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Startseite»Betrugsmaschen»Hat Mamdani New Yorks 12-Milliarden-Loch mit Millionärssteuern geschlossen?
Betrugsmaschen

Hat Mamdani New Yorks 12-Milliarden-Loch mit Millionärssteuern geschlossen?

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 24, 2026Keine Kommentare7 Minuten Lesezeit
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Aktuell kursiert ein Sharepic mit der Behauptung, Zohran Mamdani habe New Yorks Haushaltsloch von 12 Milliarden Dollar in 131 Tagen geschlossen. Als Grund nennt der Beitrag vor allem eine Luxussteuer auf teure Zweitwohnungen und weniger Steuervergünstigungen für Millionäre.

Verbreitetes Sharepic über Haushaltsloch von 12 Milliarden Dollar und Mamdanis Lösung
Verbreitetes Sharepic über Haushaltsloch von 12 Milliarden Dollar und Mamdanis Lösung

New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani hat gerade ein Haushaltsloch von 12 Milliarden Dollar geschlossen. Ohne Sozialkürzungen. Ohne höhere Steuern für normale Menschen. In 131 Tagen im Amt. Wie? Luxussteuer auf teure Zweitwohnungen. Weniger Steuervergünstigungen für Millionäre. Oben ansetzen statt unten kürzen. So geht linke Politik. In Deutschland erklärt uns derweil ein Multimillionär warum kranke Arbeitnehmer weniger Geld verdienen müssen. Das ist der Unterschied.

Text im Sharepic

Das greift deutlich zu kurz. Die zentrale Bruchstelle liegt in der Rechnung: Für die Zweitwohnungsabgabe sind rund 500 Millionen Dollar Einnahmen pro Jahr eingeplant. Das ist nur ein Baustein einer wesentlich umfangreicheren Haushaltsrechnung und kann die kombinierte Finanzierungslücke von rund 12 Milliarden Dollar für die Haushaltsjahre 2026 und 2027 nicht erklären.

Die 12 Milliarden sind nicht erfunden

Die Zahl von 12 Milliarden Dollar hat einen realen Kern. Der New Yorker Comptroller beziffert die zuvor ausgewiesene Finanzierungslücke für die Haushaltsjahre 2026 und 2027 zusammen auf rund 12 Milliarden Dollar. Es handelt sich also nicht um ein einzelnes Haushaltsloch eines Jahres, sondern um eine kombinierte Lücke über zwei Haushaltsjahre.

Gerade deshalb führt das Sharepic in die Irre. Es stellt den Haushaltsausgleich so dar, als sei die Lücke im Wesentlichen durch eine Luxussteuer und weniger Vorteile für Millionäre geschlossen worden. Die Analyse des Comptrollers zeigt aber eine deutlich breitere Rechnung.

Die Luxussteuer ist zu klein

Der wichtigste Punkt ist die Größenordnung der Abgabe. Im Haushalt sind für den Zuschlag auf bestimmte Nicht-Hauptwohnsitze rund 500 Millionen Dollar Einnahmen pro Jahr eingeplant. Der New Yorker Comptroller hält Einnahmen in dieser Größenordnung grundsätzlich für möglich, weist aber zugleich auf erhebliche Unsicherheiten bei der tatsächlichen Höhe hin.

500 Millionen Dollar entsprechen rechnerisch rund 4,17 Prozent von 12 Milliarden Dollar. Die Größenordnungen zeigen damit deutlich, dass die Zweitwohnungsabgabe allein die Haushaltslücke nicht erklären kann. Ein exakter Anteil daran, wie viel der Abgabe zur Schließung der Lücke zugerechnet werden kann, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten: Die 12 Milliarden Dollar beziehen sich auf zwei Haushaltsjahre, die rund 500 Millionen Dollar dagegen auf erwartete jährliche Einnahmen.

Die Rechnung besteht aus mehreren Teilen

Die Juni-Analyse des NYC Comptroller ist für die Bewertung besonders wichtig, weil sie die entscheidenden Punkte zusammenführt: Ausgangslücke, geschätzter Ertrag der Zweitwohnungsabgabe und andere Haushaltsbestandteile.

Nach der Analyse des NYC Comptroller wurde die zuvor ausgewiesene Lücke durch mehrere Faktoren geschlossen. Dazu zählen vor allem höhere erwartete Steuereinnahmen, staatliche Unterstützung und neue gesetzliche Maßnahmen sowie Einsparungen. Die Abgabe auf Nicht-Hauptwohnsitze ist nur ein Bestandteil dieser wesentlich breiteren Haushaltsrechnung.

Damit entsteht ein falscher Kausalzusammenhang. Aus einem Bündel von Haushaltsfaktoren wird eine einfache politische Botschaft: oben ansetzen, Problem gelöst. Für ein Sharepic ist das eingängig, für eine belastbare Einordnung aber zu verkürzt.

Auch „weniger Steuervergünstigungen für Millionäre“ hat einen realen Kern

Das Sharepic nennt als zweiten Grund für den Haushaltsausgleich weniger Steuervergünstigungen für Millionäre. Auch dahinter steckt eine reale Maßnahme: New York City reduzierte einen Einkommensteuer-Credit für Personen, die Anteile der städtischen Unincorporated Business Tax anrechnen können. Nach Angaben der Stadt betrifft die Änderung vor allem Steuerzahler mit Einkommen von mehr als einer Million Dollar. Im Executive Budget wurden daraus jedoch nur rund 68 Millionen Dollar zusätzliche Einnahmen pro Jahr erwartet.

Zusammen mit den rund 500 Millionen Dollar aus der Zweitwohnungsabgabe bleiben damit auch die beiden im Sharepic besonders hervorgehobenen Maßnahmen nur ein Teil der wesentlich größeren Haushaltsrechnung. Höhere erwartete Steuereinnahmen, staatliche Unterstützung, gesetzliche Änderungen und Einsparungen spielten ebenfalls eine zentrale Rolle.

„Ohne Sozialkürzungen“ ist zu pauschal

Auch die Aussage „ohne Sozialkürzungen“ braucht Kontext. Eine Stadtregierung kann politisch erklären, essenzielle Leistungen nicht gekürzt zu haben. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass es keine Einsparungen, Kostendämpfungen oder offenen Risiken in sozialen Bereichen gibt.

Der Comptroller nennt für die Haushaltsjahre 2026 und 2027 ein Sparprogramm von insgesamt rund 1,77 Milliarden Dollar. Das bedeutet nicht automatisch, dass soziale Leistungen im selben Umfang gekürzt werden. Es zeigt aber, dass der Haushaltsausgleich sehr wohl auch auf Einsparungen und Kostendämpfungen beruht.

Ob und in welchem Umfang diese Einsparungen tatsächlich zu Leistungskürzungen führen, lässt sich aus den Haushaltszahlen allein nicht ableiten. Deshalb ist auch die pauschale Aussage des Sharepics, der Ausgleich sei „ohne Sozialkürzungen“ gelungen, ohne weitere Einordnung zu absolut.

Die Steuer ist real, aber nicht entscheidend

Die Zweitwohnungsabgabe ist nicht bloß ein politischer Vorschlag. Der Bundesstaat New York hat die gesetzliche Grundlage für einen „Non-primary residence surcharge“ geschaffen, und das Finanzministerium der Stadt New York setzt die Regelung bereits um. Betroffen sind bestimmte höher bewertete Immobilien, die nicht als Hauptwohnsitz des Eigentümers dienen.

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Für die Kernfrage ändert das aber wenig. Auch bei ihrer Umsetzung bleibt die erwartete Einnahmenwirkung im Verhältnis zur gesamten Haushaltslücke begrenzt. Entscheidend ist nicht, ob die Steuer existiert, sondern ob sie die 12-Milliarden-Lücke erklären kann. Das kann sie nicht.

Warum das Sharepic glaubwürdig wirkt

Die Behauptung wirkt glaubwürdig, weil sie echte Elemente kombiniert: eine große Haushaltslücke, einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf, eine Abgabe auf teure Zweitwohnungen und eine politische Erzählung gegen Kürzungspolitik. Problematisch wird daraus die Verkürzung.

Der Beitrag verschiebt den Schwerpunkt. Aus einer komplexen Haushaltskonsolidierung wird eine einfache Erfolgsgeschichte über linke Politik. Der entscheidende Zusammenhang wird dadurch verzerrt.

Bewertung: Irreführend. Das Sharepic kombiniert mehrere reale Fakten, stellt deren Zusammenhang aber stark verkürzt dar. Die rund 12 Milliarden Dollar beziehen sich auf eine kombinierte Finanzierungslücke für zwei Haushaltsjahre. Die beiden im Sharepic hervorgehobenen Maßnahmen sind tatsächlich real: Für den Zuschlag auf bestimmte Nicht-Hauptwohnsitze sind rund 500 Millionen Dollar jährlich eingeplant, die Reduzierung eines vor allem hohen Einkommen zugutekommenden Steuercredits sollte weitere rund 68 Millionen Dollar pro Jahr bringen. Beide erklären die Milliardenlücke jedoch nicht annähernd allein. Zum Haushaltsausgleich trugen außerdem höhere erwartete Steuereinnahmen, staatliche Unterstützung, weitere gesetzliche Änderungen und Einsparungen bei.

FAQ zum Thema Mamdani und New Yorks Haushalt

Hat Zohran Mamdani wirklich ein Haushaltsloch von 12 Milliarden Dollar geschlossen?

Die Zahl von rund 12 Milliarden Dollar ist real, bezeichnet aber die kombinierte Finanzierungslücke für die Haushaltsjahre 2026 und 2027. Diese wurde durch ein Bündel aus höheren erwarteten Einnahmen, staatlicher Unterstützung, gesetzlichen Maßnahmen und Einsparungen geschlossen, nicht hauptsächlich durch die Zweitwohnungsabgabe und den reduzierten Steuercredit für hohe Einkommen.

Hat die Luxussteuer auf Zweitwohnungen 12 Milliarden Dollar eingebracht?

Nein. Im Haushalt sind für den Zuschlag auf bestimmte Nicht-Hauptwohnsitze rund 500 Millionen Dollar Einnahmen pro Jahr vorgesehen. Das liegt weit unter 12 Milliarden Dollar. Ein direkter Prozentanteil an der Haushaltslücke lässt sich daraus allerdings nicht sauber berechnen, weil sich die beiden Zahlen auf unterschiedliche Zeiträume beziehen.

Gab es keine Sozialkürzungen?

Diese Aussage ist zu pauschal. Haushaltsanalysen nennen auch Einsparungen und weitere Maßnahmen. Ob daraus konkrete Leistungskürzungen entstehen, hängt von der Umsetzung ab.

Ist die Zweitwohnungssteuer erfunden?

Nein. Der Bundesstaat New York hat die gesetzliche Grundlage geschaffen, und die Stadt setzt den „Non-primary residence surcharge“ bereits um. Irreführend ist nicht die Existenz der Abgabe, sondern der Eindruck, sie sei der entscheidende Grund dafür, dass die Milliardenlücke geschlossen werden konnte.

OFFICIAL

New York City Comptroller

9. Juni 2026

OFFICIAL

New York State Comptroller

17. Juni 2026

OFFICIAL

NYC Mayor’s Office

12. Mai 2026

OFFICIAL

New York City Comptroller

30. April 2026

OFFICIAL

New York City Department of Finance

MEDIA

CBS News New York

13. August 2026

MEDIA

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13. August 2026

OFFICIAL

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18. August 2026

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Claudia Spiess ist Redakteurin und Designerin bei Mimikama,
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