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Gefahr aus der Luft: Das soll das neue Drohnenabwehrzentrum bringen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Gefahr aus der LuftDas soll das neue Drohnenabwehrzentrum bringen

Eine sogenannte Jägerdrohne zur Drohnenabwehr fliegt, hier im Oktober 2025, am Flughafen Cochstedt. (Foto: picture alliance/dpa)

Drohnen, die Industrie- oder Militäranlagen ausspionieren, den Verkehrsbetrieb an Flughäfen stören oder lahmlegen oder gar wie in Leipzig für Sprengstoff-Anschläge genutzt werden sollen: Die unbemannten Fluggeräte sind immer mehr zum Sicherheitsrisiko geworden. Die Bundesregierung will nun mit einem „Technologiezentrum Drohnensicherheit“ in Cochstedt in Sachsen-Anhalt auch gezielte Abwehrmöglichkeiten entwickeln. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten dazu:

Was soll das neue Zentrum?

Das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit wird am Standort des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Cochstedt im Salzlandkreis eröffnet. In diesem sollen neue Technologien für die Drohnensicherheit erforscht, entwickelt und unter realistischen Bedingungen erprobt werden. Dabei entsteht nach Angaben der Beteiligten eine bundesweit einzigartige Einrichtung. Wissenschaft und die praktischen Anforderungen der Sicherheitsbehörden sollen dort zusammengebracht werden.

Neben der Forschung geht es dabei bisher insbesondere um Tests für die Zulassung neuer Drohnenmodelle. Das neue Technologiezentrum Drohnensicherheit soll nun von der DLR gemeinsam mit dem Bundesinnen- und Bundesforschungsministerium aufgebaut werden und auch die DLR-Niederlassung in Braunschweig in Niedersachsen umfassen.

Teil des Geländes ist neben Flughafeneinrichtungen wie Tower, Bürogebäuden oder Hangars auch eine „Modellstadt“ aus Containern, um Drohnenflüge im urbanen Raum zu simulieren. Sie soll in den nächsten Jahren ausgebaut werden. In einem Hangar gibt es auch einen „Drohnenkäfig für Indoor-Flugversuche“. Hinzu kommen alle möglichen Anlagen zur Teststeuerung und -verfolgung.

Warum braucht es ein Zentrum zur Drohnenabwehr?

Die Drohnentechnik entwickelt sich rasant. KI-gesteuerte Drohnen können etwa auch auf Ziele zufliegen, wenn durch Störsender ihr Kontakt zur Leitstelle unterbrochen wird. Auch das Erkennen unterschiedlicher Drohnen-Typen durch Sensoren wird immer mehr zur Herausforderung, was im Ernstfall die Abwehr etwa über das Einfangen mit Netzen, durch Rammen oder gar durch den Abschuss erschwert.

Es gehe auch um „die Beschaffung von Drohnentechnik“, sagte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums am Montag. Nötig sei in dem Bereich „sehr viel Forschung und Entwicklung und eine Beobachtung auch neuer Technologien“, um einzuschätzen, „was wir hier wie umsetzen können“. Das Zentrum in Cochstedt werde gleichzeitig „ein wesentlicher Baustein sein, um die Entwicklung von neuen Technologien voranzutreiben“.

Wie groß ist die Bedrohung?

Wie aktuell das Thema ist, zeigte sich zuletzt am Flughafen Leipzig/Halle. Dort war eine umgebaute und mit Sprengstoff bestückte Drohne zwischen mehreren ukrainischen Frachtflugzeugen entdeckt worden. Die Drohne war dem Vernehmen nach auf eine Art gesteuert worden, die eine Entdeckung durch gängige Systeme erschwert. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen, sie spricht von einem „schwerwiegenden Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland“.

Nach dem Vorfall forderten die Innenminister von Bund und Ländern mehr Tempo beim Aufbau der Drohnenabwehr. Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Hamburgs Innensenator Andy Grote von der SPD, sprach von einer „neuen qualitativen Dimension“. Die Sicherheitsbehörden müssten sich auf weitere vergleichbare Angriffe vorbereiten. Nötig seien mehr Geschwindigkeit und eine engere Zusammenarbeit von Bund und Ländern. „Das Wettrüsten der Drohnentechnologie erfordert eigene Forschungseinheiten, um Schritt halten zu können“, sagte Bundesinnenminister Alexander Dobrindt von der CSU nach dem Vorfall in Leipzig.

Welche Strategie verfolgt die Bundesregierung?

Das Technologiezentrum ist Teil einer Strategie zur Drohnenabwehr, die Dobrindt mit den Innenministern der Länder besprochen hatte. Dazu gehört eine seit Dezember tätige Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei, die perspektivisch auf 300 Kräfte anwachsen soll.

Zweiter Baustein ist ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern, in dem sich verschiedene Sicherheitsbehörden und andere Stellen austauschen sollen. Falls nötig, soll auch die Bundeswehr einbezogen werden.

Mit der Forschung in Cochstedt kommt der dritte Baustein hinzu. Dort sollen Technologien für die sichere Nutzung von Drohnen sowie zur Erkennung und Abwehr missbräuchlich eingesetzter Fluggeräte erprobt werden.

Quelle: ntv.de, ghö/dpa/AFP

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