- und jugendpornografische Inhalte mithilfe von KI fortlaufend verändert werden können“. Eine pornografische Aufnahme könnte demnach Jahre später noch immer leicht abgewandelt als neues Video im Netz verbreitet werden, was bei Betroffenen ein Trauma auslösen könnte.

Doch die Beamten haben auch eine gute Nachricht: Im vergangenen Jahr wurden 15,4 Prozent mehr Tatverdächtige identifiziert als noch 2024. Insgesamt 9967 Personen wurden als Verdächtige registriert, teilt das BKA mit. 53 Prozent von ihnen sind dabei noch minderjährig. „Kriminalpolizeiliche Erfahrungswerte zeigen, dass Minderjährige oft bereits in jungen Jahren beginnen, sexuelle Erfahrungen mit Gleichaltrigen oder Jüngeren zu sammeln, ohne sich dabei notwendigerweise der Strafbarkeit ihrer Handlungen bewusst zu sein“, resümiert das BKA im Bundeslagebild. Betrachtet nach Nationalitäten fallen vor allem Deutsche auf: sie machen 84 Prozent der Tatverdächtigen aus. Der überwiegende Großteil aller mutmaßlichen Täter waren Männer (87,1 Prozent).

Quelle: ntv.de

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