Knall-Aus beim FC Bayern
Müller-Wohlfahrt kritisiert Hoeneß und Rummenigge
Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt und der FC Bayern waren eigentlich untrennbar. Bis Pep Guardiola kam. Der berühmte Sportorthopäde kritisiert die damaligen Bayern-Bosse.
Sein Aus beim FC Bayern unter Pep Guardiola hält Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt den früheren Vereinsbossen noch heute vor. „Man hätte mich von Vereinsseite, für den ich über 40 Jahre immer da war und auch erfolgreich war, mehr unterstützen können. Das ist nicht geschehen, nicht passiert“, beklagte der weltberühmte Sportmediziner Müller-Wohlfahrt im Interview der Deutschen Presse-Agentur anlässlich der Veröffentlichung der Doku „Müller-Wohlfahrt – Der Arzt der Champions“.
Das Porträt über den 84 Jahre alten Orthopäden, dem seit Jahrzehnten so viele Stars vertrauen, ist ab Freitag bei Sky zu sehen. „Die Enttäuschung war personenbezogen, ich merkte, mir hilft keiner. Aber ich hänge am Verein. Bayern-Fan bleibe ich ein Leben lang“, sagte Müller-Wohlfahrt, der sich vor allem von Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge mehr Rückhalt erhofft hätte.
Der Knall unter Guardiola
Der gebürtige Ostfriese war rund 40 Jahre am Stück Mannschaftsarzt des FC Bayern. Nach Spannungen mit dem damaligen Coach Jürgen Klinsmann nahm Müller-Wohlfahrt 2008 auch wegen der Neugestaltung seiner Praxis bei den Münchnern eine erste Auszeit. Als Klinsmann weg war, kehrte „Mull“, wie er genannt wurde, wieder zurück.
Im April 2015 kam es nach einem Streit mit dem damaligen Coach Guardiola zum vermeintlich endgültigen Bruch mit dem FC Bayern. Müller-Wohlfahrt und seinem Stab war nach einer Verletztenmisere das 1:3 im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League in Porto angekreidet worden.
Nach Guardiolas Abschied kam „Mull“ zurück
Damalige Bayern-Stars wie Arjen Robben suchten bei Verletzungen trotzdem weiterhin die Praxis von Müller-Wohlfahrt im Herzen Münchens auf. Als Guardiola 2017 weg war, kehrte „Mull“ noch einmal als Mannschaftsarzt an die Säbener Straße zurück.
Müller-Wohlfahrt würde Guardiola trotz der Vorgeschichte heute noch helfen. „Ich würde nicht Nein sagen. Aber ich würde die Gelegenheit nutzen, um über meine Medizin zu sprechen, über meine Entwicklung und meine Erfolge, um ihn letztendlich doch zu überzeugen“, sagte der langjährige Mannschaftsarzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. „Es kommen auch sehr viele Spanier zu mir. Wenn die spanische Sportmedizin so viel besser wäre, wie Guardiola meint, würde überhaupt kein spanischer Sportler zu mir kommen.“
Verwendete Quellen: ntv.de, tno/dpa
