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Startseite»Nachrichten»Neue Hoffnung auf Iran-Deal: Wall Street holt Verluste wieder rein
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Neue Hoffnung auf Iran-Deal: Wall Street holt Verluste wieder rein

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 4, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Neue Hoffnung auf Iran-DealWall Street holt Verluste wieder rein

Fallende Ölpreise halten die Inflationssorgen in Schach. (Foto: AP Photo/Richard Drew)

Hinweise von US-Präsident Trump schüren an der Wall Street Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Kriegs. Nach einem schlechten Start in den Tag erholen sich die Indizes bis zum Börsenschluss. Der Dow schafft sogar ein sattes Plus. Für Tech-Aktien ist das Umfeld weniger freundlich.

Die US-Aktien haben sich im Handelsverlauf von ihren anfänglichen Verlusten zumindest deutlich erholt oder sogar ins Plus gedreht. Der Dow-Jones-Index gewann 1,7 Prozent auf 51.562 Punkte, gestützt von Aktien des Gesundheits- und Finanzsektors. An der Spitze lagen die Aktien des Krankenversicherers Unitedhealth mit plus 5,2 Prozent nach einer Hochstufung auf „Buy“ durch die Bank of America. Der S&P-500 gewann 0,4 Prozent. Der Nasdaq-Composite verringerte sein Minus bis zur Schlussglocke auf 0,1 Prozent. An der Nyse wurden 1937 (Mittwoch: 678) Kursgewinner gesehen, denen 826 (2100) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 64 (64) Titel.

Unter den Anlegern keimte wieder Hoffnung auf ein Abkommen zur Beendigung des Iran-Krieges auf, wie Händler sagten. Im Technologiesektor dämpfte allerdings Broadcom die Kauflaune. Die Umsatzprognose des Chipherstellers für das dritte Quartal konnte mit den Erwartungen nicht Schritt halten, während zugleich die Quartalszahlen aber gut ausgefallen waren. Laut Händlern warf der Ausblick die Frage wieder auf, in welchem Tempo die Nachfrage nach KI tatsächlich anziehen wird. Der Broadcom-Kurs brach um 12,6 Prozent ein. Im Sog verbilligten sich AMD um 3,6, Micron um 7,6 und Sandisk um 3,9 Prozent. Intel (-0,8%) profitierten nicht von einer Zusammenarbeit mit Apple-Zulieferer Foxconn zur Entwicklung einer KI-Infrastruktur. Nvidia legten unterdessen um 2 Prozent zu.

„Das ist ein klassischer Fall von sehr hohen Erwartungen, die auf einen Markt treffen, der auf Perfektion setzt (…). Anleger bestrafen derzeit alles, was nicht exakt ihren Vorstellungen entspricht“, erläuterte Analyst Matt Britzman von Hargreaves Lansdown.

Fallende Ölpreise stützen

Etwas Unterstützung erhielten die Börsen von sinkenden Ölpreisen. Hintergrund war die Einigung zwischen Israel und Libanon auf eine Verlängerung der Waffenruhe – allerdings vorausgesetzt, die vom Iran unterstützte Miliz Hisbollah stellt ihre Angriffe ein. Diese aber lehnt eine Waffenruhe ab. Derweil hat US-Präsident Donald Trump jedoch versichert, die US-Streitkräfte würden ihre Angriffe auf den Iran nicht wieder aufnehmen, sofern keine US-Soldaten getötet würden.

Unterdessen steigt auch in den USA der Druck auf den Präsidenten, den Krieg zu beenden. Das von den Republikanern kontrollierte Repräsentantenhaus hat mehrheitlich für eine Resolution gestimmt, mit der Trump die Fortsetzung des Kriegs untersagt werden soll. Die Zustimmung des Senats steht indessen noch aus. Überdies bedarf es einer Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern des Kongresses, um ein Veto von Trump auszuhebeln.

Die Rohölsorte Brent verbilligte sich um 2,6 Prozent je Barrel. „Ohne eine Normalisierung der regionalen Ölströme ist der Markt zunehmend starken Aufwärtsschwankungen ausgesetzt, da die Lagerbestände weiter abnehmen“, warnten jedoch die ING-Analysten Warren Patterson und Ewa Manthey.

Calvin-Klein-Eigentümer bricht ein

Am Anleihemarkt sanken die Renditen angesichts nachgebender Ölpreise leicht, die Inflationssorgen wurden dadurch gedämpft. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen reduzierte sich um 2 Basispunkte auf 4,47 Prozent. Fallende Marktzinsen setzten dem Dollar zu, der Dollar-Index gab um 0,2 Prozent nach. Die Feinunze Gold verteuerte sich dagegen um 1,1 Prozent – gestützt von Dollar-Schwäche und niedrigeren Marktzinsen.

Unter den Konjunkturdaten des Tages war die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker gestiegen als angenommen, blieb aber auf niedrigem Niveau. Der am Mittwoch veröffentlichte ADP-Arbeitsmarktbericht hatte für Mai einen etwas stärkeren Beschäftigungsaufbau ausgewiesen als erwartet. Anleger warten nun gespannt auf den offiziellen Arbeitsmarktbericht am Freitag. Die Produktivität außerhalb der Landwirtschaft stieg derweil in zweiter Lesung weniger stark als vorläufig gemeldet und verfehlte auch die Erwartungen von Ökonomen. Die Lohnstückkosten legten weniger stark zu als in der ersten Lesung, während Volkswirte eine Aufwärtsrevision erwartet hatten.

Am Aktienmarkt fielen CrowdStrike um 3,8 Prozent, nachdem die Quartalszahlen des Cybersicherheitsunternehmens die Erwartungen nur knapp übertroffen hatten. Anleger ergriffen die Gelegenheit, nach einer beeindruckenden Kursrally Gewinne einzustreichen. PVH brachen um gut 20 Prozent ein, die Eigentümerin von Tommy Hilfiger und Calvin Klein hatte ihre Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt. Das Quantencomputer-Unternehmen Quantinuum feierte in dem negativen Umfeld für Technologiewerte ein eher verhaltenes Börsendebüt. Der erste Kurs lag mit 68 Dollar über dem Ausgabepreis von 60 Dollar. Zur Schlussglocke notierten die Titel bei 60,36 Dollar.

Alles Weitere zum heutigen Börsengeschehen finden Sie hier.

Quelle: ntv.de, mau/DJ

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