Pfusch am Bau statt VandalismusTrump attackiert Bundesanwältin nach Stopp der Reflecting-Pool-Ermittlungen
Kurz nach der Restaurierung des Wasserbeckens am Lincoln Memorial in Washington breiten sich Algen aus. Die Bundesanwältin sieht Baumängel. Doch US-Präsident Trump beharrt weiter auf seiner Vandalismus-Theorie und veröffentlicht vermeintliche Beweise.
Nach der Einstellung des Verfahrens wegen Schäden an einem unter Aufsicht von Donald Trump renovierten Wasserbecken in Washington hat der US-Präsident die von ihm eingesetzte Bundesanwältin kritisiert. „Ich bin vollkommen anderer Meinung als Jeanine Pirro (…) – Ich weiß nicht, was ihr durch den Kopf gegangen ist!“, schrieb der Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social.
Pirro ist eine US-amerikanische Juristin, rechtskonservative TV-Persönlichkeit und amtierende Bundesstaatsanwältin für den Hauptstadtbezirk District of Columbia. Sie wurde im Mai 2025 von Trump für diesen einflussreichen Posten nominiert und im August 2025 offiziell vom US-Senat bestätigt.
„Vielleicht gab es Probleme mit dem Bauunternehmer, aber der Hauptschaden wurde von Vandalen verursacht!“, behauptete Trump weiter und räumte damit indirekt ein, was politisch Verantwortliche und Medien seit Wochen als Ursache vermuten: Eine missglückte Renovierung, die zum Ablösen der Abdichtung und zur raschen Ausbreitung von Algen in dem Becken in der US-Hauptstadt geführt haben könnte.
Trump veröffentlichte auf Truth Social zudem ein Video, das seine Vandalismus-These untermauern soll. Auf den Bildern ist allerdings nichts zu erkennen, was eindeutig auf die von ihm angeführten Messerspuren schließen lässt.
Nach Erkenntnissen der Ermittler waren die Schäden durch Pfusch bei den Renovierungsarbeiten entstanden. Die Staatsanwaltschaft stellte aufgrund dieser Erkenntnisse am Freitag ihr Verfahren gegen den früheren US-Olympiateilnehmer David Hearn ein. Sie hatte ihm ursprünglich vorgeworfen, den sogenannten Reflecting Pool mutwillig beschädigt zu haben.
Neue Erkenntnisse zu den Schäden an dem Wasserbecken vor dem Lincoln Memorial „untergraben die Beweisgrundlage für die Anklage“, hatte Bundesanwältin Pirro erklärt. Unterlagen zeigten, dass die Schäden auf eine „fehlerhafte Installation und nicht Vandalismus“ zurückzuführen seien. Pirro verwies darauf, dass das Innenministerium ursprünglich von Vandalismus ausgegangen sei.
