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Startseite»Politik»Niedrige Flusspegel: Mehrere Länder drosseln Produktion von Atomstrom
Politik

Niedrige Flusspegel: Mehrere Länder drosseln Produktion von Atomstrom

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 30, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 30.07.2026 • 18:43 Uhr

Wegen Hitze und ausbleibendem Regen sind die Pegel vieler Flüsse in Europa extrem niedrig. Das wird nicht nur für die Schifffahrt zum Problem, sondern auch für Atomkraftwerke. Denn die benötigen viel Kühlwasser – und das fehlt.

In mehreren europäischen Ländern ist die Produktion von Strom in Atomkraftwerken gedrosselt oder eingestellt worden. Grund sind die niedrigen Pegelstände von Flüssen und das deshalb fehlende Kühlwasser.

In Rumänien sind zwei Reaktoren des Kraftwerks Cernavoda außer Betrieb, in Ungarn wurde die Leistung des Kernkraftwerks Paks gedrosselt. Auch in Frankreich wurden in dieser Woche Reaktoren wegen der hohen Temperaturen abgeschaltet.

Cernavoda an der Donau verfügt über zwei Reaktorblöcke und ist das einzige Kernkraftwerk Rumäniens. Der erste Reaktor war vor einigen Tagen bereits abgeschaltet worden, nun folgte auch der zweite. Der Betreiber Nuclearelectrica verwies auf die vorgesehenen Verfahren „im Fall schwerer Dürre“. Das Kernkraftwerk erzeugt normalerweise etwa ein Fünftel des Stroms in Rumänien.

Es ist das erste Mal, dass beide Blöcke wegen des niedrigen Pegelstandes der Donau abgeschaltet werden mussten. Der Fluss, der vom Schwarzwald aus durch zehn Länder bis zum Schwarzen Meer fließt, hat wegen fehlender Niederschläge und aufeinanderfolgender Hitzewellen seit Mai in einigen Abschnitten Rekordtiefstände erreicht.

Auch das Kernkraftwerk Paks, dessen vier Reaktoren von enormer Bedeutung für die Stromversorgung Ungarns sind, liegt an der Donau. Dort liegt der Wasserstand des Flusses nach Angaben der dortigen Wasserwerke sogar 121 Zentimeter unter dem bisherigen Tiefstand. In Paks wurde deshalb bereits einer der vier Reaktorblöcke abgeschaltet. Das drohe auch bei den drei anderen, sagte Ministerpräsident Péter Magyar. Er rief die Bevölkerung dazu auf, Strom zu sparen.

Frankreich schaltet Reaktoren ab

Dass Atomkraftwerke Probleme mit dem Kühlwasser bekommen, ist in anderen Ländern schon häufig vorgekommen. Besonders betroffen ist Frankreich. Das Land setzt bei der Stromerzeugung in hohem Maße auf Atomkraft und ist gleichzeitig besonders stark von Hitzewellen betroffen.

Am Mittwochabend wurde dort nun einer der zwei Reaktoren des Kraftwerks Golfech rund hundert Kilometer nördlich von Toulouse abgeschaltet. Der Energiekonzern EDF hatte den Reaktor bereits zwischen dem 23. Juni und dem 3. Juli sowie vom 9. bis zum 27. Juli vom Netz genommen, um das Flusswasser der Garonne nicht zusätzlich aufzuheizen.

Auch Schiffsverkehr betroffen

Die niedrigen Pegelstände haben auch für die Fracht- und Urlauberschifffahrt Folgen, denn das Niedrigwasser schränkt den Schiffsverkehr ein. Kreuzfahrten auf der Donau von Passau nach Wien enden vorzeitig. Der österreichische Wasserstraßenbetreiber viadonau warnt auf seiner Webseite vor Stellen mit besonders geringer Wassertiefe.

Diese Woche blieb nahe dem rumänischen Donauhafen Cetate ein Kreuzfahrtschiff mit fast 240 Menschen an Bord in einer Sandbank stecken. Alle Passagiere konnten in Sicherheit gebracht werden. Frachtschiffe können nur noch teilweise beladen werden und fahren dadurch Verluste ein.

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