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Startseite»Nachrichten»Motiv ist noch unklar: Täter nach Todesschüssen bei Rave-Event in der Schweiz weiter flüchtig
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Motiv ist noch unklar: Täter nach Todesschüssen bei Rave-Event in der Schweiz weiter flüchtig

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerAugust 30, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Motiv ist noch unklarTäter nach Todesschüssen bei Rave-Event in der Schweiz weiter flüchtig

Terrorakt, Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu? Die Schweizer Polizei fahndet nach tödlichen Schüssen bei einem Technofestival mit Hochdruck nach einem oder mehreren Schützen. Patronenhülsen deuten darauf hin, dass mehr als eine Waffe benutzt wurde.

Bei einem Technofestival ist in der Schweiz eine 22-jährige Frau durch einen oder mehrere Schüsse getötet worden. Vier Männer und eine Frau im Alter von 24 bis 27 Jahren seien teils schwer verletzt worden, berichtete die Kantonspolizei Aargau.

Ein oder mehrere Täter hätten am frühen Sonntagmorgen zahlreiche Schüsse aus mindestens zwei Waffen abgegeben, hieß es seitens der Behörden. Es seien zwei unterschiedliche Hülsen von Patronen gefunden worden, die zu einer Pistole oder Maschinenpistole sowie zu einem Sturmgewehr passten. Ob das auf zwei Täter hindeute oder ein Schütze beide Waffen nutzte, ließ die Polizei offen.

Das Motiv für das Geschehen sei noch unklar. Nach dem oder den Tätern wurde intensiv gefahndet. „Ein Ende dieses Großeinsatzes ist nicht absehbar“, sagte der Polizeikommandant der Kantonspolizei Aargau, Michael Leupold.

Kurz nach dem Ende des Raves, zu dem der Veranstalter rund 3500 Besucher erwartet hatte, gingen bei der Polizei die ersten Notrufe ein. Die Menschen schilderten, dass viele Schüsse gefallen seien, so die Polizei. Da der Ernst der Lage sofort deutlich gewesen sei, seien die Einsatzkräfte mit einem Großaufgebot ausgerückt, so ein Polizeisprecher. Zum Zeitpunkt der Schüsse haben sich laut Polizei noch „weit über 100“ Personen auf dem Gelände aufgehalten.

Polizei hat drei Hypothesen zur Tat

Es gebe für die Behörden momentan drei gleichrangige Hypothesen zur Tat: Es könne sich um einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu handeln, sagte Leupold.

Die Polizei fahnde intensiv nach der Täterschaft und arbeite mit Hochdruck daran, die Hintergründe aufzuklären, sagte Regierungsrat Dieter Egli von der Kantonsregierung: „Es ist so, dass wir noch nicht wissen, wer für diese Tat verantwortlich ist und welches Motiv dahintersteht.“

Auf dem Gelände fanden die Polizisten eine 22-jährige Frau, die noch vor Ort an ihren Schussverletzungen starb. Sie wohnte in der Region, ist aber eine Italienerin. Auch unter den Verletzten sind nach Angaben der italienischen Regierungschefin Giorgia Meloni wohl Italiener.

Sie sprach den Angehörigen der Getöteten ihr tiefstes Beileid aus. Ihre Gedanken seien zudem bei den Verletzten sowie allen Menschen, die in das Geschehen verwickelt gewesen seien, sagte die Politikerin nach Angaben ihres Büros. Sie verfolge die Entwicklungen über eine Task Force des italienischen Außenministeriums. Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass die junge Italienerin ein Zufallsopfer war.

Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, das Gebiet zu meiden. Es blieb am Sonntag weiträumig abgesperrt. Aber weniger wegen einer akuten Gefahr, sondern zum Zweck der Spurensicherung, so der Polizeisprecher.

Die Polizei bat darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden. Der blutige Vorfall spielte sich bei einem seit Jahren etablierten Rave-Event auf dem Gelände des Aargauischen Rennvereins ab. Der Verein sprach allen Angehörigen sein Mitgefühl aus. Aarau im Kanton Aargau liegt etwa 40 Kilometer westlich von Zürich.

Größtes Rave-Event in der Nordwestschweiz

„Die Aarauer Rave-Party wurde von einem schweren Ereignis überschattet. Die zuständigen Einsatzkräfte wurden umgehend alarmiert und waren mit den notwendigen Mitteln vor Ort, um die Situation zu bewältigen und die erforderlichen Maßnahmen einzuleiten“, schrieb der Verein in einer Mitteilung.

Die Veranstalter drückten ihre tiefe Bestürzung über das Geschehen aus. „Der hinterhältige Anschlag auf die Gäste des Aarauer Raves hat unsere Herzen gebrochen“, schrieb der Veranstalter auf seiner Webseite. Das Event ist das größter Rave in der Nordwestschweiz.

Zeugen: „Es war schrecklich“

Gegenüber der Schweizer Zeitung „Blick“ äußerten sich mehrere Zeugen. Zunächst hätten die Besucher die Schüsse für ein Feuerwerk gehalten, so eine Frau. Dann habe jemand „Alle runter!“ gerufen. Die Gruppe habe sich daraufhin unter dem DJ-Pult versteckt. Eine Frau sei von einer Kugel getroffen worden. Alle Besucher des Raves seien von der Polizei in eine Turnhalle gebracht worden. „Es war schrecklich“, so die Zeugin gegenüber der Zeitung.

Auch der DJ der Veranstaltung äußerte sich tief betroffen. Was auf dem Rave passiert ist, sei absolut herzzerreißend, schrieb DJ Tekibo in einer Instagram-Story. „Techno und Raves sollten ein Ort der Freiheit und Sicherheit sein.“ Er versuche immer noch, das Ganze zu verarbeiten. Er habe einen wichtigen Menschen verloren und finde einfach nicht die richtigen Worte. Er werde sich für eine bestimmte Zeit zurückziehen, kündigte der DJ an.

Nach dem Vorfall war auch die Polizei auf deutscher Seite an den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen beteiligt. Dies sei reine Routine in der Polizeiarbeit, betonte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg. Angaben zu den konkreten Maßnahmen machte er nicht. Der Kanton Aargau liegt an der deutschen Grenze. Eine Flucht bis nach Deutschland dauere von Aarau aus nur etwa 40 Minuten, sagte ein Polizeisprecher.

Quelle: ntv.de, Matthias Röder, dpa

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