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Startseite»Nachrichten»„Hosen runtergelassen“: Ex-DFB-Torwart Eike Immel entgeht Gefängnis
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„Hosen runtergelassen“: Ex-DFB-Torwart Eike Immel entgeht Gefängnis

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 9, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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„Hosen runtergelassen“

Ex-DFB-Torwart Eike Immel entgeht Gefängnis

Eike Immel ist ein Betrüger, im vergangenen Jahr wird er zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Nun läuft es für den einstigen Nationaltorhüter besser. Auch weil er eine Lebensbeichte ablegt.

Eike Immel war ein Torwart-Idol, 19 Mal spielte er für Deutschland, wurde mit dem DFB-Team 1980 Europameister und mit dem VfB Stuttgart Deutscher Meister. Nur sechs Spieler spielten öfter in der Bundesliga als Immel. Der heute 64-Jährige hat in seiner Karriere viel Geld verdient, doch das ist alles weg: 2008 meldete der einst gefeierte Fußballstar Privatinsolvenz an, weil er sich finanziell übernommen hatte und seine Bauherrenmodelle im Totalverlust geendet waren.

Finanziell hat er sich offenbar nie wieder erholt: Immel musste sich bereits im vergangenen Jahr wegen 107-fachen Betrugs vor Gericht verantworten und wurde im August 2025 zu einer Haftstrafe verurteilt. Im Berufungsverfahren lief es für den Ex-Nationalspieler nun besser: Die Strafe wurde auf zwei Jahre Haft abgemildert – auf Bewährung. Er muss nicht ins Gefängnis. Im Rahmen des Prozesses legte Immel eine Art Lebensbeichte ab.

„Hosen runtergelassen“

„Er hat die Hosen runtergelassen, auch in Angelegenheiten, zu denen er sich nicht hätte äußern müssen“, sagte Richter Dominik Balzer vom Landgericht Marburg laut „Bild“ nach seinem Urteil. Immel hatte zugegeben, sich von Bekannten gegen falsche Versprechungen 34.000 Euro ergaunert zu haben. Dies habe er getan, um seine Kokain-Sucht zu bedienen, wie der Ex-Profi erklärte. Und versprach: „Ich will mein Leben ändern, egal, wie das hier ausgeht.“

Sein Verteidiger Burkhard Benecken hatte die Hoffnung seines Mandanten vor Prozessbeginn klar formuliert: „Mein Mandant möchte nichts schönreden und bagatellisieren. Er steht dazu, dass er die Geschädigten geprellt hat und ihm klar war, dass er die ermittelten Beträge nicht auch nur ansatzweise zurückzahlen kann. Die Angelegenheit belastet meinen Mandanten sehr“, sagte Benecken. „Wir wollen nach Möglichkeit den Prozess heute beenden. Unser Ziel ist, dass der Prozess mit einer Strafe endet, die keine Gefängnisstrafe ist.“ Der drohende Gang ins Gefängnis sei für seinen Mandanten ein heilsamer Schock gewesen.

Richter Balzer verzichtete dann auch darauf, Immel ins Gefängnis zu schicken. Stattdessen wurde seine Bewährungszeit auf vier Jahre festgesetzt, dazu muss der 65-Jährige eine Drogen-Therapie absolvieren und 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Prozess eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten gefordert.

„Wenn Sie sowas in der Zukunft bringen“, sagte der Richter zu Immel, „wissen Sie jetzt auch selbst, dass Sie in allerkürzester Zeit in der JVA landen.“ Gerettet hat Immel offenbar seine offene Reue und die Entschuldigung an eines der Opfer, dem er alleine rund 20.000 Euro abgenommen hatte.

„Will nicht mehr lügen“

Immel selbst hatte zuvor erklärt: „Ich kann es nur wiederholen, dass es mir wahnsinnig leidtut. Im Grunde kann ich dankbar dafür sein, dass ich angezeigt wurde. Ich gebe alles zu. Ich will nicht mehr lügen. Ich hoffe, dass ich eine zweite Chance bekomme, wirklich zu zeigen, dass ich das auch mache, was ich gesagt habe.“

Er habe zeitweise regelmäßig Kokain konsumiert, sagte der einstige Spitzensportler vor Gericht. Es gebe weiterhin „Rückfälle“, berichtete Immels Anwalt. Zuletzt habe sein Mandant vor wenigen Wochen Kokain genommen.

Angezeigt hatte den Ex-Profi sein eigener ehemaliger Berater. Der hatte Immel nach eigener Aussage über Monate immer wieder Beträge zwischen 80 und 1000 Euro geliehen, am Ende hatte sich eine Summe von 34.000 Euro angesammelt – verteilt auf 107 einzelne Taten. Der ehemalige Nationaltorwart, der nach eigenen Angaben von monatlich 536 Euro Bürgergeld lebt, soll außerdem Geld für EM-Tickets kassiert haben, die er nie lieferte. Zu den Betrogenen gehörten auch der 2025 verstorbene Weltmeister Andy Brehme und dessen Lebensgefährtin.

Profi war vorbestraft

Bereits 2008 war Immel, der auch bei Manchester City in der Premier League spielte, wegen Betrugs verurteilt worden: Damals hatte er sich von einem Rentner 15.000 Euro geliehen – mit der Aussicht, den doppelten Betrag innerhalb von 14 Tagen zurückzuzahlen. Doch Immel zahlte keinen Cent zurück, wofür er zu einer Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro verurteilt worden war. Seitdem ist der Ex-Profi vorbestraft.

Aus dem Profifußball hatte sich Immel, der nach seinem Ausflug ins „Dschungelcamp“ immer wieder in Reality-Formaten zu sehen war, nach mehr als 25 Jahren als Spieler und Torwart-Trainer verabschiedet. In seiner Karriere absolvierte er für Borussia Dortmund und den VfB Stuttgart 534 Bundesliga-Spiele, nach seiner Profi-Laufbahn arbeitete der Europameister unter anderem als Torwart-Trainer bei Besiktas und Fenerbahce Istanbul in der Türkei.

Verwendete Quellen: ntv.de, ter

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