Neue Heimat für AirlineEasyjet stimmt überraschend Übernahme durch Apollo Global zu
Vergangenes Wochenende einigt sich Easyjet mit dem US-Unternehmen Castlelake auf eine Übernahme. Nun vollzieht die Airline eine Kehrtwende und nimmt das Angebot eines Konkurrenten an.
Die britische Billigfluggesellschaft Easyjet hat überraschend ein Übernahmeangebot des Finanzinvestors Apollo Global angenommen. Easyjet habe der Offerte von Apollo Global über 7,15 Pfund je Aktie grundsätzlich zugestimmt, teilt die Fluggesellschaft mit. Apollo sticht damit den US-Investor Castlelake aus, der 6,90 Pfund je Aktie für Easyjet geboten hatte. Erst am Sonntag hatte Easyjet mitgeteilt, eine Grundsatzvereinbarung mit Castlelake geschlossen zu haben. Der US-Investor bewertet die Fluggesellschaft mit bis zu 5,5 Milliarden Pfund. Das sind umgerechnet 6,4 Milliarden Euro. Nun zieht das Unternehmen seine Empfehlung für dieses Angebot zurück, Apollo Global dürfte jetzt zum Zuge kommen.
Apollo bewertet den Billigflieger insgesamt mit 5,7 Milliarden Pfund (rund 6,7 Milliarden Euro) und damit höher als die Konkurrenz. Apollo muss bis zum 7. August ein verbindliches Angebot für Easyjet vorlegen. Castlelake hat hierfür bis zum 3. August Zeit.
„Das vorgeschlagene Barangebot bietet ein besseres Ergebnis für die Easyjet-Aktionäre, da es einen höheren Barwert aufweist als das jüngste Angebot von Castlelake“, teilen Apollo und die Airline in einer gemeinsamen Erklärung mit. „Apollo glaubt an die bestehende Strategie von Easyjet, das Geschäftsmodell der Billigfluggesellschaft weiterzuentwickeln und zu stärken.“
Nach der Apollo-Offerte stieg der Easyjet-Kurs an den Börsen zeitweise um 14 Prozent. Der konkurrierende Investor Castlelake lehnt eine Stellungnahme bisher ab.
Easyjet wurde 1995 von dem britisch-zypriotischen Unternehmer Stelios Haji-Ioannou gegründet, der mit seiner Familie noch rund 15 Prozent der Anteile hält. Die Flugbranche kämpft weltweit mit hohen Treibstoffkosten und Margendruck infolge des Iran-Konflikts. Easyjet steht zudem in hartem Wettbewerb mit dem Rivalen Ryanair, gilt aber wegen seiner wertvollen Start- und Landerechte an Flughäfen wie London-Gatwick, Paris und Genf schon länger als Übernahmeziel.
