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Startseite»Nachrichten»Eskalation im Nahen Osten: Neue Explosionen im Iran – Tanker in Straße von Hormus gesprengt
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Eskalation im Nahen Osten: Neue Explosionen im Iran – Tanker in Straße von Hormus gesprengt

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 20, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Eskalation im Nahen OstenNeue Explosionen im Iran – Tanker in Straße von Hormus gesprengt

„Wir kontrollieren die Meerenge, sie kontrollieren gar nichts“, sagt Trump mit Blick auf die Straße von Hormus. (Foto: Uncredited/AP/dpa)

In der neunten Nacht in Folge greifen sich die USA und der Iran im Nahen Osten gegenseitig an. Laut Revolutionsgarden stehen auch Tanker in der Straße von Hormus unter Beschuss. Wer die Meerenge kontrolliert, stellen Teheran und Washington unterschiedlich dar.

Nach Beginn der erneuten Angriffswelle des US-Militärs auf Ziele im Iran melden örtliche Medien in der Nacht Explosionen in mehreren Gebieten des Landes. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim wurden Explosionen aus der Stadt Tabris im Norden des Landes, der Hafenstadt Tschahbahar am Golf vom Oman, aus Konarak in der südöstlichen Provinz Sistan-Belutschistan, der Hafenstadt Mahschahr in der Provinz Chusestan sowie der Hafenstadt Bandar Imam Chomeini am Persischen Golf gemeldet.

Um Angriffe des Irans auf Handelsschiffe in der für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtigen Straße von Hormus zu unterbinden, greift das US-Militär nach eigenen Angaben in der nunmehr neunten Nacht in Folge an. Die jüngste Angriffswelle sei um 19 Uhr US-Ostküstenzeit (2.30 Uhr Ortszeit im Iran) aufgenommen worden, teilte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit.

Ziel sei es, die militärischen Fähigkeiten weiter zu schwächen, die der Iran für Angriffe auf Handelsschiffe und zivile Seeleute in der Straße von Hormus einsetze. Im Streit um die für den weltweiten Energiehandel wichtige Meerenge eskaliert der Iran-Krieg seit Anfang des Monats wieder.

Trump argumentiert mit toten Soldaten

US-Präsident Donald Trump begründete die jüngsten Angriffe des amerikanischen Militärs auf Ziele im Iran unterdessen mit dem Tod mehrerer US-Soldaten in der Region. „Diese großartigen Menschen, diese großartigen Patrioten, waren da draußen im Einsatz, damit der Iran keine Atomwaffen bekommen kann“, sagte Trump nach seiner Rückkehr vom WM-Endspiel vor Reportern. Die Angriffe auf den Iran seien „zu Ehren“ der Soldaten erfolgt. „Wir haben sie (die Iraner) heute Nacht wieder sehr hart getroffen“, sagte Trump weiter. Die USA meldeten in der vergangenen Woche so viele Tote in den eigenen Reihen wie seit Monaten nicht mehr.

Der Iran habe im Krieg sehr schwere Verluste erlitten, erklärte der US-Präsident weiter. „Militärisch haben sie fast alles verloren“, behauptete er. „Sie haben nur noch sehr wenig übrig. Sie haben noch ein paar Raketen. Sie haben noch ein paar Drohnen.“ Zudem kontrollierten die USA die Straße von Hormus, behauptete Trump weiter. „Wir kontrollieren die Meerenge, sie kontrollieren gar nichts. Mal sehen, was passiert“, so der Präsident.

Das iranische Regime stellt den Sachverhalt indes anders dar. Teheran pocht darauf, dass das Mitte Juni vereinbarte Rahmenabkommen besage, dass die alleinige Verantwortung für die Verwaltung der wichtigen Meerenge dem Iran obliege.

Unterdessen teilten die iranischen Revolutionsgarden mit, es seien zwei Öltanker auf der Südroute durch die Straße von Hormus gesprengt worden und nun manövrierunfähig. Das US-Militär habe die Besatzungen aufgefordert, diese unsichere Passage zu nutzen, teilen die Garden mit. Solange die US-Aggression in der Region andauere, sei die Meerenge weder für den Transport von petrochemischen Produkten noch für „einen einzigen Tropfen Öl und Gas“ sicher. Das US-Militär müsse sich auf eine „Strafaktion“ einstellen. Der Vorfall ließ sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zu Namen, Flaggen, Besatzungen oder möglichen Opfern machen die Garden keine Angaben.

Iran greift Kuwait und Bahrain an

Als Reaktion auf die andauernden US-Angriffe führt Teheran zudem weitere Vergeltungsschläge gegen Länder mit US-Militärstützpunkten in der Region durch. So meldete der Golfstaat Kuwait in der Nacht erneuten Beschuss. Die Luftverteidigung wehre „feindliche Drohnen“ aus dem Iran ab, teilte die Armee des Landes mit. Details gab es zunächst nicht.

Auch im ebenfalls mit Washington verbündeten Bahrain heulten wieder die Sirenen, wie das dortige Innenministerium bekanntgab. Die US-Botschaft in Bahrain warnte konkret vor möglichen Angriffen des Iran in der Hauptstadt Manama. Es lägen Informationen vor, wonach der Iran nicht näher bezeichnete Ziele im Zentrum der Stadt ins Visier nehmen könnte, teilte die Vertretung mit.

Laut staatlichen Medien griffen die iranischen Revolutionsgarden zudem „das feindliche Kommandozentrum für Spezialeinsätze in der Region Al-Tanf in Syrien“ an. Es handele sich um einen Vergeltungsangriff nach der Tötung von iranischen Soldaten in Iranschahr im Südosten der Islamischen Republik, erklärte die Nachrichtenagentur Irna im Onlinedienst Telegram. Die Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor die Beisetzung dreier Soldaten gemeldet, die bei einem US-Angriff auf eine Kaserne in Iranschahr getötet worden seien.

Bereits am Freitag hatten die Revolutionsgarden erklärt, dass sie den Stützpunkt Al-Tanf angegriffen hätten. Aus syrischen Militärkreisen wurde der Angriff dementiert. Die syrische Armee hatte im Februar nach dem Abzug der USA die Kontrolle über den Stützpunkt übernommen.

Quelle: ntv.de, nbr/dpa/AFP/rts

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