Mutmaßlicher Täter gefasstMann verübt Brandanschlag auf Wuppertaler Synagoge
In Wuppertal legt ein Mann an einem Eingang einer Synagoge ein Feuer. Die Angehörigen des Gotteshauses können dieses schnell löschen, verletzt wird niemand. Die Polizei nimmt den mutmaßlichen Täter fest. Josef Schuster sieht eine „fortschreitende Normalisierung des Judenhasses“.
An einem Nebeneingang der neuen Synagoge Wuppertal ist am frühen Nachmittag ein Feuer gelegt worden. Es sei von Angehörigen der Synagoge gelöscht worden, berichtete ein Sprecher der Polizei. Verletzt worden sei niemand. Der Sachschaden sei gering. Die Staatsschutzabteilung sei eingeschaltet worden.
Wie die „Jüdische Allgemeine“ berichtete, warf der Täter mehrere mit einer brennbaren Flüssigkeit gefüllte Beutel gegen einen Nebeneingang der Bergischen Synagoge und setzte diese in Brand, bevor er vom Tatort flüchtete.
Kurze Zeit später habe man in Tatortnähe einen verdächtigen Mann festgenommen, berichtete der Sprecher. Nähere Angaben zu möglichen Hintergründen machte die Polizei nicht. Die Kriminalpolizei ermittele. Die Spurensicherung sei vor Ort.
Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, verurteilte den Angriff. „Was mich zutiefst verstört, ist die Seelenruhe, mit welcher der Täter in Wuppertal diesen Anschlag am helllichten Tag durchgeführt hat“, sagte Schuster der „Jüdischen Allgemeinen“. Das Vorgehen bezeuge eine „fortschreitende Normalisierung des Judenhasses“. Zugleich forderte er die Behörden auf, die Sicherheit der Gottesdienste zu gewährleisten. „In drei Tagen beginnt der höchste jüdische Feiertag Jom Kippur. Alle Synagogen werden voll sein. Die Sicherheitsbehörden sind in der Pflicht“, sagte Schuster. „Wir wollen und werden uns nicht davon abhalten lassen, unsere Religion zu leben.“
Bereits im Juli 2014 war die Bergische Synagoge in Wuppertal Ziel eines Brandanschlags. Drei junge Palästinenser warfen damals sechs Brandsätze auf das Gebäude. Das Amtsgericht Wuppertal verurteilte die Männer 2015 zu Bewährungsstrafen, sah jedoch kein antisemitisches Motiv hinter der Tat. Das Urteil stieß damals auf scharfe Kritik.
