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Startseite»Nachrichten»Mehrheit der Filialen bestreikt: Verdi ruft zu neuen Streiks im Handel auf – Ikea stark betroffen
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Mehrheit der Filialen bestreikt: Verdi ruft zu neuen Streiks im Handel auf – Ikea stark betroffen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 18, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Mehrheit der Filialen bestreiktVerdi ruft zu neuen Streiks im Handel auf – Ikea stark betroffen

In der Vergangenheit kam es häufig zu Streiks im Handel – auch bei Ikea. (Foto: picture alliance/dpa)

In Verhandlungen für höhere Löhne zwischen Verdi und den Arbeitgebern stockt es. Nun kündigt die Gewerkschaft für Freitag erneut Warnstreiks im Handel an. Ein Unternehmen steht dabei besonders im Fokus – laut Verdi trägt dieses maßgeblich zum Stillstand bei.

Die Gewerkschaft Verdi ruft in den laufenden Tarifverhandlungen im Handel erneut zu bundesweiten Warnstreiks auf. Im Zentrum der Aktionen an diesem Freitag steht die Möbelhauskette Ikea. „In mehr als der Hälfte der Ikea-Einrichtungshäuser in Deutschland werden Beschäftigte in den Arbeitskampf treten“, teilte Verdi mit. Beschäftigte anderer Handelsunternehmen beteiligen sich nach Angaben einer Sprecherin ebenfalls am Warnstreik.

Verdi-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer kritisierte: „Im Handel werden täglich Milliardenumsätze gemacht, aber bei den Beschäftigten kommt so gut wie nichts davon an – gerade auch bei Ikea.“ Das Möbelunternehmen habe im Jahr 2024 einen Gesamtumsatz von 6,1 Milliarden Euro gemacht, das sei das zweitstärkste Jahr seit Bestehen des Unternehmens gewesen. Statt Lohnerhöhungen plane Ikea einen Personalabbau, 2026 würden erstmals betriebsbedingte Kündigungen erfolgen. Im Kundenservicecenter Rostock verloren 280 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz, in Dortmund wolle Ikea die IT-Abteilung schließen, um sie auszulagern. Auch in der Zentrale sei geplant, Stellen abzubauen. Mitte Mai und Anfang Juni hatte Verdi bereits zu bundesweiten Warnstreiks aufgerufen.

Ikea erklärte auf Nachfrage: „Jeder Streik stellt das betroffene Einrichtungshaus vor organisatorische Herausforderungen.“ In der Regel gelinge es, die Auswirkungen für Beschäftigte und Kunden gering zu halten. Ikea respektiere das Streikrecht, teilte eine Sprecherin mit. Das Unternehmen betreibt hierzulande 54 Einrichtungshäuser.

Ikea zentral an Verhandlungen beteiligt

Der Handelsverband Deutschland (HDE) reagierte ebenfalls auf die Ankündigung. „Die Handelsunternehmen können gut mit Streiks umgehen, das haben die vergangenen Wochen sehr deutlich gezeigt“, sagte Tarifgeschäftsführer Steven Haarke.

Ikea spiele auf der Arbeitgeberseite im Rahmen der Tarifrunde eine einflussreiche Rolle, erklärte Verdi. Das Unternehmen sei an Arbeitgeberkommissionen beteiligt und stelle im Saarland die Verhandlungsführung. „Damit ist Ikea mitverantwortlich dafür, dass unseren Tarifkommissionen seit Mai das immer gleiche unverschämte Arbeitgeberangebot mit Nullmonaten und Reallohnverlust vorgelegt wird“, kritisierte Zimmer.

Die Verhandlungen für den Einzelhandel sowie den Groß- und Außenhandel starteten im April in den ersten Landesbezirken. Verdi fordert sieben Prozent mehr Lohn, mindestens 225 Euro, bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeber haben zuletzt in mehreren Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen und Hamburg im Einzelhandel ab November eine Erhöhung um zwei Prozent angeboten und ab August 2027 eine weitere um 1,5 Prozent – bei einer Laufzeit von zwei Jahren. Verdi lehnte dies ab.

Im Handel arbeiten laut Verdi hierzulande rund 5,2 Millionen Menschen, davon 3,4 Millionen im Einzelhandel. Die vorherigen Tarifverhandlungen zogen sich über mehr als ein Jahr hin. Am Ende stand für die Beschäftigten im Einzelhandel ein Einkommensplus von insgesamt etwa 14 Prozent für die Jahre 2023 bis 2025.

Quelle: ntv.de, mwa/AFP/dpa

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