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Startseite»Politik»Für Windkraft-Stopp: Trump-Regierung zahlt RWE 1,2 Milliarden Dollar
Politik

Für Windkraft-Stopp: Trump-Regierung zahlt RWE 1,2 Milliarden Dollar

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 7, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 07.08.2026 • 10:02 Uhr

Für den Kampf gegen die unter US-Präsident Trump unliebsame Windkraft nimmt Washington viel Geld in die Hand. Nun gibt auch der deutsche Energiekonzern RWE seine Planungen auf – gegen Zahlung von 1,2 Milliarden Dollar.

Der deutsche Energiekonzern RWE zieht sich aus allen Windkraftprojekten vor den Küsten der Vereinigten Staaten zurück. Dies ist das Ergebnis eines Vergleichs zwischen der US-Offshore-Tochter des deutschen Unternehmens und dem US-Innenministerium. Zuvor hatte es heftigen Widerstand der US-Regierung unter Präsident Donald Trump gegen die Windparks gegeben.

RWE erhält 1,22 Milliarden Dollar von der US-Regierung und gibt im Gegenzug alle Ansprüche gegenüber den Vereinigten Staaten auf. Zudem werden die Offshore-Wind-Pachten vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana zurückgegeben.

Noch unter Ex-Präsident Biden vereinbart

RWE hatte die Offshore-Wind-Pachten 2022 erworben. Damals war noch der Demokrat Joe Biden US-Präsident. Dieser hatte den Ausbau von Windkraft gefördert. Sein Nachfolger Donald Trump hält nichts von Windenergie. Deshalb hielten die Regierung und Behörden diverse Windkraftprojekte mit politischen und rechtlichen Auflagen auf.

Die aktuelle Vereinbarung mit RWE ist nun die fünfte und bislang größte, die die US-Regierung in diesem Jahr geschlossen hat, um die Entwicklung von US-Offshore-Windprojekten zu stoppen. Trump erachtet sie als teuer und unansehnlich. Seine Regierung hat sich von der Förderung sauberer Energien abgewendet und will die heimische Produktion fossiler Brennstoffe steigern.

„Nach sorgfältiger Abwägung wurde festgestellt, dass für diese Projekte in den USA auf absehbare Zeit keine Genehmigungsfähigkeit gegeben ist“, hieß es in der RWE-Mitteilung. „Das Unternehmen sieht in dieser Lösung den besten Weg, die Interessen seiner Stakeholder zu wahren und Ressourcen auf Energieprojekte zu konzentrieren, für die eine verlässliche Umsetzungsperspektive besteht.“ Die Projekte befanden sich in einem sehr frühen Entwicklungsstadium und wären erst in den 2030er-Jahren in Betrieb gegangen.

Geld soll für Gasprojekte eingesetzt werden

Die Einigung ermögliche, das Kapital anderweitig einzusetzen. So beteiligt sich der Konzern zum Beispiel mit 900 Millionen Euro an einem Flüssiggasprojekt in Louisiana. Die Mittel von RWE werden den Angaben zufolge für die Finanzierung des Baus des LNG-Terminals verwendet. Zudem will der deutsche Konzern das Geschäft mit Gaskraftwerken in den USA für 300 Millionen Dollar ausbauen.

„Darüber hinaus plant RWE Americas in den nächsten sechs Jahren rund 17 Milliarden Euro in den USA zu investieren, um ihre Erzeugungskapazität von derzeit rund 13 Gigawatt in 27 Bundesstaaten auf 22 Gigawatt bis zum Jahr 2031 auszubauen“, hieß es in der Mitteilung des Konzerns. Allein im Jahr 2025 habe RWE in den Vereinigten Staaten zwei Gigawatt an neuer Stromerzeugungskapazität in Betrieb genommen.

Windparks in anderen Weltregionen

Das Geschäft mit Windparks auf hoher See soll außerhalb der USA weiter vorangetrieben werden. RWE ist eigenen Angaben zufolge eines der weltweit führenden Unternehmen im Bereich Offshore-Wind mit derzeit 18 Offshore-Windparks in Betrieb, vier im Bau und weiteren Projekten in der Entwicklung. Dazu gehören den Angaben zufolge auch 6,9 Gigawatt an gesicherter Kapazität aus der jüngsten Ausschreibungsrunde für Offshore-Wind in Großbritannien.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an, am Ende des Xetra-Handels stand ein Plus von 2,2 Prozent auf der Kurstafel. Seit Ende 2025 zogen die RWE-Papiere um rund ein Viertel an und zählen damit im bisherigen Jahresverlauf zu den stärksten deutschen Standardwerten.

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