Seit Anfang des Jahres gilt ein neuer Wehrdienst. Dieser umfasst noch keine Wehrpflicht – doch die Bundesregierung will für diesen Fall vorbereitet sind. Deshalb erarbeitet sie laut Bild-Zeitung Grundlagen für einen neuen Zivildienst.
Die Bundesregierung trifft Vorkehrungen für die Einführung eines neuen Zivildienstes für den Fall, dass auch die Wehrpflicht zurückkehren sollte.
Das Bundesfamilienministerium bestätigte der Bild-Zeitung, dass in den vergangenen Monaten 23 große Verbände und Organisationen befragt wurden, welche Kapazitäten sie im Falle einer Rückkehr zur Wehrpflicht für Wehrdienstverweigerer zur Verfügung stellen könnten.
„22 der 23 Verbände gaben an, dass ihre Infrastrukturen und Einsatzstellen grundsätzlich bereit wären, im Falle einer Reaktivierung einer Wehrpflicht Wehrersatzdienstleistenden ein vielfältiges Angebot zu machen“, sagte ein Ministeriumssprecher der Zeitung.
Wehrpflicht seit 2011 ausgesetzt
Die Wehrpflicht war im Juli 2011 ausgesetzt worden, was in der Praxis einer Abschaffung von Wehr- und Zivildienst gleichkam. Anstelle des Zivildienstes wurde der Bundesfreiwilligendienst eingeführt.
Seit Anfang dieses Jahres gilt ein neuer Wehrdienst. Kern ist die verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008. So sollen Freiwillige für einen Ausbau der Truppe rekrutiert werden.
Deutschland reagierte damit auf die Bedrohung durch Russland und die in der Folge geänderten NATO-Ziele. Sollten die Zielkorridore verfehlt werden, kann der Bundestag über eine sogenannte Bedarfswehrpflicht entscheiden.
