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Startseite»Nachrichten»Innerhalb von fünf Wochen: Frankreich nimmt 675 mutmaßliche Sexualstraftäter fest
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Innerhalb von fünf Wochen: Frankreich nimmt 675 mutmaßliche Sexualstraftäter fest

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 16, 2026Keine Kommentare2 Minuten Lesezeit
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Innerhalb von fünf WochenFrankreich nimmt 675 mutmaßliche Sexualstraftäter fest

Polizei und Ermittlungsbehörden sollen Fälle als vorrangig einstufen, in denen die Opfer minderjährig sind. (Foto: picture alliance / SIPA)

In Frankreich gibt es viel Kritik an der Justiz. Sie gehe bei Missbrauchsverdacht nicht entschieden vor, lauten die Vorwürfe. Nun werden Hunderte Menschen festgenommen. Vorausgegangen war der Tod einer Elfjährigen.

Nach der Ermordung eines Mädchens durch einen Sexualstraftäter sind in Frankreich innerhalb von fünf Wochen 675 Menschen in Gewahrsam genommen worden. Etwa 1000 mutmaßliche Missbrauchsfälle seien als vorrangig eingestuft, teilte Justizminister Gérald Darmanin in Paris mit. Nach dem gewaltsamen Tod der elfjährigen Lyhanna und scharfer Kritik am Vorgehen der Justiz bei Missbrauchsverdacht hatte der Minister eine Überprüfung von knapp 70.000 Fällen angeordnet.

Ein Fall sei als vorrangig eingestuft, wenn der mutmaßliche Täter identifiziert sei, er der Justiz bereits bekannt sei und das Opfer minderjährig sei, erklärte Darmanin. Im Fall von Lyhanna war der mutmaßliche Täter mehrfach wegen Vergewaltigung Minderjähriger angezeigt gewesen, war aber monatelang von der Justiz und Polizei unbehelligt geblieben. Dies hatte zu einer Protestwelle gegen die Justiz geführt.

Der 41 Jahre alte Jérôme B., der bislang wegen Entführung in Untersuchungshaft sitzt, wurde von einem Untersuchungsrichter verhört. Da seine DNA-Spuren im Intimbereich des getöteten Mädchens gefunden wurden, wird erwartet, dass die Ermittlungen auf Vergewaltigung und Mord ausgeweitet werden. Er hatte bislang die Aussage dazu verweigert.

Heime sollen vermieden werden

Die Durchsicht der anliegenden Fälle habe zudem zur Aufnahme von 1300 Vorermittlungen seit Anfang Juni geführt, teilte das Justizministerium mit. Dies seien viermal so viel wie im Vorjahreszeitraum.

Die Bekanntgabe der Zahlen fällt mit der Debatte über ein geplantes Kinderschutzgesetz in der Nationalversammlung zusammen. Dieses sieht unter anderem vor, die Unterbringung von Kindern in Heimen zu vermeiden und sie eher in Pflegefamilien zu geben. Zudem sollen die Kontrollen für Lehrer und Betreuer verschärft werden.

Quelle: ntv.de, rog/AFP

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