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Startseite»Nachrichten»Hilfe im konventionellen Bereich: Bundeswehr nimmt erstmals an französischer Nuklearübung teil
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Hilfe im konventionellen Bereich: Bundeswehr nimmt erstmals an französischer Nuklearübung teil

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 17, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Hilfe im konventionellen BereichBundeswehr nimmt erstmals an französischer Nuklearübung teil

Der deutsch-französische Sicherheits- und Verteidigungsrat traf sich auf dem Fliegerhorst in Nörvenich. (Foto: picture alliance/dpa)

Für die Bundeswehr ist es ein Novum: Deutsche Soldaten sollen sich bei einer Nuklearübung der französischen Armee beteiligen. Diese hat schon angefangen. Und es ist auch nicht das einzige Thema, bei dem Berlin und Paris näher zusammenrücken wollen.

Die Bundeswehr wird in diesem Jahr erstmals an einer Nuklearübung der französischen Armee teilnehmen. Die deutschen Soldaten sollen sich im konventionellen Bereich beteiligen, heißt es in der Abschlusserklärung des deutsch-französischen Sicherheits- und Verteidigungsrats, der auf dem Fliegerhorst in Nörvenich zusammengetroffen war. Die Verlegung französischer Rafale-Kampfjets nach Nörvenich sei ein „erster operativer Schritt der strategischen Zusammenarbeit“, heißt es weiter.

„Deutschland und Frankreich vertiefen ihre Zusammenarbeit in der Verteidigung“, schrieb Kanzler Friedrich Merz zu der gemeinsamen Übung. „Wir stärken die europäische Abschreckung.“ In ihrer gemeinsamen Erklärung betonen Deutschland und Frankreich, dass diese Zusammenarbeit die nukleare Abschreckung und Teilhabe der Nato „ergänzen und nicht ersetzen“ solle.

Die Kampfjets hatten bereits am Donnerstag an einer kleinen Übung teilgenommen, um den praktischen Beginn der Nuklear-Kooperation zu markieren. Sie wurden im französischen Luftraum von einem französischen Tankflugzeug mit Treibstoff versorgt. Das Ganze dauerte knapp zwei Stunden. Die Rafale sind für den Einsatz von Atomwaffen ausgelegt.

Berlin und Paris einigten sich zudem auf eine vertiefte militärische Zusammenarbeit an anderen Stellen. So soll die Deutsch-Französische Brigade an Nato-Übungen des Multinational Corps Northeast im polnischen Stettin teilnehmen. Das deutsch-französische Lufttransportgeschwader im französischen Évreux soll bis Ende 2026 seine gemeinsame volle Einsatzfähigkeit erreichen.

KI, Kernfusion und Weltall

Vor dem Hintergrund des gescheiterten FCAS-Kampfjet-Vorhabens wollen Deutschland und Frankreich sich für einen europäischen Standard für Luftkampfsysteme einsetzen. Dies soll die „Interoperabilität aller europäischen Luftsysteme“, also die Fähigkeit zum Zusammenspiel der unterschiedlichen Systeme, sicherstellen. Ein „System der Systeme“, das die Vernetzung von Flugzeugen, Drohnen und weiteren Bestandteilen von Luftkampfsystemen ermöglicht, solle gemeinsam weiterentwickelt werden.

Nicht nur militärisch, sondern auch in anderen Bereichen wollen Frankreich und Deutschland enger zusammenarbeiten. Konkret gehe es auch um die Schlüsseltechnologien wie Künstliche Intelligenz, Raumfahrt, Kernfusion und Quantentechnologie. Dort soll die Zusammenarbeit ausgebaut und die technologische Souveränität Europas gestärkt werden. Das vereinbarten beide Seiten bei einem deutsch-französischen Ministerrat auf Schloss Augustusburg in Brühl.

Wie es in einem gemeinsamen Papier nach dem Treffen hieß, wurde etwa eine gemeinsame „hochrangige Arbeitsgruppe für den Bereich Weltraum eingerichtet“. Beide Länder betonten dabei die Wichtigkeit des geplanten europäischen Satellitensystems Iris2, das mit etwa 300 eigenen Satelliten die Abhängigkeit von anderen Anbietern reduzieren soll. Dieses habe eine „entscheidende Bedeutung“ für eine „resiliente, integrierte und robuste europäische Weltrauminfrastruktur“.

Zum Thema Kernfusion heißt es: „Wir erkennen die entscheidende Bedeutung der Fusionsenergie als einer sicheren, nachhaltigen und CO2-neutralen Lösung zur Deckung des künftigen Energiebedarfs in Europa und der Welt an.“

Quelle: ntv.de, ses/dpa/AFP

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