Es ist der Beginn einer neuen Ära in Ungarn: Magyar ist als neuer Regierungschef vereidigt. Vor dem Gebäude feierten Zehntausende. Magyar versprach ihnen einen politischen Neuanfang.
Zehntausende Menschen sind auf den Kossuth-Platz vor dem ungarischen Parlament in Budapest gekommen, um die Vereidigung Peter Magyars verfolgen zu können. Sichtlich berührt sprach der Politiker vor dem Parlament und betonte, dass er alles für das Land tun werde. Er habe gesehen, wie Macht Menschen korrumpieren könne.
Gegenüber seinem Vorgänger Viktor Orban und dessen Fidesz-Partei fand er klare und scharfe Worte. Der neue Regierungschef machte Orban nicht nur für die katastrophale wirtschaftliche Situation im Land verantwortlich, sondern auch für die Spaltung in der Gesellschaft. Er selbst, Magyar, stehe hingegen für einen Neuanfang. Er wolle nicht herrschen, sondern dienen. Und dazu gehöre auch sein Versprechen, gegen die Korruption vorzugehen und das Orban-Umfeld zur Rechenschaft zu ziehen.
Umgerechnet mehrere Milliarden Euro seien gestohlen worden – und fehlten jetzt in Krankenhäusern, Straßen und in Schulen. Viele Ungarn hätten die Hoffnung verloren, dass es Gerechtigkeit im Land geben könnte. Das wolle er ändern. Ungarn werde von jetzt an kein Land mehr ohne Konsequenzen sein.
Mehrere Amtsinhaber vor Rücktritt?
Mit seiner konservativen pro-europäischen Tisza-Partei hat Magyar eine verfassungsändernde Zweidrittelmehrheit. Den Präsidenten und andere Amtsinhaber wie etwa vom Verfassungsgericht forderte er erneut auf, ihre Ämter niederzulegen. Draußen vor dem Parlament jubelten Zehntausende Menschen.
Der klare Kontrast zu Orban und der Fidesz-Partei wird auch am ungarischen Parlamentsgebäude deutlich: Als eine der ersten Amtshandlungen und als klares pro-europäisches Zeichen hat der neue Ministerpräsident Magyar die Europafahne gehisst- Orban hatte sie vor über einem Jahrzehnt entfernen lassen.
