Ein heftiges Sturmtief hat Straßen und Campingplätze im Südosten Spaniens unter Wasser gesetzt. Menschen flüchten vor den Wassermassen auf Hausdächer, es gab mindestens zwei Tote. Auf Mallorca fiel das Unwetter weniger heftig aus als befürchtet.
Bei schweren Unwettern in Teilen Spaniens sind vor allem in den Provinzen Valencia und Alicante riesige Regenmengen runtergekommen. Aus manchen Orten meldeten die Behörden mehr als 600 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden. Das ist in etwa das Doppelte dessen, was laut spanischem Wetterdienst Aemet in der Region Alicante normalerweise in einem gesamten Jahr fällt.
Ein Mensch starb nach Angaben der Behörden in Sagunto nördlich der Stadt Valencia. In Katalonien meldete die Feuerwehr den Tod einer Frau, die in einen Bach gestürzt war.
Wie der spanische TV-Sender RTVE berichtete, saßen einige Menschen in überfluteten Gebäuden fest und warteten teils auf Dächern auf ihre Rettung. Die Regionalregierung rief die zweithöchste Notfallstufe aus. „Es ist unmöglich, sich fortzubewegen, Sie müssen zuhause bleiben. Es gibt heftige, anhaltende Regenfälle, die starke Überschwemmungen verursachen“, warnte der Leiter des Katastrophenschutzes in Valencia, Juan Carlos Valterrama.
Unwetter ziehen weiter nach Norden
Besonders heikel ist die Lage in Oliva: In der Küstengemeinde rund 70 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Valencia wurden nach Angaben von Bürgermeisterin Yolanda Pastor etwa 2.000 Menschen von sieben Campingplätzen evakuiert. Die Feuerwehr rettete auch Menschen aus überfluteten Gebäuden. Im Laufe des Tages sollen die Regenfälle sich abschwächen und nach Norden in Richtung Katalonien weiterziehen.
Auf den Balearen, zu denen etwa Ibiza und Mallorca gehören, beruhigte sich die Lage nach schweren Regenfällen am Wochenende. Dort fiel das Unwetter nicht so heftig aus wie befürchtet, größere Schäden wurden hier nicht gemeldet. Die Behörden hatten den Schulunterricht auf Mallorca, Ibiza und Formentera vorsorglich ausgesetzt.
Der heißeste Sommer seit Aufzeichnungsbeginn
Der Flugverkehr von und nach Mallorca läuft bei punktuellen Verspätungen weitgehend normal. Mitte der Woche soll dort das Wetter wieder besser werden.
Der fortschreitende Klimawandel führt Experten zufolge auch in Spanien zu häufigeren und heftigeren Extremwetter-Ereignissen wie Starkregen. Der September war laut des spanischen meteorologischen Dienstes Aemet der heißeste auf dem spanischen Festland seit Beginn der Aufzeichnungen. Zudem erlebte Spanien laut Aemet dieses Jahr den heißesten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen.
Mit Informationen von Franka Welz, ARD Madrid
