110.000 Tonnen Rohöl hat der Öltanker „Caroline Bezengi“ laut Schätzungen geladen. Nun liegt er vor einer omanischen Insel auf Grund. Der riesige Ölteppich, der um das Schiff herum wächst, bereitet Umweltschützern große Sorgen.
Vor der Küste des Oman droht wegen eines auf Grund gelaufenen Öltankers eine Umweltkatastrophe. Am 270 Meter langen Tanker „Caroline Bezengi“, der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird, treten Satellitenaufnahmen zufolge immer größere Mengen Öl aus.
Der Ölteppich sei inzwischen auf eine Fläche von rund 600 Quadratkilometern gewachsen, teilte die Umweltorganisation Greenpeace mit. Das entspricht etwa der doppelten Fläche Münchens.
Die „Caroline Bezengi“ liegt in einer ökologisch sensiblen Region vor der omanischen Küste. Gefährdet sind Greenpeace zufolge unter anderem Korallenriffe, Meeresschildkröten, Zugvögel und Meeressäuger.
Öltanker war wohl von Russland nach Indien unterwegs
Der unter EU-Sanktionen stehende Tanker hatte im russischen Hafen Noworossijsk mit großer Wahrscheinlichkeit Öl geladen, wie das Geodaten-Unternehmen Synmax zur Auswertung von Satellitenbildern mitteilte.
Anfang Juni habe er wohl einen Zwischenfall auf See erlitten und dann keine Standortdaten mehr mitgeteilt. Berichten zufolge steuerte der Tanker einen Hafen in Indien an. Unklar ist, unter welcher Flagge das Schiff fährt.
Wie omanische Staatsmedien berichteten, wolle der Golfstaat nun Einsatzkräfte entsenden, die die negativen Umweltauswirkungen begrenzen sollen. Um eine Katastrophe vollständig abzuwenden, müssten die 110.000 Tonnen Rohöl, die das Schiff laut Schätzungen von Greenpeace geladen hat, vermutlich auf einen anderen Tanker gepumpt werden, so die Umweltschützer.
