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Startseite»Nachrichten»Im Wettbewerb mit China: Ökonom sieht Technologieoffenheit als „Niedergang der deutschen Industrie“
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Im Wettbewerb mit China: Ökonom sieht Technologieoffenheit als „Niedergang der deutschen Industrie“

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 11, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Im Wettbewerb mit China Ökonom sieht Technologieoffenheit als „Niedergang der deutschen Industrie“

Präsentation des BYD Yangwang U9 auf der International Auto Show in Shenzhen, China. (Foto: IMAGO/VCG)

In der E-Auto-Industrie hat China Deutschland längst überholt. Der aktuelle Kurs der Politik reicht aus Sicht des DIW-Ökonomen Martin Gornig nicht, um auf Pekings wachsende Übermacht zu reagieren. Dennoch sieht er auch Chancen für die deutsche Industrie.

Deutschland und Europa können auf die wachsende Übermacht Chinas in der Industrie aus Sicht des Berliner Ökonomen Martin Gornig mit spezialisierten Technologien reagieren. Der Kontinent und das Land hätten es schon mehrmals geschafft, Lösungen zu finden, wenn andere Nationen drohten, sie technologisch abzuhängen, sagte der Forschungsdirektor für Industriepolitik am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW).

„Die Antwort heißt immer Nische“, betonte er. „Zu sagen, die Massenproduktion machen wir hier besser, ist Quatsch.“ Aber es gebe viele Anwendungen etwa in der Robotik im Bausektor, in der spezialisiertere Technologien nötig seien. Hier könne Deutschland wieder führend werden.

Dafür sei aber eine mutige Politik erforderlich, die das Risiko eingehe, einzelne Technologien zu identifizieren und zu fördern, sagte Gornig. Mit dem bisher häufig verfolgten Ansatz der sogenannten Technologieoffenheit etwa im Automobilsektor sei nichts zu gewinnen. „Technologieoffenheit ist der Niedergang der deutschen Industrie, wenn dadurch in keiner Technologie hinreichend investiert wird“, betonte der DIW-Ökonom. Der Begriff bedeute die Verhinderung von neuen Technologien und die Sicherheit von Pfründen in den alten Technologien.

„Zölle auf E-Autos, ist doch gruselig“

Deutschland habe auf diese Weise die Entwicklung auf dem chinesischen Automarkt, der in viel größerem Umfang auf E-Mobilität setzt, verschlafen. „Früher waren die deutschen Produkte in China erfolgreich, weil die chinesischen Käufer den Eindruck hatten, das seien bessere Autos als ihre eigenen“, sagt Gornig. „Heute fragen sie sich, warum sie für schlechtere Autos aus Deutschland mehr Geld bezahlen sollen.“

Auch mit Zöllen auf chinesische E-Autos lasse sich die europäische und deutsche Autoindustrie aus Sicht des Experten nicht retten. „Zölle auf E-Autos zu legen, ist doch gruselig. Das heißt, dass unsere Konzerne dazu gebracht werden, keine Anpassungen machen zu müssen. Sie können weiterhin schlechte Elektroautos produzieren“, sagte Gornig. „Für technologische Weiterentwicklungen brauchen wir den Wettbewerbsdruck. Wir brauchen eine wettbewerbsorientierte Handelspolitik auch mit Blick auf China.“

Europa müsse andere Strategien entwickeln, um Dumping- und Markteroberungsstrategien aus China zu verhindern. Es gebe durchaus die Möglichkeit von temporären Sonderzöllen, solche seien akzeptierte Praxis in der OECD, einem Zusammenschluss von Industrieländern.

Quelle: ntv.de, mwa/dpa

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