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Startseite»Nachrichten»„Ich lebe es!“: Weidel kritisiert Abwertung homosexueller Partnerschaften in AfD
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„Ich lebe es!“: Weidel kritisiert Abwertung homosexueller Partnerschaften in AfD

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 5, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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„Ich lebe es!“Weidel kritisiert Abwertung homosexueller Partnerschaften in AfD

05.07.2026, 14:17 Uhr Von Martin Debes, Erfurt

Die AfD in Sachsen-Anhalt stellt sich in ihrem Wahlprogramm gegen „sexuelle Abweichungen“. Die homosexuelle Parteichefin Alice Weidel kritisiert das – und sagt etwas Bemerkenswertes über ihre Lebenspartnerin.

Die AfD-Vorsitzende Alice Weidel hat Formulierungen im Wahlprogramm des AfD-Landesverbands Sachsen-Anhalt kritisiert, die sich gegen sogenannte nicht-traditionelle Familien richten. „Da gehe ich nicht mit“, sagte sie in einem Interview mit RTL/ntv am Rande des Parteitags in Erfurt. „Weil ich gesellschaftlich deutlich liberaler aufgestellt bin, weil ich es auch lebe. Ich lebe es!“, so Weidel. „Wir sollten diese Zweiteilung eigentlich hinter uns lassen.“

Im Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt steht: „Nur aus der Verbindung von Mann und Frau gehen Kinder und damit kommende Generationen hervor.“ Eine „intakte Familie, bestehend aus Mutter, Vater und Kindern“, sei „erwiesenermaßen die beste Voraussetzung für eine gute und gesunde Kindesentwicklung“.

Weiter heißt es darin: Steigende Abtreibungs- und sinkende Geburtenraten hingen auch damit zusammen, „dass sexuelle Abweichungen und nicht-reproduktive Lebensweisen“ offensiver beworben würden. An anderer Stelle ist von „nichtnormalen Geschlechtsidentitäten“ oder „abseitigen sexuellen Vorlieben“ die Rede.

Weidel: Andere Lebensmodelle gleichwertig

„Wir leben mittlerweile in einer ganz anderen Realität“, sagte Weidel dazu. „Gleichgeschlechtliche Beziehungen sind gleichwertig zu behandeln.“ Als Politiker könne man sich auch für die „traditionelle Familie“ als „gesellschaftliches Zielbild“ einsetzen, das sei „kein Widerspruch“. Andere Lebensmodelle seien jedoch „als gleichwertig“ zu betrachten, betonte Weidel, etwa steuerlich oder erbrechtlich. „Und daran lässt sich auch in der heutigen Zeit nichts mehr ändern. Und daran wollen wir auch nichts ändern.“

In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. Die AfD führt die Umfragen mit etwa 40 Prozent an. Auch eine absolute Sitzmehrheit und damit eine Alleinregierung sind in Reichweite.

Weidel äußerte sich auch zu der Frage, ob Äußerungen Björn Höckes als Kritik an ihrer aus Sri Lanka stammenden Lebenspartnerin zu begreifen seien. Der Thüringer AfD-Landeschef hatte im Juni auf einem Sommerfest in Greiz in Bezug auf die Fußball-WM erklärt, dass die westliche Hemisphäre „wie gleichgeschaltet“ wirke. „Ihr wisst, was ich meine. Wenn man das Trikot dann tauscht, weiß man gar nicht mehr, wer ist jetzt von welcher Mannschaft.“

„Meine Frau ist Schweizerin“

Die AfD-Chefin sagte dazu: „Was Herr Höcke meint, ist, dass unser Land völlig überrannt wurde von Millionen von Menschen bei offenen Grenzen, die vorher ihre Pässe wegwerfen – und dass eine Beliebigkeit eingetreten ist. Und da kann man ja auch durchaus mitgehen.“

Gleichzeitig bestritt Weidel, dass ihre Lebensgefährtin einen Migrationshintergrund besitze. „Es geht hier eben nicht um Hautfarben“, sagte sie. „Meine Frau ist Schweizerin und es ist ein Adoptionskind. Und dementsprechend begreift sie sich selbst nicht als mit Migrationshintergrund.“ Alice Weidel lebt mit der Filmemacherin Sarah Bossard in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft. Sie ziehen in der Schweiz gemeinsam zwei Kinder auf.

Quelle: ntv.de

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