Durch den Iran-Krieg sind die Raketenbestände der USA Berichten zufolge massiv geschrumpft. Die Trump-Regierung bestreitet das – doch nun ruft das Pentagon die Rüstungsindustrie auf, schneller Waffen zu produzieren.
Das Pentagon hat Vertreter der US-Rüstungsindustrie dazu aufgefordert, die Produktion und Lieferung von Waffen rasch zu steigern. Wie die Washington Post und CNN berichten, übermittelte der stellvertretende Pentagon-Chef Steve Feinberg Industrievertretern am Mittwoch eine Frist von maximal drei Wochen, um Pläne für schnellere Liefertermine oder eine gesteigerte Produktion für kritische Fähigkeiten vorzulegen.
Laut der Washington Post soll Feinberg in seiner Mitteilung eine klare Erwartung geäußert haben: „Jahrelange Entwicklungszyklen sind nicht akzeptabel.“ Man müsse die Pläne drastisch beschleunigen und die Produktionskapazitäten jetzt ausbauen.
Experten und Medienberichte hatten zuletzt immer wieder auf massiv geschwundene Waffenreserven des US-Militärs als Folge des Iran-Kriegs hingewiesen. Insbesondere die niedrigen Raketenbestände sollen demnach zu US-Präsident Donald Trumps Entscheidung beigetragen haben, den Krieg vorerst nicht weiter zu eskalieren. Trump und seine Regierung haben diese Berichte zurückgewiesen.
Pentagon bestätigt Aufruf
Pentagon-Sprecher Sean Parnell bestätigte inzwischen zwar die Echtheit der Mitteilung Feinbergs. Einen direkten Bezug zum Iran-Krieg stellte er in einem Statement aber nicht her. Unter Pete Hegseth, den die Regierung als Kriegsminister betitelt, konzentriere sich das Pentagon bereits seit dem ersten Tag darauf, einen Wandel hinsichtlich der Geschwindigkeit, Kapazität und Schlagkraft der amerikanischen Verteidigungsindustrie herbeizuführen, so Parnell.
US-Verteidigungsministerium oder Kriegsministerium?
Die von Präsident Trump vorangetriebene Umbenennung des US-Verteidigungsministeriums in Kriegsministerium (Department of War) geht voran. Die gesetzliche Grundlage nahm im Repräsentantenhaus die erste Hürde, nun muss nur der Senat noch zustimmen. Bereits im Herbst 2025 verfügte Trump per Dekret die Umbenennung. Wer unmittelbar nach der Unterzeichnung des Dekrets den X-Account des Ministeriums und die Website aufrief, sah den neuen Namen.
Solange aber die offizielle Umbenennung per Gesetz noch ausstand, wurde in Nachrichtentexten auf tagesschau.de überwiegend die bisherige Bezeichnung Verteidigungsministerium oder Pentagon verwendet, oft verbunden mit dem Zusatz, dass sich das Ministerium selbst Kriegsministerium nennt. Bei der schriftlichen Einblendung des Titels in Fernsehbeiträgen der tagesschau kam die Bezeichnung zum Einsatz, die auch die jeweilige Institution benutzt, also Kriegsministerium bzw. Kriegsminister Hegseth.
Sobald das entsprechende Gesetz auch die zweite US-Kammer passiert hat, ist die Namensänderung offiziell – und Pete Hegseth damit Kriegsminister.
Der Name Kriegsministerium in den USA ist nicht neu. Er wurde auch bis kurz nach dem Zweiten Weltkrieg verwendet.
