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Junkers Ju 87 Stuka: Vom Sturzbomber zum Panzerjäger

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerSeptember 17, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stuka der deutschen LuftwaffeDer Sturzflug machte die Junkers Ju 87 treffsicher – und wehrlos

17.09.2026, 22:20 Uhr

Von Gernot Kramper
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Ju-87-Stuka-Sturzkampfbomber im Einsatz. Foto von 1940, digital koloriert. (Foto: picture alliance / akg-images)

Die Junkers Ju 87 ist eines der bekanntesten Flugzeuge des Zweiten Weltkriegs. Im Sturzflug erreicht der deutsche Stuka-Bomber eine für seine Zeit außergewöhnliche Zielgenauigkeit. Doch genau diese Konstruktion macht ihn zur leichten Beute.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde die deutsche Junkers Ju 87 zum Sinnbild des „Blitzkrieges“. Ihre heulenden Sirenen versetzten Soldaten und Zivilisten in Panik. Wie ein Greifvogel fielen die Sturzbomber auf ihr Ziel herab, um es unter Beschuss zu nehmen. Die deutsche Propaganda berauschte sich an den Bildern der Maschinen mit den abgeknickten Tragflächen, die in Formation flogen, um sich dann über einen Flügel abzukippen und in die Tiefe zu fallen.

Das Konzept des Sturzkampfflugzeugs (Stuka) wurde in den 1920er und 1930er Jahren entwickelt und sicherte eine für die damalige Zeit große Zielgenauigkeit. Der Pilot richtete das gesamte Flugzeug auf das Ziel aus und löste die Bombe im Sturzflug aus. Aus diesem Manöver musste der Pilot im Anschluss wieder in eine Steigung kommen. Und das möglichst knapp über dem Boden. Die Konstruktion war deshalb auf hohe Festigkeit ausgelegt, um die enormen Belastungen auszuhalten.

Das Fahrwerk war starr und wurde aus Gründen der Robustheit nicht eingezogen. Spezielle Luftbremsen begrenzten die Geschwindigkeit und ermöglichten einen kontrollierten Sturzflug. Die Ju 87 konnte dabei nahezu senkrecht auf ihr Ziel zufliegen. Je nach Variante leistete der Motor später bis zu rund 1400 PS. Trotzdem lag die Höchstgeschwindigkeit bei nur etwa 400 Kilometer pro Stunde. Unter den Fahrwerksverkleidungen waren Sirenen montiert. Die sogenannten Jericho-Trompeten erzeugten das charakteristische Heulen. Psychologisch sollten sie den Widerstand des Gegners am Boden brechen, noch bevor die erste Bombe fiel.

Erster Einsatz im spanischen Bürgerkrieg

Der erste Prototyp hob am 17. September 1935 ab. Der erste Kampfeinsatz folgte ein Jahr später. Im spanischen Bürgerkrieg wurde die Ju 87 von der deutschen Legion Condor genutzt, die an der Seite der Truppen des Generals Francisco Franco kämpfte. Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges unterstützte die Maschine die deutschen Verbände in den Feldzügen gegen Polen und Frankreich.

Die Erfolge ließen die deutschen Planer die Schwachstellen der Maschine unterschätzen. Die Ju 87 konnte nur dann eingesetzt werden, wenn die deutsche Seite eine deutliche Luftüberlegenheit besaß. In Polen und Frankreich war das der Fall. Doch bei der Luftschlacht um England zeigten sich schon 1940 die Grenzen.

Der Sturzflug, der die Maschine so treffsicher machte, trennte sie zugleich von ihrem Schutz: Die Begleitjäger blieben oben, die Ju 87 kam tief und langsam wieder heraus. Dazu war die Reichweite der deutschen Jagdflugzeuge begrenzt – durch den langen Hin- und Rückflug blieb ihnen über der Insel ohnehin wenig Zeit. Für angreifende Jäger war die Ju 87 mit ihrer geringen Geschwindigkeit ein leichtes Ziel. Daran änderte auch der Bordschütze nichts, der rückwärts zur Flugrichtung saß.

Die Verluste über England waren enorm. Zwischen dem 8. und dem 18. August 1940 verlor die Luftwaffe ein Fünftel ihrer Stuka-Bestände. Danach zog man die Maschine weitgehend aus der Luftschlacht ab. Dennoch blieb die Ju 87 bis Ende des Krieges im Einsatz. Allerdings veränderte sich die Rolle der Maschine, sie wurde nun meist als Schlachtflugzeug und als Panzerjäger eingesetzt. Durchaus mit Erfolg – zumindest wenn die deutsche Luftüberlegenheit gewährleistet war.

Vom Sturzbomber zum Panzerknacker

So trug die spätere Ju 87 G keine Bomben. Unter den Flügeln waren zwei 3,7-Zentimeter-Bordkanonen angebracht. Jede Kanone verfügte über zwölf Schuss. Als Panzerabwehrkanone war das Kaliber 3,7 gegen schwere sowjetische Panzer längst ungeeignet. Die Durchschlagsleistung reichte aber aus, die schwache Armierung an Oberseite und Heck zu durchschlagen. Der Anflug erfolgte nicht mehr im Sturz, sondern in einem leichten Sinkflug.

Der deutsche Künstler Joseph Beuys führte seine Wandlung zum Künstler auf den Absturz seiner Ju 87 zurück. Bordschütze Beuys überlebte den Absturz bei schwerem Schneetreiben über der Krim 1944. Der Legende nach sollen ihn Krimtataren aufgesammelt und acht Tage lang in einer Jurte mit Salben gepflegt haben. Laut Beuys traten auf diese Weise die für sein Werk zentralen Materialien Filz und Fett in sein Leben. Spätere Recherchen widerlegen diese Darstellung allerdings. Beuys wurde nach dem Absturz von einem deutschen Suchkommando geborgen und in ein Feldlazarett gebracht.

Quelle: ntv.de

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